Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Köhln'uiiglaube und Materialismus. Z7 gerichtet, indem sie mit denkgewandter, scharfer Dialektik die Widersprüche nackweist, in welche jenes System mit sich selbst gerät!), und zeigt. w<e beide, der krasse Aberglaube und der krasse Unglaube, in ihrer grobsinnlichen Weltanschauung zusammentreffen. — Indem jener verderblichen Richtung, welche Gott, Seele, Unsterblichkeit und sittliche Freiheit, bisher die höchsten Güter der Menschheit, als Phantome behandelt und lüugnet, nur zu viele auch von den Unsrigen folgen, die noch dem Namen nach Israeliten sind, so müssen wir die geistigen Waffen willkommen heißen wclcbe ein widersinniges, jedoch der Sinnlichkeit schmeichelndes System bekämpfen helfen, von dem wir sagen möchten, daß es den Menschengeist potenziren will, indem es ihm seine Wurzel auszieht! —In dem positiven Theile weist der Vf. mit siegender Gewißheit die Idee der Unendlichkeit, wofür in der äußeren Anschauungswelt, auf welche jene Schule Alles reducirt. der Begriff mangelt, als die innere Anschauung unserer selbst und unseres geistigen Wesens nach, „in welcher der Mensch sich erkennen müsse als endlich in der unendlichen, und als unendlich in der endlichen Welt" — wodurch sich ihm die Schranke, zum Bewußtsein seiner Schwäche und Demuth, das Schrankenlose, zum Bewußtsein seiner Stärke und erhabenen Bestimmung offenbart. — Daß der gottgläubige Vf. die Gegner aus der Wahrheit des M e n sch e n ge ist e S und nicht ebenso und noch weit schlagender aus der nothwendigen Wahrheit des Gottesgeistes widerlegt hat, blieb uns auffallend. Jener Unsinn der „hoben Schöpfergedanken der Materie" mußte a<Z üb» Lunium geführt werden. Sowie die Hoheit des Menschengeistes aus dem Selbstbewußtsein nachgewiesen wurde, so mußte dieses Selbstbewußtsein dem Schöpfer, dem Denker jener Gedanken vindicirt werden, in dessen „Jchheit" die unsere wurzelt und gipfelt, weßhalb die Gotteslehre am Sinai so bedeutungsvoll mit „4noLl,i« ich Vitt, anhebt. — Sonst hat der Vf. sich mit Recht jedem Anschein specifischer Theologie fern gehalten, um den Gegnern keine Blöße zum Angriff darzubieten. Um so mehr mußte es uns Wunder nehmen, daß auf der letzten Seite doch „christliche" Liebe, „christliche" Gleichheit, „christliche" Höhe statt den Universalismus der Religion wieder den Particularismus der Conftssion anklingen lassen. - Doch Das ist einmal so bei Christen isHon de pürier, die sie sich schwer abgewöhnen! Wir reichen nichtsdestoweniger dem geschätzten Verfasser, als einem eben so geistesklaren wie gottinnigen Manne, die Bruderhand, zu, wenn auch nicht „christlicher." doch deßhalb nicht weniger aufrichtiger Liebe. F. <A.