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Jüdische Rundschau · 1925-08-25 · Heft 67 (25.8.1925) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 67 (25.8.1925)
Date
1925-08-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 576 JUEDISCHE RUNDSCHAU (st das im Sinne des Mandats? Tief besorgt stehen wir vor der Frage der Sicherheit. Palästina, ein Und mit hundert möglichen Angriffspunkten, besit/t einen nur kleinen englischen Vertcidigungsapparaat. Wir verlangen von der Mandatarmacht die Verantwortung für Ruhe, aber kein Opfer an Geld und Männern. Es ist u n s e r e Pflicht, die Menschen zu stellen. . In diesem Momente der Schwierigkeiten wollen wir unser einziges politisches Instrument, die Jcwish Agency, aus der Hand gehen. Glauben Sie nicht, daß auf der einen Seite Sie «sitzen werden und auf der anderen die Agency, und daß der Kongreb noch wird selbständig handeln können. Was den Filter der Agency, die allein das Ohr der Regierung besitzt, nicht passiert, das weiden Sie nicht vor die Regierung bringen können. Der finanzielle Teil des Aufbaus allerdings gehört nicht uns allein, und wer Steuer zahlt, hat auch das Recht der Mitbestimmung. Warum also nicht für diese wirtschaftlichen Fragen zwei Kammern schaffen, die in budgetären Fragen zusammenarbeiten? Aber das geistige Pathos des Zionismus ist doch bei uns, und darum muß die politische Agency in unserer Hand bleiben. Wenn auch heute keine Gefahr droht, so kann doch einmal der Tag kommen, wo vielleicht der ganze Kongreß einstimmig unter Wut und Träum einen politischen Beschluß fassen wird, dann müssen Sic das Instrument ohne Filter in ihrer Hand haben. Sic spielen mit der Illusion des Provisoriums, aber wenn wir einmal der nichtjüdischen Welt Mitteilung gemacht haben werden von der Einigung des Judentums, dann werden wir die ersten sein, die nicht dulden, daß diese Einigkeit in Trümmer geht. Ich stehe hier in Canossa. Ich glaubte vor vier Jahren, daß ich, wie so manche Emigranten mein Vaterland, die Zionistische Organisation, verlassen müsse, um von außen her noch besser für Reformen darin kämpfen zu können. Als „Baal Teschuwa" stehe ich jetzt vor euch. Von außen läßt sich nichts erwirken. Der Kongreß mag gegen mich oder für mich sein, das macht nichts au*». Mit euch habe ich eine Vcrständigiingssprnehe, mit jenen da draußen aber nicht. Der Kongreß ist souverän. Deshalb stehe Ich hier. Vertreiben Sic keine Patrioten aus der zionistischen Bewegung. Auf einem unsouveränen Kongreß werden Sie vielleicht viele Gestalten nicht treffen, die Sic jetzt Iiier sehen. (Starker Beifall, bes. auf den Galerien.) Präsidialsckretär Dr. Löwcustein berichtet, daß der Pcrmancnzaussrhuß 1 lerrn Ab. G o I d b c r g aus Amerika zum Vorsitzenden und die Herren Struck und Dr. Reich zu Vizepräsidenten und Dr. Schramck zum Schriftführer gewählt hat. (Lärm links; Rufe: Der ganze linke Flügel hat nicht mitgestimmt!) Dr. Arlosoroff: Ich habe zu dem bedauerlichen Freiguis, das sich während der Rede Jabotinskvs abgespielt hat, folgende Erklärung im Namen meiner Fraktion abzugeben: Mit Beschluß des A.C. wurde für die Generaldebatte als Redezeit eine halbe Stunde festgesetzt. Die Vertreter der großen Parteien haben sich strikt daran gehalten. Das Präsidium durfte keine Präzedenzfälle schaffen, weil es sich an das Gesetz und die Ordnung des Kongresses halten muß. Es hat doppelt gefehlt: erstens hat es kein Recht gehabt, einen Beschluß zu fassen, ohne daß eine gegnerische Meinung zu Worte kam, zweitens wurde mir wider alle Bestimmungen das Wort zur Abstimmung verweigert. Das Präsidium hat sich in unberechtigter Weise von sensationellen Tendenzen treiben lassen. Es war dies ein Verfahren, gegen das wir bedauern, unseren schärfsten Protest einlegen zu müssen. Vorsitzender Rabbi Berlin: Der Beschluß, die Redezeit auf eine halbe Stunde zu begrenzen, lag nach unserer Meinung im Interesse des Kongresses. Wenn aber der Redner eine Verlängerung der Redezeit verlangt und der Kongreß zustimmt, hat das Präsidium kein Recht, sie ihm zu verweigern. Dr. Schmarjah Lewin: Zwischen der Rede Jabotinskys, nach der Ich das Wort zu ergreifen gezwungen bin. und meinen Worten besteht weder logisch noch politisch ein Zusammenhang. Ich habe keine Absicht, gegen ihn zu polemisieren. Nur ein paar Punkte aus seiner Rede will ich herausgreifen. Wir haben es bei ihm mit einer Weltanschauung zu tun, und eine Weltanschauung läßt sich nicht durch Majorität bekämpfen. Es ist dies eine mechanistische Weltanschauung. Wir bleiben bei der alten Methode; der Zionismus ist etwas Lebendiges. Er will Soldaten hinschicken, bevor wir noch die Juden dort haben; so entsteht kein Staat und keine Autonomie. Ich will nicht, wie Jabotinsky, der ebenfalls diese Dinge nicht versteht, über Ockonomik und Landwirtschaft sprechen, sondern von der jüdischen Kultur. Auch unseren Stammvätern Abraham, Israel und Jakob hat man das Land versprochen, und zwar tat es ein Größerer als Wcizmann oder Balfour, und auch Ahraham mußte das Grab für seine Sarah bezahlen. Wozu uns Illusionen machen! Wir werden das Land kaufen und dafür bezahlen müssen. Wir müssen der Wahrheit ins Gesicht sehen und uns nicht Täuschungen hingeben. Das Verhältnis zwischen den ersten Chaluzim und der vierten Aliiah ist das zwischen Wurzeln und Zweigen. Es wäre lächerlich, wenn die Aeste gegen die Wurzeln revoltieren vvollten. Wie wir bisher in unsere Versuche Geld hineingesteckt haben, so müssen wir es auch weiterhin tun. •>onst müßten wir auf jede Tätigkeit verzichten. Aber auch '■ur die Zweige muß gesorgt werden. Proportion muß gewahrt werden. Die Chaluzim,sind das Fundament, auf dem wir bauen, und das Fundament muß viel massiver gebaut werden. Ich bin ein ausgesprochener Anhänger Samuels wie auch seiner arabischen Politik, öeinahc seiner gesamten Politik. Er hat Ruhe im Lande geschaffen und uns nicht benachteiligt. Man kann nicht ausrechnen, wie lange es dauern wird, bis wir die Majorität LI1. Lande haben werden. Wenn wir das Budget von 230 000 auf 750000 £ erhöhen, werden wir den ganzen Kongreß befriedigen können. Warum reden Sic also nicht von oer Frage, wie man das Geld beschaffen soll? Die Er- Oitnung der Universität war eine gewaltige politische Errungenschaft, ebenso wichtig wie die Balfour-Deklaration. ^'c ganze Welt hat von der jüdischen Renaissance gebrochen. Auch in der Politik können wi* mehr erreichen, °ocn sind die Wege verschieden. Wir nüssen vom Ein- •cincn zum Allgemeinen aufsteigen und Schritt für Schritt weitergehen. (Beifall.) t Vorsitzender Berlin macht dem Kongreß Mitteilung •on dem Ableben der Witwe Pcrcz Smolcnskys. Der Kon- 'tä •/fhcb! sich von dcn Sitzcn- Dic Abscndung einer •'ciieidskundgcbung an dic Kinder wird beschlossen. Der ' rasident gibt ferner den Tod des Schriftstellers A. Ch. <0scnberg aus New York bekannt, nachmittags Sitzung 2 Uhr Nächstc Sitzung .3y4 Uhr Die Franeikoalerenz Das Präsidium der dritten Konferenz der Welt* Mch?f^ls!.tionA d,er zionistischen Frauen hat n n *2 Sendcrn,aßen konstituiert: Vorsitzende: Frau Romane ^oodman, London, stcllvcrtr. Vorsitzende: Frau Dr. Sehr!««?!*""' Lcnd0» und Fra« Sicfff, Manchester, ^imftfuhrcrinncn: Frau Dr. Wechsler, Wien, und Fräui2!LiScch?er» London. Den ausführlichen Verhandlung«, »wicht werden wir nachtragen. * Weizmanns Schlußrede zur Generaldebatte Telegramm unseres Berichterstatters. Wien, 24. August. Sonntag Mittag antwortete Wcizmann in zweistündiger Rede. Er erklärt, daß das heutige Stadium zähe Arbeit ohne Sensationen erfordere. Dic Exekutive ist nicht verantwortlich für Amerys Reden, aber Amcry ist unser Freund. Dic Exekutive wird von der Regierung nichts fordern, was nicht im A^andat begründet ist. Die Hoffnung auf Staatsiändcrcicn ist eine Illusion, da es sehr wenig gibt. Wir mässen Boden kaufen. Das Weißbuch gab große Möglichkeiten, dic wir aber nicht ausnutzten, so z. B. wurde die Ruthenberg-Konzession erteilt, aber das Geld dafür war nicht aufzubringen. Dann wendet er sich gegen Jabotinsky. Den Arabern darf kein Haar gekrümmt werden. Sic haben gleichen Anspruch auf Palästina wie wir. Dic Anleihe ist eine hochpolitische Frage und dic Exekutive bemüht sich, dic politische Voraussetzung dafür zu schaffen. Wcizmann protestiert gegen dic Beleidigung des Chaluz durch Färbstein. In der Nnchtsitzung fordert Schocken stärkere Verwaltung der Kolonisation, wobei der Kongreß der Exekutive in Budgetfragen nicht dic Hände binden soll. Montag ist Fortsetzung der Wirfschaftsdcbattc. Das Programm des „Arbeilsblorkes" Der Arbcitsblock der allgemeinen Zionisten, dem dic deutsche Landsmannschaft und ihr nahestehende Gruppen angehören, hat folgende Leitsätze angenommen : f. Dic auf Sclbsfarbeit beruhende Landwirtschaft ist dic Basis des Aufbaues Palästinas. In erster Linie ist die Konsolidierung der bestehenden Siedlungen anzustreben. Soweit als möglich sollen Mittel zur Beschaffung neuer Siedlungen zur Verfügung gestellt werden. Hierbei müssen auch diejenige» Teile der neuen miltelst.indiichen Alijah berücksichtigt werden, deren Uebcrführung In die Landwirtschaft möglich Ist. 2. Förderung von Handel, Handwerk und Industrie durch Uebcrführung der geeigneten Elemente der miticlst.'iudischen Alijah zu produktiven Berufen, Gründung und Stärkung der Kreditinstitute, insbesondere Schaffung einer Industriebank unter Beteiligung d -. Kcren Hajessod. 3. Dic vollständige und restlose Hcbräisicrung des Jischuw ist das fundamentale Erfordernis für dic Wiedergeburt des jüdischen Volkes in Palästina. Der entscheidende Einflufi der Zionistischen Organisation auf das gesamte Schul- und Erziehungswesen muß gesichert werden. Die Im Budget zur Verfügung zu stellenden größeren Mittel erfordern eine erhöhte materielle Anstrengung des Jischuw für das Schulwesen. .; 4. Der Kongreß spricht sich für dic Fortsetzung der Agencypolitik auf der Grundlage der im Aktionskomitee abgegebenen Erklärungen der Exekutive aus. 5. Die Stärkung der Zionistischen Organisation ist eine Hauptaufgabe des Kongresses. Dic Schaffung einer starken und einheitlichen Exekutive, die Erhöhung der Bedeutung des Organisationsdepartements In der Exekutive und dic Einführung des Einheitsschekcls sollen diesem Zwecke dienen. 6. Der Kongreß tritt dafür ein, daß der Schwerpunkt der Exekutive nach Palästina vorlegt wird. 7. Dic Leitung aller wirtschaftlichen Angelegenheiten soll innerhalb der Exekutive einem Kollegium von drei bis fünf Personen anvertraut werden. S. Energische Vertretung der zionistischen Forderungen bei der Mandatarmacht und zielbewußte Verständigungspolitik gegenüber den Arabern müssen dic Richtlinien der zionistischen Politik sein. Die ZasnraracDseUBBg des Koigresscs Wien. (J.T. A.) Nach Ländern und Fraktionen geordnet ergibt sich folgende Zusammensetzung des Kongresses: Amerika 40, Oesterreich 3, Belgicn-Luxemburg-Sibiricn 1, Argentinien 2, Bcßarabicn kein Mandat, Brasilien, Chile l' Bukowina 2, Bulgarien 4, Kanada 3, Tschechoslowakei 4, Danzig-Däncmark-Schwedcn-NTorwegen 1, Acgyptcn-Mcsopotamien 1, England 4, Estland-Finnland 1, Frankreich 1, Ostgalizicn S, Ungarn 1, Italien 1, Jugoslawen 3, Lettland 1, Litauen 3, Wcstgalizien 8, Deutschland 0, Griechenland 1, Holland 1, Palästina 7, Polen 35, Rumänien 7, Südafrika f), Schweiz 1, Transsylvanicn 5, Marokko-Tunis 1, Wilna 1, Order of Ancicnt Maccabcans 2, Australien kein Mandat; insgesamt 160 für dic Landesverbände. Auf dic Sonderverbände kommen dann noch dic folgenden Mandate aus den verschiedenen Ländern: Misrachi 45, Hitachduth 22, Poalc Zion 9, Zcirc Zion 6. Dazu kommen noch die Mandate der Konfercnzgemeinschaft radikaler Zionistcn. Züus lioiiQii Jofifo - neues Land! Die diesjährige Roschhoschanah-Aktion des Kcrcn Kajemeih findet bereit* am 13. September in Form von Haus. Sammlungen in Allen Orten statt. Wir bitten alle Vertrauensleute, die notwendigen Vorbereitungen möglichst bald zu treffen. Ein genaues Rundschreiben mit Instruktionen gelangte in dfesen Tagen zum Versand. Aus dem Bericht der Exekutive (Schluß) i Die Aufgabe der nächsten Arbeitsperiode kann nicht bV : die Konsolidierung und Vollendung der schon geschafft j Siedlungspunkte sein, obwohl dies die erste Gewahr weitet ' erfolgreichen Fortschreitens ist. Zwei Faktoren drängen ' Erweiterung, die uns zur Verfügung stehende Bodu',rr/r', des JNF., sowie «die wachsende- Zahl der Ansierj||Jl;,T->'.' 1 werber. Diese zerfallen in zwei Kategorien. Zunächst w'^u. ' Hunderte von Landarbeitern, bzw. Chaluzim von mchrphn;'... Arbcitsübung und ebensolcher landwirtschaftlicher Vcrbcrrf^, auf ihre Seniiaftmachung. Im letzten Jahre ist ein zweite j Element dazugekommen, Angehörige des Mittelstands : Osteuropa, die (in Vermögen von £ 200.— bi;, Ii AK mitbringen und zur Landwirtschaft streben. Sie koTin?- nach Paläslina in organisierten Gruppen, dic bereits erwerben und seine; Besiedlung eingeleitet haben. Derart;-. Anfänge sind Magdiel und Bnc-Brack im Jarko-Gcblct Nachlath-jakow, sowie Avodath-lsracl am Kiscbon. Dio rrM^ zwei sind von Juden aus Polen begründet, dic früher Kaul» und mittlere Industrielle waren, die icl/iercn von chas-.iili^chm Anhängern des Rabbi von Jabloua. Di*se haben aulicr cV» 26 000 Dunam eigenen Bodens noch 9000 Dunam KKL er halten. Alle diese Siedlungen erwarten Kredithilfe vom K.H So erfreulich diese neue Erscheinung und dieser Dran, zum Lande ist, so dürfen doch die Hindernisse und OeU;,^ nicht verkannt werden — zumeist völlige Unkenntnis tiCI Landwirtschaft bei den Ansiedlern. Mangel der Oeuolinur.- an körperliche Arbeit, in den meisten Fällen auch ungemigerr des Figcukapital. Alle diese Umstände verengen wesentlich die gescianüch» Kredilbasis dieser neuen Kolonisation und »teilen uns vr.i ein äußerst schwieriges Problem der Umbildung dieser Mitirl. stands-Elnunitc zu arbcitsliichtigcn Hauern. Zur Beratung dieser neuen Elemente ist eine Info: mationsstcllc des Departements in Tcl-Awiw, im Anschluß a; dic Versuchsstation geschaffen worden. In ihrer Lcinjn; ist die Hitachduth Haikarim, der KoIonUtcnvcrband, vertrete; Eine Kommission aus Vertretern und Evportcn tlcs IVpr tements, des JNF. und der Antimahria-Antcilung der Kc gierung bereiste im April das neue Gelände des JNF. zwischen dem Nazarcth-Gebirgc und dem Kischon zwecks Auswahl de; neuen Sicdluugspunktc . vom sanitären, baulichen und Und wirtschaftlichen Standpunkt. Ucber dic Verwendung <Ji<^« l ändoreien ist Anfang dieses Jahres eine vorläufige Ver •.l'in.Üi'Ung zwischen dem KI'L und d.Mti IXpar^ircnt zu tir.dgckdllllllLll. Dic Exekutive hat im Prinzip beschlossen, den erste-. Versuch einer intensiven Kleinsiedlung nach den Richtlinie des Herrn Dr. Soskin durch unsere Beteiligung zu ermö;- liehen. Der Versuch soll auf bewässerbarem Boden cb JNF".. in der Nähe von Tcl-Awiw unternommen werden, u. zw mit Ansiedlern, dic wenigstens die Hälfte des erforderlichen Kapitals beibringen (C 2>0-300'. Obwohl der Voranschlag des Kolonisationsdcnartenicnts für das nächstc Jahr von der Exekutive, bzw. dem FWR, zur Vorlage an den Kongreß noch nicht genehmigt ist, so kan: doch schon heute soviel gesagt werden, daß für die doppelt: Aufgabe des Ausbaues des Bestehenden und der Neuköllnsation in einem den angereiften Bedürfnissen adäquaten Umfange Mittel notwendig sind, dic den bisherigen bndwirtschaftlichen Etat wenigstens auf das zweifache überschreiten. M'ir möchten der Hoffnung Ausdruck geben, daß dic Finanz des K. H. es uns ermöglichen werden, dic agrare Basis der jüdischen Siedlung in Palästina absolut und relativ zu stärken und zu erweitern. Dic ländliche jüdische Bevölkerung Ercz-IsracK wird derzeit auf 22000 Seelen oder 18c,b des gesamten Jischuw geschätzt. Diese Proportion mag ein wesentlicher Fortschritt gegenüber dem Gallith sein, sie befriedigt und sichert ur.s nicht in Palästina, namentlich angesichts der verstärkten Yh' städtischer Einwanderer im letzten Jahre. Andererseits wachs' dic Zahl privater AusicdlungsgcscHschaftcn. Von OWOO-l frnam Boden in jüdischem Besitze gehören rund 150 000 Frunar dem JNF., zirka 300000 Dunam der PJCA., 450 000 Duna~. den Kolonien und Privatgesellschaften. Es gilt, den ländlichen Unterbau unseres Sicdlungswcrkcs zu festigen unc zu verbreiten, ohne in dic Fehler früherer Kolonisation?- Perioden zu verfallen und den nationale::, sowie sozialen Charakter unserer Landwirtschaft anzutasten. Die Arbeit in den Kolonien Aus dem Bericht des A r b c i t s ♦ Departements.; Nach einer Unterbrechung von soundso vielen Jährt", begann dic jüdische Arbeit erneut in den Kolonien Fu. /u 'fassen. Nach der Gründung zahlreicher sc!bsiarbeite;tde: Wirtschaften, nach der Eroberung der Wegebauten, der_Fauarbeit, der Betonarbeit, nach dem Eindringen in die Sie:'; induslric, wandte die Arbeiterschaft erneut ihre Energie a^' dic Kolonien, um von neuem zu versuchen, sich diese Po-nri^^ zu erobern, von der schon einmal, vor 20 Jahren, die jüdische Arbeit im Lande ihren Ausgang genommen hat. Im Jahre 5654 geschah ein Anfang,;ndem für provisorische Hilfsleistungen Arbeitergruppen in den Kolonien organisiert wurden. In kurzer Zeit bewies dieser Versuch, ^: diese Arbeit erweitert werden könne, wenn sie sich Bcdürfnisscn des Ortes anpaßte und so organisiert w.nv Im Winter 56S4 gingen ungefähr 500 Arbeiter auf Rech nur.; des- Arbeiterdepartements von der Stadt in dic KoIoükv Der Anfang geschah durch dic Gründung der Chavura:- „Maawar" in Petach Tikwah. Im Jahre 5684 wurde zur Beschäftigung von Arbeiterin den Kolonien im ganzen £E 2,031.133 verausgabt, leerste Voraussetzung für dic Unterbringung jüdischer Arbe;^ in den Kolonien ist die Wohnungsbeschaffung. Aus dc>er: Grunde beschloß das Arbcitsdcpartcmeut zunächst de:: r,o> wendigen Betrag für dic Errichtung der erforderlicher, racken zu bewilligen. In zweiter Linie kam dann dic l*j willigung zur Anschaffung von Vieh und Arbeitsgerät. u"- es den Gruppen und Chavuroth zu ermöglichen, verschiedet Arbeiten als Unternehmer durchzuführen. Dic Arbeiter in den Kolonien sind in vcrschiedi*«*"- Formen und Gruppen organisiert. Eine der neuen clnr^' ristischen Formen ist dic der „Chavurah". D.is der Chavurah läflt sich in wenigen Worten so umsdueiNy' Das Eindringen des neuen Einwanderers in die Arbeit Kolonien direkt nach seiner Ankunft im Lande zu ermöglich" ihn an dic Arbeit im allgemeinen zu gewöhnen und «*■■••; für landwirtschaftliche Arbeit in ihren verschiedenen ^vvc:-<" vorzubereiten. Das Mcnschenmatcrial in diesen druff*"' i wechselt von Zeit zu Zeit. Die Arbeiter müssen mindete-" ein Jahr in der Chavurah arbeiten, dann kommen an i''rj Stelle neue Einwanderer. Die Organisatoren der Chavun'; müssen längere Zeit bleiben, ebenso diejenigen Arbeitt" j die bereits Erfahrungen auf den verschiedenen Arbcit.sf:cfrctr'' besitzen. Dic Existenz der Chavuroth nach einem Jahr fr; weist, daß diese Organir.ationsform unter bestimmten . dhigungen dic Ucbcrnahmc bestimmter größerer Arb-i!; den Kolonien ermöglichen kinn, wie z. B. die Arbeit; Orangen- und »Weingärten.

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