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Jüdische Rundschau · 1925-08-25 · Heft 67 (25.8.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 67 (25.8.1925)
Date
1925-08-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 572 JUEDISCHE RUNDSCHAU korrigieren gesucht. Ich bin überzeugt, daß der Völkerbund durch den jetzt vorgelegten Bericht sich davon werde überzeugen lassen, daß seine Einschätzung unserer Immigration im vorigen Jahre nicht auf genauer Kenntnis der Tatsachen beruht hat. Wir versuchen, mit dem Völkerbunde in direktere Verbindung zu treten, und haben in Genf unter Leitung von Dr. Victor Jacobson ein Büro eingerichtet. Unsere Beziehungen zur Mandata» macht sind, wenn ich einen sehr bescheidenen Ausdruck gebrauchen soll, vollständig normal geblieben. Die Balfour-Dcklaration ist von allen drei möglichen Rcgicrungstypcn in England bestätigt worden. Wir danken den Herren im Middlc East Department des Colonial Office für ihre freundliche und sympathische Behandlung der Probleme unserer Arbeit. Wir bckUgcn den Verlust eines jungen englischen Diplomaten, der ein ernster und inniger Freund unserer Sache war und der vielleicht mehr als irgend jemand anders an der Fassung des Mandates verantwortlich ist, Eric Forbcs-Adam, der einen tragischen Tod gefunden hat. Ohne sich irgendeiner Ucbcrtreibuiig schuldig zu machen, kann man die allgemeine Behauptung aufstellen, daß das Prestige der zionistischen Bewegung in den letzten zwei Jahren sich wesentlich gehoben hat. Viele in der großen politiscnen Welt, die unserer Arbeit in Palästina noch vor drei Jahren als einen romantischen Traum behandelt haben, rechnen damit als mit einer konkreten Tatsache. So ist in einem vor kurzem erschienenen Bericht über die Entwicklung des britischen Handels in der Welt, der von einem von der Regierung eingesetzten Komitee zusammengestellt ist, in sehr günstiger Weise die Entwicklung Palästinas und die Situation des jüdischen Kapitals daselbst Erwähnung getan. Nicht unwesentlich dazu hat auch die Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem beigetragen. Ls ist noch nicht an der Zeit, eine volle Würdigung der Tätigkeit Herbert Samuels zu geben, aber ich bin überzeugt, daß der zukünftige Geschichtsschreiber sagen wird, es ist ein Mann nach Palästina gekommen, der beseelt war von den besten Wünschen, das beste für den Aufbau des nationalen Heims zu tun, das beste nach seiner Art, und der die Möglichkeit gegeben hat, die ersten Grundsteine, die die wichtigsten sind, dieses unseres nationalen Heims zu regeln. Diese ersten Schritte hat Samuel in Würde und in Ehren für ihn und das jüdische nationale Heim getan. Wir sprechen von hier die Hoffnung aus, daß Samuel noch lange der zionistischen Sache weiter dienen wird. Ich hatte Gelegenheit, mit seinem Nachfolger, Lord Plumcr, der auf die glanzvollsten Leistungen zurückblicken kann, über die uns betreffenden Fragen zu sprechen, und habe den Eindruck gewonnen, daß er ein Mann ist, der den Willen der Regierung in einer gradlinigen, ehrlichen und aufrichtigen Weise ausführen wird. Wir wünschen ihm Erfolg in seiner Administration. Zusammen mit Samuel ist auch Sir Gilbert Clayton zurückgetreten, dem wir für sein Wohlwollen unseren Dank aussprechen in der Hoffnung, daß wir ihn in einigen Jahren wieder in Palästina begrüßen werden. Sein Nachfolger, Colonel Symcs, ist einer der fähigsten Administratoren in Palästina, der seine Arbeit in würdiger Weise leisten wird. Niemand kann die bedeutenden. Fortschritte in Palästina überselien. Die jüdische Bevölkerung ist heute fast auf 130000 bis 135 000 Seelen gestiegen. Die offizielle Ziffer für den vorigen Monat gibt sie mit 120 000 an. Die Immigration ist von 600 auf 3000 monatlich angeschwollen. Mit dem Charakter dieser Immigration, der sogenannten vierten AÜjah, werden .».Ich sicherlich noch viele Diskussionen auf dem Kongreß befassen. Dieses Anwachsen der Immigration stellt die Jewish Agency und die Zionistische Organisation vor ungeahnte Probleme. Die Beziehungen zwischen dem jüdischen und dem arabischen Volke haben an Schärfe verloren; damit Will ich nicht day fal&chc Bild geben, daß dieses vielleicht wichtigste Problem unserer politischen Arbeit gelöst ist; im Gcgertcil, die Zelt ist reif, daß sich der Kongreß und die zuständigen Organe ernster als je mit diesem Problem befassen, aber die Tatsache bleibt doch bestehen, daß Palästina heute der ruhigste Teil des ganzen mittleren Orients ist. Der beruhigende Faktor für Palästina ist die von uns geleistete konstruktive Arbeit und wird es in der Zukunft noch mehr sein. Zu einem normalen Verhältnis der beiden Völker sind zwei Dinge notwendig: unser arabischer Nachbar muß überzeugt sein, daß wir es mit dem Aufbau des Landes ernst nehmen, und andererseits auch davon, daß der Geist, in dem wir das Land aufbauen, ein Geist der Freiheit, der Toleranz und Brüderlichkeit ist gegenüber allen Faktoren In Palästina. Auf dem kulturellen Felde, das keine geographischen und keine militärischen Grenzen kennt, haben wir durch Eröffnung der Hebräischen Universität und durch Schaffung der Semitischen Abteilung mehr als früher die Möglichkeit, die Zusammenarbeit zwischen uns und unseren semitischen Verwandten herzustellen. Aufgabe der Agency und der Universität wird es sein, die Ausbildung gerade dieses Gebietes und Zweiges der Universität nach Maßgabe der besten Kräfte zu fördern. Im Namen der ganzen Exekutive möchte ich erklären, daß sie nach wie vor am Plan der Jewish Agency, wie sie vom letzten Kongreß beschlossen wurde, festhält. Diesem Kongressse obliegt es, diese Sache einfür allemal mit Offenheit und Entschiedenheit zu behandeln und sich nicht mehr auf platonische Formeln zu beschränken. Entweder macht er die Jewish Agency, oder er macht sie nicht. Ich für meine Person werde mich auf zweifelhafte Formeln nicht einlassen. In Amerika und in England sind die führenden Körper- «haften der dortigen Judenhcit zum Eintritt in die Agency bereit, und auch in anderen Ländern ist die Möglichkeit der Realisierung vorhanden. Die Grundprinzipien der Agency sind bekannt, aber ich muß wiederholen: Die Agency basiert auf auf dem Mandat sowie auf den Grundprinzipien unserer Arbeit in Palästina, d. i. nationaler Boden, nationale Arbeit, nationale Spradic und Kultur. Die Agency wird sich nicht aus Notabcln zusammensetzen, «ordern aus Vertretern maßgebender Körperschaften im Judentum. Eine Aenderung im Mandat wird nicht vorgenommen werden. Man kann in die Verfassung der Agency auch einen Punkt einfügen, daß diese Verfassung nach drei oder vier Jahren oder nach einem anderen Zeitraum, den der Kongreß beschließen wird, einer Revision unterzogen werden kann. Für alle Einzelheiten ist nicht hier der Platz, sondern in der Kommission. Wesentlich und notwendig ist, daß der Kongreß die Exekutive in den Stand setzt, den Council jn dci nächsten Periode aufzubauen. Unsere Arbeit ist schwer und kompliziert, aber ich muß sagen, daß wir ein Stück vorwärts gegangen sind. Wir haben nach Maßgabe der Kräfte das beste, „unser" bestes getan. Die weitere Entwicklung ist schwer vorauszusagen, da wir von Faktoren abhängen, über die wir keine Kontrolle haben. Unsere Aufgabe ist es, daß wir das Maximum für den Aufbau erzielen. Es ist schwer, die Zukunft vorauszusehen, am schwersten für die, welche glauben, daß sie diese Zukunft vorbereiten. (Lebhafter Beifall.) . Das Wort ergriff sodann Herr Sokolow, der erklärt, nur einen Leitfaden für die Generaldebatte geben zu wollen, soweit sie sich auf die politischen Fragen bezieht. Fs müsse ein Unterschied zwischen Administration und Politik gemacht werden. Die Administration Palästinas und alles, was damit zusammenhängt, mögen diese Fragen noch so wichtig sein, sind nicht Fragen der Politik. Die Politik des jüdischen Nationalheims muß vom Kongreß ausgehen. Die politische Welt hängt mit uns zusammen, und unsere Sache ist von der ganzen politischen Welt abhängig. Interpretationen hängen von Stimmungen und Ucbcrzcugungcn ab. Die öffentliche Meinung ist eine Instanz, mit welcher Regieningen auch in größeren Fragen rechnen, als die unsere es ist. Die Zusammenhänge zwischen der allgemeinen Situation des Zionismus und den praktischen Folgen in Palästina muß jeder denkende Mensch im Auge behalten, um daun, wenn wir auf Krankheitserscheinungen stoßen, die richtige Diagnose stellen zu können, die der Therapie vorausgehen muß. Zur wirklichen Idee der» Völkerbundes und zur Idee des Mandates haben wir eine innerliche Beziehung, die bestimmender Faktor für unsere Politik ist. Wir stehen dem Völkerbunde nicht als Petent gegenüber, sondern wir haben eine Aufgabe des Völkerbundes auszuführen, einen Winkel der Erde so zu sichern, daß er nicht eine Gefahr für den Weltfrieden ist, sondern ein Vorbild und Muster für den Frieden der Welt. Im Wechselspiel der politischen Kräfte stehen uns drei Faktoren gegenüber: der erste, die sogenannte arabische Fragr, dann die religiösen Vorurteile und dritten?» der Antisemitismus. Ich sage die „sogenannte arabische Frage", weil ja die eigentliche arabische Frage gelöst ist, indem den Arabern ein großes Gebiet zugewiesen worden Ist, in dem M*c sich ausleben können. Ls ist eine falsche Auslegung, wenn man von der arabischen Frage im Zusammenhang mit dem Zionismus spricht. Mit der wirklichen arabischen Frage wollen wir ja rechnen. Wir wollen ein freies Arabien, ein fortschrittliches Arabien, und daß das Volk alles nachholt, was es vernachlässigt hat. Das ist im Interesse des erwachenden Orients, im Interesse der Menschheit und in unserem Interesse und ist das Recht des i rabischen Volkes.. Wenn man jedoch von der arabischen Frage spricht, so meint man gewöhnlich dir Schwierigkeiten, denen wir bei unserer Aufbauarbeit begegnen, die Vorurteile, die uns vouseiten der nichtjüdischen Bevölkerung Palästinas entgegenstehen. Es hat sich gegen die Idee der Mandate hauptsächlich im Osfrn, wo Mandate erteilt worden sind, eine Opposition gebildet, die nicht nur vür Palästina, sondern auch für andere Lander gilt. Sie richtet s.;ch gegen das System der Mandate ali» solches. Die Großmächte wollen die ihnen zugewiesenen Mandatsländer in wohlwollender Weise verwalten, bis sie für eine selbständige Existenz reif geworden sind. Die mehr oder weniger turbulenten Sonderunternehmungen mancher Völker des Orients beschleunigen nicht diesen Prozeß. Auch wir teilen die Ansicht dieser Völker über das Endziel dieser Entwicklung -- die freie Selbständigkeit. Als zweite Quelle unserer Schwierigkeiten kommen icli* giösc Vorurteile in Betracht. Man ist unsertwegen unruhig; Palästina wird ja nicht nur In der Theorie, sondern auch In der Praxis als heiliges Land betrachtet. Wir 'kämpfen gegen dieses Vorurteil nicht mit dem alten System der Apologetik, sondern durch Tatsachen. Wir haben die Universität auf dem Skopus nicht eröffnet und die zivilisierte Welt dazu eingeladen, um ihr apologetische Reden zu halten, toiuJcrn weil wir eint Universität brauchen. Es kommen immer mehr Menschen nach Palästina und werden sehen, daß ihre heiligen Orte mit derselben Glorie umgeben sind wie immer, und daß die Juden, die dort als Volk leben, volles Verständnis für diese Gefühle haben. Daß die Besucher in ihre Heimat zurückkehren und diese Aufklärung unter die Völker bringen, das ist unsere Politik. Der dritte Faktor ist der Antisemitismus. Man warf uns stets vor, daß die Antisemiten uns wohl gesinnt sind. Wir haben hier in Wien diese Freundschaft der Antisemiten erlebt. (Heiterkeit.) Der Antisemitismus wendet sich nicht gegen jüdische Eigenschaften, sondern ist gegen die Existenz der Juden gerichtet, am meisten gegen uns, die wir der aktivste Teil des Judentums sind. Das ist eine Tatsache, und wir werden ihr nicht mit Apologetik zu Leibe rücken, sondern nur mit Taten. Das ist unsere Politik, der ich den Namen Kulturpolitik geben möchte, die von Palästina ausgeht und sich über die ganze Welt ausbreitet, in der unser ganzes Volk lebt. Deshalb ist es unsere Aufgabe, von Volk zu Volk zu gehen mit der Botschaft unserer Kulturpolitik. Von dem jüdischen Nationalhcim in Palästina strahlt das Vorbild eines sich durch Selbsthilfe aufraffenden Volkes, das Vorbild eines jüdischen Arbeiters, das Vorbild gegenseitiger Achtung und religiöser Liebe in einem allgemeinen Sinne, wie er für jedes religiöse Bekenntnis gilt. Das ist die Linie unserer Kulturpolitik, die wir einzuhalten gedenken. Schluß der Sitzung 1 Uhr 30. Die Wirtsd\aftsrcfcrate Dritte Sitzung Mittwoch, 19. August, n achmi ttags. Dr. Georg Ha Ipcrn erstattet sein Referat über die wirtschaftlichen Probleme des Palastinaaufbaus. Den Delegierten, führt Dr. Halprrn u. a. aus, seien Thesen über unsere zukünftige Wirischaftsarbeit unterbreitet worden, die er im Auftrage der Exekutive ausgearbeitet hat. Sic enthalten nicht viel anderes, als was die meisten Parteien sagen, aber nicht die Thesen, sondern ihre Auffassung und Auslegung sei wichtig. Für seine jetzigen Ausführungen trage er allein die Verantwortung und nicht die gesamte Exekutive, da er ja nur seine Auffassung über die Thesen wiedergeben wolle. Das wesentlichste ist heute: wir haben eine außerordentlich große Einwanderung und müssen daru Stellung nehmen. Für eine Verkleinerung der Einwanderung ist niemand. Man kann angesichts unserer Mittel heute keine restlose Planwirtschaft treiben. Bei einer Jahreseinwanderung von 30000 Seelen muß ein großer Teil dieser Einwanderung aus eigener Kraft in das Wirtschaftsleben Palästinas sich einfinden. Wir können nur versuchen, in möglichst großem Umfange ein Maximum an Kontrolle zu erreichen. Bank des Aufbaus unseres nationalen Helmes ist die Landwirtschaft. Wir müssen aber anerkennen, daß « neben der Landwirtschaft auch andere Bctäügungsgebietc gibt. Es hat eine Zeit gegeben, da wurde «an verspottet, wenn man das Wort Industrie nur aus<,pr... Es ist nicht so lange her, da hat es ein Lächeln htrvcgerufen, wenn man von „Privatinitiative" sprach. Jetzt - es in Palästina 790 Betriebe, in die 2 Millionen Pj'../ investiert wurden, wovon 20 je 20—50 und 10 über'1 Arbeiter beschäftigen. Eines steht fest: Leute, (j;c Privatkapital ins Land kommen, unterwerfen sich r,; unserer Führung. Wenn die großen Nationen und \V,' ' heute ihre Landwirtscluft auszubauen hätten, hätten T; noch größere Schwierigkeiten aU wir. Dr. Ruppin\..; einen Vorschlag unterbreiten betr. eines billigen und UP.^ fristigen landwirtschaftlichen Kr edites. U.-' man von Krediten spricht, muß alles darauf abzielen, -; unsere Wirtschaft möglichst ertragreich wird. Leichter 7 es, Kredite für die Industrie /u bekommen. Wir w(,. [' die Bildung einer I n d u s t r i e b a n k ans den Mittel-, K. H. vorschlagen, die im Gegensatz zu den Kom\?..!. bankcu langfristige Kredite /u geben haben wiui. j) \ Industriebank soll natürlich nicht mit den Geldern r\' K. H. allein ins Leben gerufen werden. Unsere I'.mkin^. sollen sich daran beteiligen, und auch andere sich' (^ > Institution anschließen. Ich persönlich glaube absolut daß wir in Palästina eine große Industrie schaffen Ui'lv.r ich meine damit eine E x p o r t -1 n d us t r i e. Heute sr-- r zeigt das kleine Palästina mehr industrielle Ansätze;'1" der ganze nahe Orient zusammen. 'f Man wirft mir vor, in bewußtem Gegensatz. /.uc'f Arbeitern zu stehen. Wenn das wahr wäre, würde d für mich das Ende meiner Mitarbeit bedeuten. Aber r'' Zwang, rasch in Palästina die .Majorität zu werden, br;"-F es mit sich, daß wir auf frühere Formeln verzichten mu^-l Wenn wir nicht auf die Majorität verzichten wollen, c^, müssen wir uns den ehernen Gesetzen der Konkurrenz c Weltmarktes fügen. Wir können Leute finden, die v.\ Palästina gehen und trotz des größeren Risikos Unter:» mutigen schaffen, aber wir dürfen es ihnen nicht unuio^' machen, ihre Waren abzusetzen. Ich behaupte, r-. ,1 f Palästina eine Industrie möglich unter solchen Lolmni, X. sie der jüdische Arbeiter braucht. Wenn aber vcrV;- f werden soll, alle Probleme der Arbeit, die es irgendwo irf:; Welt gibt, in Palästina zu lösen, dann übernehmen? eine Aufgabe, die unsere arme kleine Nation in den i|. fangen ihrer Entwicklung nicht erfüllen kann. Nirgend.- f in der Welt stehen die Beziehungen zwischen Arbrhgc':- '= und Arbeitnehmern auf so hohem Niveau wie in Pah«-' Ausgangspunkt jeder Betrachtung ist für mich die F:i;; was ermöglicht eine stärkere Einwanderung. Nichts \~'> mich dazu bringen, dem ökonomischen Prinzip einem ur.s- *' nationalen Prinzipien zu opfern. Unser Schulwerk, d:c; bräische Sprache, die jüdische Arbeit oder der^l. 7.; Dinge sind notwendig: die jüdische Mehrheit und liin: nähme darauf, daß sie sich bald unseicn Idealen nähert. haben der Mandaüwuacht gegenüber die Verpflichtung c. nommen, daß die Menschen, für die wir ökonomisch \ ■ antwortlich sind, vom Lande absorbiert werden. Wir. nicht die anderen, dürfen Tcl-Awiw kritisieren. Kein 0:; darf uns Tcl-Awiw zum Vorwurf machen, denn wir anderen gegenüber ein Recht auf Tel-Awiw. Wir Verlar;' daß keine Maßnahmen, mit welcher Begründung imr| ergriffen werden, um den Eiuwanderungsstrom zu bekehr.t ken. Unsere Aufgabe wird es sein, die Menschen in :jj lästina so zu verankern, daß wir unser Ideal des natior* - Heims der Verwirklichung nahebringen. i Dr. Ruppin bemerkt einleitend, daß er 93, ja vicilc:f sogar 09 <y,j der Ansichten Dr. HaJpcrns teile. Er \* j auf Fortschritte in Palästina hin. Gegen früher nur d Achtel zähle jetzt die jüdische Bevölkerung 135 000 5er'. und machte, ein Sechstel der Bevölkerung aus. Beim vor:; Kongreß waren nur. 500 000 Dunam oder 5 °> der Qcy'. fläche in jüdischem Besitr, und heute haben wir d^ r . peltr. Wir haben aber auch den europäischen ^ir',' of lifo nach Palästina mitvcrpflanzt statt des asiatisch Dies hat eine künstliche Wirtschaft bewirkt. Unsere •{ beit in Palästina wird in sehr hohem Maße erschuf durch die Ausnutzung der billigen Frauen- und Kir'} arbeit in den Nachbarländern. Was wir in Palästina in t Landwirtschaft bisher geleistet haben, bietet noch keine ,Vf liclikeit für eine Masseiiciiiwanderiing. I iiiige. der l gegründeten Kolonien haben in diesem Jahre ihre 4f gaben hereingebracht. In einem oder zwei Jahren v,r. [ sie durch eigene Arbeit ihren ganzen Bedarf decken. .U die landwirtschaftliche Kolonisation ist eine sehr teure?:[ Ich bin stolz auf die freundschaftlichen Gefüh'e de: j.: heiter mir gegenüber, doch habe ich natürlich nichts fr', die Ansiedlung anderer Elemente. Wenn wir eine Mijc ( sein wollen, dürfen wir auch die Rückwanderung : { außer Acht lassen. Wenn wir die Leute nicht? verwurzeln, daß sie eine Existenz hab sind wir keineswegs davor geschützt, sie nicht Palästina wieder verlassen. Wir i. ' auf manchen Gebieten den Zustand erreicht, wo sich P: [ kapital betätigen knnn. Jeder kleine Handwerker um!;■; kleine Industrieunternehmen in Palastina ist uns wilikor;-;. nur die Auswüchse, die daneben bestehen, müssen i bekämpfen. Wir müssen, um Bodenspekulation (. verhindern, ein allgemeines Kontrollorgan für B: i kaufe schaffen, dem alle Zionistcn unterstehen, und dos.:, sorgt, daß keine dieser Bodenkaufsgesellschafteu einen? . ren Privatprofit zieht, als nach den strengsten Grund« '-f angemessen ist. l Der letzte Kongreß hat die Gründung eines K o i c, sationsfonds beschlossen. Es war leider nicht lieh, diesen Beschluß durchzuführen. Ich halte seine Sei.«-; heute für ebenso notwendig wie vor zwei Jahren. 1 unsere Hypothekenbank hat viel zu geringe Was sind 60 000 £ an Hypotheken, wenn in Tc'.-Amonatlich 200 Häuser gebaut werden. Ich bedauere. . der Kongreß für wirtschaftliche Fragen nicht d.r. r Interesse aufbringt. Wir müssen daher neben dem kV\ und dem A.C. ein Organ schaffen, das Einheitlich!«'■•'■) die wirtschaftliche Tätigkeit bringt. Ich schlage daher; daß der Finanz- und Wirtschaftsrat zunächst nach Paü*'- verlegt wird, sich dort durch Aufnahme neugewähltrr 1 glieder ergänze und zu Mitgliedern auch die Direkt-; unserer großen wirtschaftlichen Institutionen zähle. N"-7 kann vermieden werden, daß eine Gesellschaft gegf'; andere arbeitet. ( * Wir sollten vielleicht doch wieder einmal dem üt'-', einet nationalen Anleihe nähertreten. Ich bin mir der S:h > keit vollauf bewußt und sehe die Möglichkeit einer Aninur dann, wenn es uns gelingt, einen 'Garantiefonds : Zinsendienst in den ersten zwanzig Jahren zu schatten, . die Zinsen nicht aus Krediten in Palästina zurückfließen. v\ große jüdische Institutionen, wie Locen, Gemeinden '■, durch zwanzig Jahre 200000 £ für diesen Zinser.dir'' Garantickapital zur Verfügung .stellen, dann sehe idt' gewisse MögUchkcit, eine große nationale An!; von 10 Millionen Pfund durchzusetzen; keine t.. scheinlichkeit, sondern nur eine Möglichkeit. Der Kon^c-.; zur Prüfung dieses Projektes eine Kommission einsetzen,; Dr. Ruppin, der am Schluß seiner Rede erklärte, ^; nunmehr seinen bereits vor zwei Jahren gefaßten und kündigten Plan sich für eine Zeitlang von der K' zurückzuziehen, zur Ausführung zu bringen um sich wissenschaftlichen Arbeiten zu widmen, werc'-' der Linken des Kongresses herzliche Ovationen

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