Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Dir Leiden dtS Dr. Zunz. wn Gütern der Juden geraubt worden, ohne Verzug in die Hände des kaiserlichen FkSeals abzuliefern. Die Verfolgungen der Juden zu Mainz, am ganzen Rhein und in einem großen Theile Deutschlands wülheten fort nnd waren besonders im Jahre 1285 sehr schrecklich. Rudolph suchte sie auf keine Weise M hemmen. Dieses Perfahren des Kaisers, dessen Vorgänger immer die Beschützer der Juden gewesen waren, mufite ihmn natürlich den vaterländischen Boden verhaßt machen. Wirklich entflvb eine Menge derselben heimlich nach dein Orient mit Frau und Kindern, und mit Allem, was sie von ihrem Ver' Mögen fortschaffen konnten. An der Spitze derselben befand sich der berühmte Rabbiner Meir von Rothenburg. Dieser große Mann kam bis nach Tyrol, wo der Bischof ron Basel, der von Rom zurückkam, ebenfalls war. Ein Getaufter. Namens Kemvfe, der unfern Rabbiner kannte, begleitete den Bischof. Cr zeigte es demselben an und dieser bewirkte, daß Mainhard von Görtz, Graf von Tyrol, ihn gefangen nehmen ließ und sodann dem Kaiser Rudolph auslieferte. Dies geschah den 4. Tamus S046 (28. Juni 1286). Den 23. September desselben Jahres befahl Kaiser Rudolph, auf Klage des Mainzer Erzbischofs Heinrich, die dieser wegen der Flucht der Juden an ihn gerichtet Halle, dem Judenbischof Moses zu Mainz und Den vier dortigen Vorstehern: Joel, Joseph genannt Haller, Abraham genannt Witze, Coppel und sämmtlichen Mainjer Juden, die er seine Kammerknechte nannte, auf einen bestimmten TaZ vor ihm zu erscheinen, um auf diese von dem Sevachttn Erzbischof HorgeHrachtt Klage zu antworten. Sie erschie- und der Kaiser Rudolph erließ am 6. Dezember 1286 den Befthl an die Stadr Mainz, dahin zu wirken, daß alles bewegliche und unbewegliche Eigenthum der über das Meer entflohene« Jude», welches sie in den Städten Mainz. Worms, Speyer. Ossenbach und in der Wetterau zurückgelassen, an den Erzbischof?vn Mainz Heinrich II. und den Grafen Eberhard von Katzenellen bogen ausgeliefert werde, weil alle und jede Juden als Knechte seiner Kammer mit Person und Eigenthum ihm angehörten und jenen Fürsten von ihm und dem Reiche zu Lehen gegeben worden feien. Gleiche kaiserliche Befehle ergingen am nämlichen Tage an dte Städte Worms, Speyer, Oppenheim und selbst an W gefammke Juvenschaft allda. Der Rath und die Bürgerschaft W Mainz fügten sich diesem kaiserlichen Mandate nicht; sie WM nichts verabfolgen, sondern — behielten alles für sich. Der