Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 55 (14.7.1925)
- Date
- 1925-07-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 482 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 55 DcrJü^IschcNaüonaKondsünddicLebensvcrsicbercng Schon in den ersten Jahren der zionistischen Bewegung tauchte die Idee auf, eine eigene jüdische Versicherungsgesellschaft zu gründen. Dies Projekt blieb aber im Stadium der Idee oder doch des ersten Anlaufes stecken. Die Gründe hierfür sind klar. Gegen die seit Jahrzehnten bestehende LebcnsversichcrungsgescUschaftcn mit Ihrer reichen Erfahrung, ihrem ausgebauten Apparat an Organbations- und Akqui. iiionsbeamten, ihrer Kapitalsmacht und vor allem dem Schatze des allmählich bei Publikum und Behörden erworbenen Vertrauens konnte eine neue Gesellschaft nicht leicht aufkommen. Diese Erwägungen drängten der Zionistischen Organisation einen anderen Weg auf. Man mußte suchen, sich an schon bestehende Gesellschaften anzulehnen. Diese zeigten sich denn auch einer solchen Verbindung sehr geneigt, aber das Maß ihrer Gegenleistungen war recht bescheiden. Im Jahre 1911 schloß die Zionistische Weltorganisation, deren Zentrale damals noch in Berlin war, mit der Basier LcbcnsvcrsicheningsgescllschaU einen Vertrag, wonach aus allen durch Juden abgeschlossenen Geschäften der Zionistischen Organisation ein bestimmter Supcrprovisionssatz zuzufließen hatte. Dieser Vertrag stand mehrere Jahre in Kraft. Der Weltkrieg aber und der Umstand, daß die Basler ihre Tätigkeit nur auf wenige Lander beschränkt hielt, führte dazu, daß die Ergebnisse fur die Zionistische Organisation gering blieben. Nun hatte das Hauptbüro des Kcteu Kajcmeth Icjisracl (Jüdischer Nationalfonds) in Jerusalem einvernchmlich mit dem Finanz- und Wirtschaftsrat in London die alte Idee wieder aufgenommen. Nach Verhandlungen mit verschiedenen Instituten gelang es endlich, mit der „LebensVersicherungsgesellschaft Phönix in Wien", welche besonders seit Friedensschluß einen starken Aufschwung genommen hat, einen Rahmenvertrag abzuschließen. Dieser Vertrag beansprucht für alle Länder Giltigkcit, in denen der Phönix schon heute arbeitet, also für Oesterreich, Süddcutschland, Belgien, Holland, Frankreich, Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, Jugoslavien, Ncu-Italicn, Ncu-Rumänicn, Bulgarien, Türkei, Griechenland, Aegypten und Palästina, sowie für alle Länder wo er seine Arbeit in nächster Zeit neu aufnimmt 'Der Vertrag, welcher die Zionistische Organisation und insbesondere den Jüdischen Nationalfonds zur Propagierung des Versichcrungsgcdankcns in zionistischen und anderen jüdischen Kreisen verpflichtet, geht, was die Gegenleistungen des Phönix anlangt, weit über das bisher von Versicherungsgsellschaften Angebotene oder Gewährte hinaus. Zunächst werden den Versicherungsnehmern alle Vorteile garantiert, welche irgend eine solide Konkurrenzgesellschaft jetzt oder später zu bieten geneigt ist. Dabei sind die Ansprüche der versicherten dadurch völlig verbürgt, daß bei Liquidicrungsstrcitigkeitcn der Schiedsspruch des Nationalfonds-Hauptbüros die Entscheidung trifft. Dem Jüdischen Nationalfonds selbst ist der Bezug seiner Supcrprovision in beträchtlichen Mindestsummen garantiert. Ferner sichert der Phönix für Palästina und für alle Länder, in welchen dies gesetzlich möglich ist, zu, daß die Prämienreserven in palästinensischen Werten, besonders als Hypothekarkredit gegen Uebcrnahmc von Pfandbriefen, Anlage finden. Dem Nationalfonds ist dabei das Kündigungsrecht gewahrt, wenn diese Palästina-Anlagen nicht eine bestimmte, von Jahr zu Jahr steigende Höhe erreichen. Dem Jüdisclncn Naiionalfonds wird weiter zugesichert, daß auf Grund der von ihm zu erstattenden Pcrsoncnvorschlägc in allen Ländern eigene Versichcrungsabteilungen durch den Phönix aufgebaut werden. Diese „Versieherungsabteilungen des Jüdischen Nationalfonds" mit ihrem Apparat von Organisations- und Akquisitionsbcamten sollen den Grundstock für die künftige, weltumspannende jüdische Lebcnsvcrsicherungsgcsellschaff bilden, welche ab Gründung der zionistischen Organisation seit jeher in Aussicht genommen war. Der Phönix verpflichtet sich schon heute, die Rückversicherung jener Gesellschaft zu übernehmen. Das Nationalfonds-Hauptbüro geht nun daran, diesen Rahmenvertrag in allen Ländern ins Leben einzuführen. Es wurden bereits eigene Vcrsichcrungsabtcilungen in der Tschechoslowakei und in Oesterreich eingerichtet, welche Abschlüsse von mehreren hunderttausend Pfund 'Berliner Kalender BCrei Berliner Zioniatieob« Vereinigung, Berlin W 1&, VelnekeatraJa 10 Telephon» Biamarok 71fi5-T0 r©.teeheeVkont« So. 1ÄX» Berlin KW 1 Kaeienvarwfcltnmr «ler U. 35. V. Grappe Nordwaat dar B. Z. V. Jaden Mittwoch abond. in der Konditorei Lochau, AHonaer StraB« 34 GemttUlcbee Baiaaaunanaala Für •rirtmalis« Beiucher iet der Tiarh beim Kellner an erfreuen Grapp« Oat dar B. Z. V. Jaden Mittwoch ebenda 8 Uhr GemQUlchea Balaauunanaaln _in der Brauerei Kri«viriob«biiln <1Apn) Am Friedrifhahaln__ Sekretariat dee Zelra Ml.rachl in DeoUchlead. Sprechstunden täglich Ton 7-10 Chr nhenda Im Mlarachl-Zentralbaro, _ MonMjnopUtz 1 MIarach! Jagend gemela »ehalt. Jedon Sonnabend nachm. 5 Chr bei Herrn tUbU Harry Levy. Elb»rleider Str. 21 scm« ^mr* vis rwn (Itlr Jnntren nnd Mhdfhen) Versicherungssumme erzielten. Nun soll auch Deutschland nachfolgen. In Bavcrn, Württemberg, Baden und Hessen arbeitet der Phönix schon seit Kt Jahren, und er hat es verstanden, sich hier einen großen, stetig wachsenden Knndenslock zu sichern; kürzlich hat die Direktion des Phönix für das Deutsche Reich (München, Oisclastraßc 21) ihre Tätigkeit auf das Saar^ebict ausgedehnt, und sie bemüht sich, nun auch Norddcutschland in ihren Wirkungsbereich einzubezichen. Die Errichtung einer Versicherungsabtcilungdcs Jüdischen Nationalfonds, welche ihren Sitz vorlaufig in München nehmen dürfte, steht unmittelbar bevor. Ein neuer Presse-Prozeß Naumann—Förder Dr. Max Naumann hat gegen den Syndikus des Central-Vereins, Rechtsanwalt Dr. F ö r d c r, in Rrcslau, und zugleich gegen den früheren Redakteur der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland", Dr. Joachim Prinz, einen neuen Prozeß angestrengt. Das Amtsgericht Charlottcnburg hat bereits Termin anberaumt, und zwar auf den 8. September d. J. Dr. Naumann fühlt sich durch den Inhalt zweier Artikel, die in der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland" erschienen sind, und zwar durch den Inhalt des Artikels in Nr. 6: „Die Liga der Anständigen" und durch den Inhalt eines weiteren Artikels in Nr. 0 derselben Zeitung: „Wahlrcminiszenzen". beleidigt. — Die Vertretung de« beklagten Redakteurs Dr. Prinz haben die Rechtsanwälte Dr. Klee und Dr. Gronemann übernommen. Sieberle Wrltkonterrnz der Poale Zlon Am 5. August wird in Wien die VII. Wcltkonferenz des alhveltlichen jüdischen, sozialistischen Arbeiterverbandes Poale Zion eröffnet. In dieser Wcltkonferenz, die voraussichtlich zehn Tage dauern wird, werden die schwebenden Streitfragen zur Entscheidung kommen, insbesondere die Frage der Stellung der palästinensischen Arhduth Awoda zur Gesamtpartei. Die Delegation der palästinenrischen Partei zur Wcltkonferenz besteht aus Ben Gurion, Ren Zwi, Tabcnkin, Rrme-.s, Rogdauowski. Marzfeld u. a. In Czernowitz fand am 27. und 2S. Juni die Parteeibcratung der Poale- Zion-Partei Rumäniens statt. Die Stellungnahme der polnischen Poale-Zton-Partei erfolgt auf ihrem Parteitage Ende der dritten Juüwoche. Die Parteien in Amerika entsenden zwei direkte Vertreter. Im Zusammenhang mit der Poale- Zion-Konfercnz organisiert die Wiener Poale-Zion-Partci eine Ausstellung der jüdischen sozialistischen Presse wie auch des jüdischen sozialistischen Ruches. Der Reich sbu nd jüdischer Frontsoldaten. Berlin, Nord, veranstaltet am Donnerstag, den 16. Juli 1025, im Saalbau Friedrichshain ein Sommcrfcst zu Gunsten erwerbsloser und kriegsheschädigter Kamenden. Gartcnkonzert, Prcisschießcn, Auftreten der Triumphsäugrr. Gr. Fackelzug der Kinder, Auftreten dos Turnvereins Rar-Kochba u. a. seien aus dem reichlichen Programm erwähnt. Preisaasschreib« Von den eingegangenen zwanzig Arbeiten entsprach keine den Anforderungen des Preisausschreibens. Es wurde daher von der Verteilung eines Preises im Sinne des Preisaus. Schreibens abgeschert. Ewigen Arbeiten, die über das Niveau der übrigen hinausragten, ist ein Anerkennungspreis zucrteilt, um die Autoren zu weiterer Arbeit zu ermutigen, und zwar: „Wurzel und Krone" Kennwort: „Höre Israel" M. 200.--, „Was Tamid erlebte" Kennwort: „Ein Gotteslicht ist die Mcnschenscclc" M. 200.—, „Die Uhr" Kennwort: „Franken" M. 150.—, „Hermann Goldstein" Kennwort: „Optimismus" M. 50.—. Der Ausschuß erachtete sich, da'von der Verteilung eines eigentlichen Preises abgesehen worder. ist, nicht für befugt die eingesandten Umschläge zu öffnen und die Namen der Einsender festzustellen. Die Autoren werden daher gebeten, sich bei dem Büro der Groß- Iogc, Berlin W62, Klei ststraße 12 zu melden. Die übrigen Arbeiten stehen den Einsendern auf Verlangen zur Verfügung. Jugendschriftenkommission der Großloge für Deutschland VIH Unabhängiger Orden Bne Briß E.V. Wir werden um Aufnahme folgender Zeilen ersucht In letzter Zeit häufen sich die Falle, daß Palästinareisende aus Deutschland und auch Polen zu uns kommen um sich hier das palästinensische Visum oder Geld tu: ihre Reise zu verschaffen. Das Palästina-Amt München weist mit Nachdruck darau" hin, daß solche Durchreisende, mit Ausnahme von Personen, die in Bayern und Württemberg ansässig sied, keine Aussicht haben, hier ein Visum oder Gcldunterstützun^ zu erhalten und dadurch in eine verzweifelte Lage geraten da sie hier nicht bleiben können und Mittel zur Rück- oder Weiterbeförderung uns nicht zur Verfügung stehen. Alle Organisationen, Vertrauensmänner, insbesondere die Presse wird gebeten, Palästina-Reisende in diesem Sinne zw informieren. Palästina-Amt, Zweigstelle München. Paul Grünbaum. Berlin. Es wird hierdurch nochmals auf den Stammtisch der Gruppe Nordwest der B. Z. V. aufmerksam gemacht, der jeden Mittwoch Abend in der Konditorei Lochau, Allonaer Str. 3i (nicht, wie bisher veröffentlicht, im Charlottcnhof) stattfindet. Für erstmalige Besucher ist der Tisch beim Kellner zu erfragen. Zcntralwohlfahrtsstcllc der deutschen Juden. Am Montag, den 5. Ulli 1025, fand in Bremen die Einweihung eines jüdischen Altersheimes statt. Sport Das am 8. Juli in Warschau abgehaltene Fußballwcttspiel des Wiener Sportklubs „Hakoah". des Meisters von Oesterreich, gegen die gleichfalls in Polen weilende ungarische Meistermannschaft M.T.K, endete mit dem sicheren Sieg der jüdischen Elf. „Hakoah" gewann 4 : 0 (Halbzeit 2:0). Paiasiina-epundiands aseran itteiD l't Berlin W 15, Meinckcstraßc 10. Bankkonto: DarmstÄdter und Nationalbank, Depo».-Ka«*e 59, Kurfürstendamm 62. P.iMcrheckkonto: Berlin Nr. 10t 051. Kercn üalonioliiLejisposi / Jütf. r^iGiisüeüüs 1.1 Berlin W 15, Meinekestr. 10 / Postscheckkonto: Berlin 2824T r Nach Beendigung meiner Tätigkeit ah lang|Ährtter A^Utent auf der chininrischen Abteilung des Kr»nkenh»me» der lfldi»cben Gemeinde Berlin (Geh. Prof. Dr. Karew.lcy und Prof. TV Rn«enMeln) habe ich mloh alt Fochnrri fUr Chirurgie» nicderstUMtn. Dr. med. Ge.org Moacryix, Facharit ttr Chirurgie | Monbi)onpUtx 10. II.. Fernspr. Norden 10834 'l__Sprechstunde 4-6 nachm. > Norh langjähriger chlrargUfh-ggnäkolcigitrfxer Aulttcnttnttil an dtr Unh.-Fraaenklinlk drr Charit* (Dir. Ceh.-R. Frans) und am Krankenhaat am Urban Berlin (Dir. Ceh.-R. K6r1s\ in d*n Ittsien Jahrrn als Obtrvrrt daselbst, habt iA midi alt Facharzt für Chirurgie und Frauenkrankheiten niedergelasien. Dr. Georg Cohn. Bxrlin VT 30. Afcoe VfinterfMslr. t. I (am Vinlerftidplats) Firnraf, Stephan 210. — Sprtehttand«: 12-1 und 4-6 Uhr. Geschäftsbeteiligung "»Ird einem ßnndeibrader.mngl.Keufaiann.DHterntenbobr. £nd «onaiigrtnKpriahknntHnUien »n Hn»>r «<•!*.'J Jahren In p-onitenMnopel beatehen'fon «rat etneeftihrten Vertreterv*1".* &*boton« Ai* Tätigkeit *uf PaHUtin» nn<i dlo * af-hberl&nder aoadohnen ■will. Niederiaaanne; In Pal JUtin»;at abenKWHrh»* beftbeicbMg«. Ante G«\»ohJlframoe;llnhx*Uf<n und V««rlretpnir«n vorhanden. Ka wird nur auf »fhtU, enerjrlaeha Kreit mit etwa« Kapital reflektiert, 'celdnngen an daa Büro dea K. J. V., Borlin W Bö Kurfürateh»traBe U0. FESTDICHTUNGEN Tonnte / TafclUcder / Vorträge Fe*izeitun2en / Aufführungen. A k t u e:l! Iodividuelll E.Sandak,Berlin-Charloüenbarg4 UaitzmraHde Ü0. Telephon: Stainplftts 8318. HeDrsiscüe-ieoios'se Grappcn-Einxclunicmcht Gruppenunterricht monail. M. 10.- AliGe JsoQlsloeujonson Berlln-SchCncbcrjj, Kcrancr Strafe 11 (Am DnycrUcben Platz) Telefon: Stephan 902. DokSor-Examens -Arbeiten Maschinendiktat / Abschriften / Uobersotzungön Vervielfilltijmngcn iedor Art. Unterricbt Stenographie und Schreibmaschino. Frau Cl. Wöllstein, Charlottcnbnrcr, Kantutr. 138 (1 Minuto von Bhf. Savi^nyplatz) Anmeldao^: S—1; 8—6 TcLi StoinpL 1314« STTEI^ILUN© anobt aalbatÄndisor Kftnfmana (ab»olriertor Juriat) m. Bfiroarbe'.t vertraut bei be«cheid«nen Anipmoheo. N&hore Anaknnft erteilt ObcrretfleruBiiirai flo»lnr. Rcrlin, Henkrstra^e 90. lob auebe banpt- und nobenborutlioho Miiarbeiier fflr all« YeraicbertiDirar.weice rorod höbe Vcrgütan(r. Dämon und liorren mit gnt.on Beziehungen, die in der Lage eisd. necb erfolgter EUiarbeitnnfr aelbaUndig Oaacbhfto in Yermitteln, bieten aiob gut« Vardlooetmögliohkelten. ToraUIloagt Kach telepb. Vereinbarung, Norden 1388 PMlipp SrüsSaum Berlin N 4, InvAl(dentira$e UX ücrasciie Leiirerin Mta rtvHntln«. mit gutMdentarhen, rolnlurlien rn't rno»i»rlicn Konntni««nn, dir «ich h'er rtim HtmHnra a«fhalts auch» Rehmer, aneh Klndor- Anaknnft erteilt: Bet»jr Frankenstela. Berlin W 1R. 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