Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nordamerikanische Zustände. 11 entehrende fanatische und grundsatzlose Geschrei nach Trennung, sonst haben wir hinreichenden Grund, den Himmel zu preisen, daß wir sitzen „ein Jever unter seinem Weinstock und ein Zeder unter seinem Feigenbaum, und daß Niemand ist, der uns erschrecke." „Keiner von unsern Brüdern hier hat im verflossenen Jahre nach Ehrenstetten im öffentlichen Dienste gestrebt. Mehrere sind zu Stellen von Auszeichnung gewählt oder ernannt worden, aber nicht genug, um die Behauptung zu rechtfertigen, daß wir eine hervorragende Stellung in dem gemeinen Wesen einnehmen, obgleich wir nicht wenige ausgezeichnete Politiker, Rechtsgelchrte, Redner und Schriftsteller unter uns haben. Unter allen in diesem Jahre zu hohen Aemtern Ernannten ist kein Jude; wir beklagen uns deßhalb nicht, wir erwähnen es bloß als eine Thatsache und als einen Beweis unserer Behauptung. In Handelsangelegenheiten jedoch, wie in allen übrigen geselligen Verhältnissen nehmen unsere Brüder allenthalben eine hervorragende Stellung ein." Der Verfasser erwähnt nun die religiösen Fortschritte, welche im abgelaufenen Jahre die Israeliten in der Türkei, in Frankreich, in Italien und in Deutschtand gemacht haben, während in England, sowie in Holland und Belgien auf religiösem Gebiete kein Fortschreiten zu bemerken ist, sondern Alles in statu ^uo bleibt. Dann wendet er sich wieder zu Amerika und fährt also fort: „Der Fortschritt des Judenthums und der wahre Geist der Reform, so wie eine allgemeine Anhänglichkeit an die Synagoge zeigte sich während des letzten Jahres in diesem Lande mächtiger als irgendwo sonst. Die Gesellschaft zur Verbesserung der Lage her Juden, d. h. sie zu taufen, so wie ihr Organ, das ,,^ö>visk öln-omolL", sind nicht mehr; wir haben sie todtgeschtagen. Die Lehren des Judenthums werden immer mehr von christlichen Sekten angenommen. Neue Gemeinden bildeten sich in Cincinnati, in Washington, Krokuk, San-Francisco, Adrian, Plaquemine, Milwaukee, Sonora, Fremont, San Antonio (in Teras), St. Paul und Columbus. Neue Schulen wurden eröffnet, zwei in Baltimore, eine in Nochefter. und eine in Cincinnati. Neue Synagogen wurden erbaut in St. Louis, Rochester, Wilkesbarre, Eleveland, Honisvale, Milwaukee, und eine in Neuyork, Verschiedene Wohlthätigkeits-Gesellschaften wurden gegründet, sowohl von Damen als von Herren, ebenso literarische Klubs und Verbindungen, welche zu zahlreich sind, um einzeln aufgezählt zn werden; aber die vorzüglichste unter allen, das Wittwen- und Waisenhaus in NeuorleanS, welches während des letzten Jahres vollendet und eingeweiht wurde, verdient eine besondere Erwähnung.