Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 71 (8.9.1925)
- Date
- 1925-09-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Üb a. ttitilt. \ für h au i ckL [] Einzelnummer Ö',25 Goldmark n r~zr-s r-7 et? r-> ri r~*z-v /^ri r~5 r~i r~i n m^$M)§(&mm\3; Utfon und Verlag W 15. Mcinekcstraßc 10. Erscheint » , i , DicnitnjJ und Freitag. Bcrufisprci. bei der Expedition g Anzeigen-Verwaltung t „atlicb 1.85 Goldmark, Vierteljährlich 5.25 Goldmark. | JüdischeRundschaaG.m.b.IL,BerlinW15.Mcbekcstr. 10 t'^pbonncatnU werd«a in der Wihrung d«r «insclncn Linder berechnet fj Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Berlin, 8. IX. 1925 Aazei £*aprel«: 3 £ei paltNoaparefllczwl« 0.40 G^M. SleHeagcauch« 0^0 G^M. Anxe!£an«cb.luBi Dicnatag und Frsitatf nachmittag 4 Uhr. Telephon: Bismark7165-70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. {'.nr Ortt.rrcicht Po.t.p.rkanm.mt Wim, Konto Nr. IV. 010. Inic ,<cl,u,'0W,Uo1' »'«■til>»rk»».n«,r.t 1W. Konto Nr. VMlü. *Qr folcm I'oit»pnrk»Menanjl Wartchiu, Konto Nr. 190703. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. i'STI ,W>K t3'"> j XXX. Jahrg. i.f Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. „Baseler Programm." eig r Mmh d<sm IC©na^re| m * rbBt- S Die Sdalu§reden Nach der vollzogenen Wahl des A.-C. und der anderen Irpcrschaftcn hielt Vorsitzender Motzkin nachstehende 4'iiußrcdc: | Damit ist der geschäftliche Teil unserer Sitzungen cr- Ich hatte Gelegenheit, die wesentlichsten Teile des •%*rcsscs hier zu leiten. Wir haben manche schwere Stunde / irremacht. Ich möchte Sic bitten, diejenigen Mißvcr- J :Jm>se, die zwischen Ihnen und dem Präsidium manchmal /■^kommen sind, zu vergessen. Eines werden Sic mir ^; nachsagen, daß ich' einen schlechten Willen ■;übt habe. Wir hatten eine auß erord cn 11 ich große •^icrie, die manchmal etwas lebhaft an unseren Sitzun- teilgenommen hat. Wir haben gegen sie keine schwerere ' fnahmcu ergriffen, weil wir den Zusammenhang j.ischcn den Delegierten und den Gästen i.jcrordcntlich stark empfunden haben. Unsere Ordner waren gezeichnete Zionisten. Sic klatschten zwar manchmal oder '!;icn Zwischenrufe, aber es kam aus ihrem Merzen. Die :i<ti<;chc Begeisterung unserer Gäste und der Jugend 'wuns vergessen lassen, daß manchmal nicht alles klappte. sage Ihnen herzlichen Dank dafür, daß Sic mir oft willig Folge geleistet haben, und wenn es auch 'ndimal Momente gab, wie auf jedem Kongreß, wo uns!: Gedanke kam, das ist ein schlechter Kongreß, so :cn wir jetzt dennoch, wenn wir uns an all diese Ein- ,:.kc erinnern, was für ein j großes und gewaltiges Instrument r doch ist. Je mehr wir uns von einzelnen Teilen des Er- :i :cs entfernen, desto größer wird der Eindruck sein, 1;o bedeutender die Erinnerung an den großen Kongreß .- 3 Wien.;| Sokolow übernimmt den Vorsitz, worauf Dr. Barth srachi) dem Präsidium den Dank ausspricht, vor allem >h jetzt schon traditionellen Präsidenten ^::zkir. | Leo J a f f e (Palästina) schlägt die Proklamicrung einer -mlung von einer Million Pfund für den Keren äjessod in diesem Jahre vor. Der Kcrcn Hajessod ji das Zentrum des jüdischen Lebens und ^j:r jüdischen Interessen werden. | Sokolows Schlußwort 2 Sokolow ergreift das Wort zu dem Schlußwort. Vor- '. : macht er Mitteilung davon, daß die Exekutive beschlossen ', anläßlich des 80. Geburtstags Baron Edmond de thschilds, an der Hebräischen Universität in Jerusalem •'Fakultät für Ackerbau zu gründen, die den ' ^icn Baron Edmond de Rothschild tragen soll. Wir dürfen -i nicht auseinandergehen, bevor wir nicht ein großes;:lübdc getan haben. Wir können keine Ruhe finden, :'gc nicht die ' Gebeine Hcrzls nach Ercz-IsrncI 'acht wurden. (Delegierte und Gäste erheben sich von Sitzen.) Der Kongreß möge die Exekutive bevollmächtigen, ' «<itij;ni Schritte einzuleiten und eine Kommission zu -m Zweck einzusetzen. Der Kongreß muß diesen Bcbesiegeln. Es ist eine Pflicht der Pietät und es ist . '■ Erfüllung. \ Freund Motzkin hat einige schöne idealistische Worte zu . cni Kongreß gesagt Wenn ich diesen Kongreß in meiner .'j!inungsrcde den; Kongreß der Alijah rlf, so nehme ich mein Wort nicht zurück. Wenn wir! alle Schwierigkeiten verarbeiten, werden wir erst später ^1 wissen, was dieser Kongreß uns war. 'Es war gewiß ^'"angenehmer Kong cß, aber es war ein | nützlicher Kongreß -•i ein gewaltiges Stück Arbeit. Die Arbeiten sind, glaube Iweit weniger bemerkt worden, als die Schwierigkeiten. ^••<der Ausdehnung der Befugnisse des A.-C. ^ben wir einen Fortschritt gemacht, und als Cj1 weiteren Fortschritt können wir die Ab- V'affung der Jahreskonferenz, dieses •p'ttcrdi nges, bezeichnen. ^Außenstehende, die aus den Schwierigkeiten dieses Kon- •"' scs den Schluß ziehen wollen, daß der Zionismus schwächer "/den ist, werden sicher enttäuscht werden. Unsere n'c steht fest. Wenn hier Debatten voller Leidenschaft - :uilrt worden sind, so sind damit Energien zum Ausdruck . ^Rimcn. A"ch ich will über den Kcrcn Hajessod sprechen. Ich . 1 a"r ein Wort bestätigen und bestärken, T das von der Million Pfund. , | föchte gern den Kcrcn Hajessod als Millionär sehen, und 1 Rlaube, in dieser Beziehung gibt es kein rechts und ■•Mind keine Mitte, sondern alle, ohne Ausnahme, werden .^beitcn. Der Ausgang des Kongresses war ein unge- cßCr' -abcr cs war dic cinzi 2C For,n, dem Kon- \ü einen ruhigen und würdigen Abschluß ^Scbcn. Wir gehen morgen im neuen A.-C. ans Werk " Verden hoffentlich in einigen Monaten zusammen mit;c°i neugeschaffenen Organ dic richtige Form der Re- "c"tanz gefunden haben. , yow dankte hierauf allen Fa'ct-rcn, die dem Kongreß '-11ör 'icklun? seiner Beratungen c .juglicht haben und 100 mit den Worten: Jj)m Emdgci für 5686 u» Das von der Budgetkommission und vom Kongreß genehmigte Budget für das Jahr 5686 setzt sich aus nachstehenden Positionen zusammen: 1. Landwirtschaft . . .......£ 270 000 welcher Betrag gemäß den Vorschlafen der Kolonisationskommission v. 300 000£ im Verhältnis aufgeteilt werden soll. 2. Erziehung: ordentliches Budget 74 000 zentrale Schule im Emek . . 2 000 Misrachi, Lchrcrinncnseminar . 2 000 vcrscliiedene Misrachi-Sdiulen . 2 000 Defizit......... 4 000 84 000 3. Arbeit........... 38 000 4. Einwanderung......... 39 000 5. Handel und Industrie ...... 38000 6. Gesundheitsamt........ 40 000 welcher Betrag; zur Ganze für neue Arbeit verwendet werden soll. 7. Versuchsstation ......... 9000 8. Technikum.......... 3 000 9. Universitätsbibliothek ...... 2000 10. Besondere Ausgaben ...... 13 500 11. Administration. . . . . . . . . ' 19000 davon £ 1 000 zur Schaffung einer vom A. C. zu organisierenden obersten Kontrollstelle. 12. Religiöse Angelegenheiten .... 5 000 welcher Betrag durch den Misrachi im Einvernehmen mit dem Oberrabbinat zu verwalten ist 13. Schuld an I.CT.. ...... '. 4500 14. Spital Schweitzer........ 5 000 15. Verschiedene Unternehmungen . . . 4000 16. Universität . '......... 5 000 17. Schchunath Owdim....... 8 000 18. Solei Bonch......... 7000 19. Tnchkcmoni......... 3 000 20. Olim Bonim . . . . . . ... 3000 Summa £600 000 Verehrter Kongreß, ich glaube, wir haben allen Grund, mit unserem Kongreß wirklich zufrieden zu sein. Wir werden doppelt begeistert auseinandergehen mit den Resolutionen, dic wir gefaßt haben, und mit dem Hauptbeschluß, viel mehr zu arbeiten im Galuth und in Ercz Israel, als wir bisher gearbeitet haben. Ich schließe den XIV. Zionistcnkongrcß." Beschlüsse der Subkommission für städtische Sücdlung Angenommen vom Kongreß in der Schlußsitzung. Schchunath Owdim: Zu den wichtigen Voraussetzungen städtischer Sicdlun^- politik und zu einer geeigneten Förderung von Industrie, Handwerk und Gewerbe gehört dic Beschaffung billiger und entsprechender Kleinwohnungen und dic teilweise Selbstversorgung der städtischen arbeitenden Elemente mit Lebensmitteln. Der Kongreß beschließt, daß die Realisierung des vom XIII. Kongreß bereits beschlossenen Projektes wenigstens einer vbrstädtischcn Arbeitersiedlung unter Berücksichtigung der obigen Prinzipien unter Vorzug m Angriff genommen werden soll. Zu diesem Zwecke soll der Kcrcn Kajcmeth Boden, der Keren Hajessod dic erforderlichen Mittel für dic Inangiffnahme des Projektes beistellen und die Exekutive der Zionistischen Organisation behilflich sein, Baukredite aut geeignete Weise (Hypotheken, Hypothckenvcrsichcrung und acrgl.) zu beschaffen. Bei der Durchführung des Projektes der Schchunath Owdim soll dic Möglichkeit einer Verbindung mit landwirtschaftlichen Kleinsiedlungen und den Bewässeruugsfragcu besonderes Augenmerk zugewendet werden. Dic Kommission drückt den Wunsch aus. daß zur Erörterung und Behandlung aller mit diesen Problemen zusammenhängenden Fragen (Gartenstadt, Industriedorf, vorstädtischc Arbeitersiedlungen, Bau: von Kleinwohnungen in den Städten) ein der Exekutive unterstelltes Dezernat, bestehend aus einem von der Exekutive bestellten Leiter und einem aus den Kreisen der Interessengruppen gewählten Beirat geschaffen werden soIL Dic Fürsorge dieses Dezernates £ilt allen Kreisen der arbeitenden Bevölkerung ohne Rücksicht auf dic Zugehörigkeit zu einem bestimmten 6tande und einer bestimmten Organisation. Bei der Auswahl der hierbei zu berücksichtigenden Personen sollen Familienväter und diejenigen, dic ihre Familie erhalten müssen, den Einzelpersonen grundsätzlich bevorzugt werden. Resolutionen der Sanitätskommission (Angc::~.:imcn cn bloc in der Schlußsitzung des Kongresses.) 1. Gemäß dem Beschlüsse des XIII. Kongresses wiederholt der XIV. Kongreß, daß dic medizinische und sanitäre Arbeit innerhalb der Kolonisationsproblcmc eine wirtschaftliche Bedeutung ersten Ranges einnimmt. 2. Der Kongreß lenkt die Aufmerksamkeit cer Kolonisierenden Organe auf dic Notwendigkeit, dic sanitären und hygienischen Bedürfnisse der Siedlungen, insbesondere bei der Okkupation neuer Landesteile, zu berücksichtigen. 3. Der Kongreß begrüßt dic Bestrebungen des Waad Habritith, die Tätigkeit aller jüdischen medizinischen Institutionen zu koordinieren und einen ständigen Zusammenhang zwischen den medizinischen Institutionen und den obersten Organen der Zionistischen Organisation und des Jischuw zu schaffen. 4. Der Kongreß anerkennt die große Leistung der Hadassah Wcmcns-Organisation für dic medizinische Arbeit in Palästina. Der weitere Ausbau dieser Arbeit macht es notwendig, dem palästine::>Lchcn Jischuw einen größeren Einfluß auf die Leitung der Hadassah Mcdical-Organisation einzuräumen, als es bisher der Fall war. 5. Der Kongreß anerkennt mit Befriedigung dic rasche r.utwitklung der Kunath Cholim. Der Kongreß steht auf demselben Standpunkte wie der XIII. Kongreß, daß in Palästina nur eine Kupath Cholim der Arbeiterschaft sieh gedeihlich entwickeln kann. Der Kongreß beauftragt den Waad Habriuth, raschest die Bedingungen für eine vereinigte Kupath Cholim der Histadruth Haowdim Haklalith, des Hapoei Hamisrachi und aller anderen arbeitenden Elemente zu schaffen. 6. Der Kongreß forderte dic P. Z. E. auf, bei der palästinensischen Regierung die Befriedigung der sanitären Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung in entsprechendem Maße durchzusetzen und eine cnt.-.prennende Stibvcntionierung des jüdischen Spitals- und Krankcnkasscnwescns zu erlangen. 7. Der Kongreß beauftragt dic P. Z. E., raschest Maßnahmen zu ergreifen, dic eine angemessene ärztliche Untersuchung der Emigrant:n in den Palästina-Acmtcrn der Ausgangsländer nach einer einheitlichen Instruktion garantieren. Herbert Samuels neue Funktion Aus London wird berichtet: Herbert Samuel wurde für dic Ucbcrnahme des Vorsitzes in der Kommisston dcr'Untcrsuchung der wirtschaftlichen Lage in der Ko h 1 c n i n d ust r i c vorgeschlagen. Der frühere Oberkommissär von Palästina hat diesen Vorschlag angenommen und nunmehr wurde die E r u e n u u u g v o in König vollzogen. Außer Samuel gehören der Kommission an: Sir William Bcvcridge und General Sir Herbert Lawrence. Uebcrdies werden der Kommission Sachverständige beigegeben. Dic Ernennung Samuels, welcher Liberaler ist, hat in politischen Kreisen Aufsehen hervorgerufen; cs wird darauf hingewiesen, daß cs der konservativen Regierung gelungen sei, für eine schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe einen Liberalen zu gewinnen. Ferner ist die Ernennung Samuels ein Beweis, daß dic englische Regierung Wert darauf legt, daß Samuels wertvolle Kraft, dic sich vielmals in den verschiedensten Stellungen bewährt hat, nicht brach liege. Dieses Beispiel sollte auch von uns befolgt werden. Die J. C A. lör das rassische Koloaisationswcrk Moskau. (1. T. A.) Dic Jcwish Colonisation Association hat 100 000 Dollar für dic Förderung des jüdischen Kolo u isations werks in Rußland für das' laufende Jahr zur Verfügung gestellt. Im kommenden Jahre werden — wie aus maßgebender Quelle verlautet — weitere 35 000 Dcsjatin (05 000 Morgen) Land für jüdische landwirtschaftliche Ansiedhingen in der Ukraine bereit gestellt werden. Dic zentrale Laudwirtschaftsbank gab der Comzct (Rcgicrungskommission für jüdische Kolonisation) einen Kredit von 200 000 Rubel für ihre diesjährige Kampagne. Die Koloalsilion in Rußland Moskau. (J. T. A.) Im Marjupol-Distrikt in der oUraine wurden neuerdings 10000 Dcsjatin Land (27000 Morgen) U:r jüdische landwirtschaftliche Kolonisation zur1 Verfügungerstellt. Es handelt sich um den Boden der jüdischen Kolonien Netschaewka und Trudoljubowka, deren Bevölkerung .vor; den Banden des ukrainischen Attamaus Mach no zur Zeit des Bürgerkrieges zum großen Teil getötet, zu einem kleineren Teil vertrieben worden sind. Die Vertriebenen haben sich inzwischen an anderen Orten angesiedelt. Jerusalem. (J.T-.A.) Dic Zahl der jüdischen Arbeiter in Palästina ist von etwa S0O0 im Jahre 56S3 auf etwa 11000 im Jahre 56S4 und auf ungefähr 16 000 Mitte des Jahres 5685 gestiegen.