Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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über das Rekiqionsbuch v. vr. Auerbach. 35 bewahre uns! — Nein, mein irregehender Herr College! Die Wahrheit nie verbergen, Lüge nie aussprechen, komme was da wolle, das verlangt die heilige Moseslehre — Schmach Jedem, der anders lehrt' Schade die Wahrheit scheinbar, ihr. wirklicher Erfolg ist immer Heil: nütze die Lüge scheinbar, ihr Enderfolg ist immer Verderben. — Wo. fragen wir, in dem ganzen Compler der mosaischen Gesetze, ist Nothlüge erlaubt, ja anempfohlen? wo? fkllN „der Sache der Lüge sollst du ferne bleiben" heißt es. Mj?>2 ^V. unbedingt! —Wo, in dem großen und weiten Umfange der Sprüche Salomo's, wo ist ein einziger Satz, der die Nothlüge gestattete, ja zur Pflicht machte? wo? — keiner ist zu finden, während sie alle der Lüge und der Heuchelei und der niederträchtigen Wortverdrehung scharf zu Leibe gehen!-- Beispiele führt Herr A. an? historische Beispiele aus der Schrift? — beweisen nichts! — Denn selbst abgesehen davon, daß die wenigsten zutreffen — denn wir können weder die Brüder Joseph's in den innigen Worten, die sie im Namen ihres verstorbeneu Vaters (Genes. 50, 16) jenem hinterbringen, noch David (I. Sam. 21, 14) wenn er sich für wahnsinnig stellt, noch Moses wenn er sagt wir wollen Gott in der Wüste dienen, für Nothlügner erklären — so müssen wir weit davon enfernt sein, die Frommen der Schrift für tadellose Wesen zu halten; sie sind keine Engel, sie sind Menschen — und unbedingtes Vorbild des Israeliten ist kein Mensch, wer er auch gewesen sei, . sondern Gott , der Allheilige alleil». ys)INN 121- Deßhalb wenn uns die Gestattung, ja die Verpflichtung zur Nothlüge aus Beispielen der Schrift erwiesen werden sott, so wird hierin kein Theologe einen bindenden Beweis finden, denn jene Frommen können auch gefehlt haben; sowie auch gewiß Niemand von uns das Beispiel Abraham's, in Verläugnung Sara's als seines Weibes, für ein Muster zur Nachahmung aufstellen wird, obgleich sie immer feine Halbschwester war. — Durch das von A. angeführte Beispiel 1. Sam. 16,2. wird sogar — welche Blasphemie! - Gott die Anempfehlung der Nothlüge angedichtet, während in der betr. Stelle, wie überhaupt nahezu bei 'allen angeführten Beispielen, von einer Lüge, von einem tatsächlichen Verlä'ugnen der Wahrheit gar nicht die Rede ist. Auch der Talmud, Herrn Auerbachs Gewährsmann, sagt in der angeführten Stelle (Jebamoth 65) nicht wie Hr. Auerbach, der sich in die Nothlüge verbissen hat, 1N1V „es ist erlaubt zu lügen," sondern 01^71 1212 NNV^? 1N1Q „um des Friedens willen sei ine Äcnderung^des MoyauSYrucks Mattet," was yanz an^rS