Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Rückblick auf das Jahr!S56. Geistes gehüllt, der Europa bedroht. Es ist unterlegen. Der Hmder Welten hielt unseren Wettthetl noch nicht für so reif oder faul, um von den -Platschen Horden verschlungen zu werden. Im Äegentheile! aufklärende Lichtstreifen Europäischer Civilisa-!ion sielen zurück auf die Morgenlande, welche die Sonne der Bildung, gen Westen schreitend, verlassen hatte. Selbst in Ruß, lands mitternächtlichem Gebiete scheint es Heller werden zu wollen: und einzelne Nachrichten über mildere Behandlung unserer Vrüver daselbst erscheinen auch dort als Vorboten einer bessere» Zei!. Die Lockerung und Lösung der „heiligen Allianz/' welche die nordische TriaS in ihrer unhaltbaren Einheit erwieö, kann nach ihren Resultaten im Großen für die Schicksale des Häufleins „Israel," die uns hier vorwaltend beschäftigen, nur von gmem Erfolge sein. Wo das Starre sich löset und der belebende Geist sich wirksam zeigt, da kann für die vom winterlichen Hauche am Schmerzlichsten Berührten nur neue Frühlingshoffnung winken. Der gefürchtete „AuU-Aepnon," der Neke deS Nordens, hat viel von seiner Schrecklichkcit verloren; der Menschenfreund, und mit seinen Hoffnungen gehen die des Inden Hand in Hand, kann sich übe»: die Lösung und Neubildung der Allianzen nur neuen; der mildere Südwest und der rauhe Nordost gleichen sich aus; nnd wenn dieser auch jenem Manches von seinem reacnonären Wesen mittheilen will, so hoffen wir doch, daß jener, nachdem er materiell jenes Vorurtheil siegreich bekämpft hat. daß der geistig stärkere Theil der Menschheit der körperlich schwächere sein müsse, anch auf ethisch religiösem Gebiete die Vorurthetle überwinden, nnd Israel, der Menschheit schwächsten Theil, allüberall erlösen werde durch den befreienden Geist, der von Westen her über die Erde wehet.— Die Brüder im Orient haben diesem Geiste zunächst ihre Befreiung aus Jahrhunderte langem Drucke zu verdanken. Der Jude ist überall der indifferenzirende Punkt; wo ihm Freiheit, Nechl, Zutritt, freundliche Aufnahme geboten wird, da sind diese dem Menschen geboten. Das ist in socialer Beziehung unsere Welrmission; was wir erstreben, das wollen wir nicht für uns als Juden, sondern für uns als Menschen. Früher als das