Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Rückblick auf daö Jahr 1356. 3 abschließendste Volk verschrieen, ist jetzt gerade Das unsere Aufgabe, die Mauern der Ausschließung überall zu durchbrechen und die Alleinberechtigung irgend welcher Religion durch unser Dasein zu überwinden. — Als ein großer, unberechenbarer Vortheil ist eS ferner zu begrüßen, daß durch den orientalischen Krieg, der überhaupt neue Völkerschaften in den Horizont unserer weltbürgerlichen Theilnahme gezogen hat, unS namentlich Palästina, das Stammland unserer verstorbenen Ahnen und unserer ewiglebendigen GotteSlehre, in Geist und Gemüth näher gebracht wurde. In früheren Jahren — die Zeit liegt Gottlob wie die Tage des flachen Nationalismus überhaupt so ziemlich Himer uns — galt die Sympathie für das heilige Land und die heilige Stadt unter den gebildeten Juden als eil? Zeichen reactioiuirer Gesinnung, als Mangel an Freisinnigkeit und Aufklärung. Es ist auch hier zu Gunsten eines innigeren religiösen Lebens ein erfreulicher Umschwung eingetreten, und um die Gaben der Bruderliebe, welche für die leibliche und geistige Armuth unserer Brüser im Morgenlande gespendet werden, wird nicht mehr knickerig gemäkelt und gefeilscht. Daö jüdische Her; ist in Wahrheit groß genug, um der Richtung einer allgemeinen Menschenliebe und der Geneigtheit zu den Glaubens- und Stammesbrüdern hin, volle Rechnung zu tragen. Es sind daher im vergangenen Jahre, zur Linderung der erwähnten doppelten Noth, zahlreiche Summen, theils in sofort zu verwendenden Gaben, thetlS in bedeutenden Stiftungen, dahin gewandert, und sie werden nicht leer zu uns zurückkehren, sondern vollbringen wozu ihre edlen Stifter sie gespendet, und was der allweise Lenker mit ihnen vor hat. Zwei rühmlichst bekannte Männer, Albert Cohn aus Paris und L. A. Frank l aus Wien haben ihre heilige Mission, im Morgenlande für die Dahinverpftanzung abendländischer Bildung Schulen zu gründen und zu erhalten, glücklich vollzogen, und Gott wird daö Feld, die Aussaat und die Säemänner mit gleichem Segen krönen. Das HauS Rothschild hat in Jerusalem ein Spital für jüdische Kranke und Schwache gegründet und dotirt, welches höchst wohlthuend wirkt, und bei den stets rührigen Bestrebungen der christlichen Missionare ein besonderes Bedürfniß war. Bei 1^