Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 24 (1938)
- Issue
- 10 (11.3.1938)
- Date
- 1938-03-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Novtawvö vyplatnö povolenö riadit po«t a telegrafov w» »ta AI R*9_TTV-4A V.b.b. rnnwusi gVOM ORGAN FÜR PiE INTERESSEN D ES O R 1־ H O D|Q!X E Ni {JUDENTUMS; Postsparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 193.316, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VIH, 4117, Berlin Nr. 122.619; für ״Jüdische Presse“, Bratislava: Prag Nr. 53.386. _: Wien, H., Malzgasse 12 a, Telephon Nr. A-46-0-15; Tschecho- 8 16, Slowakei: Bratislava, Republikplatz Nr. 37, Postnar 150, das 6 fach 381 I!erscheint jeden Freitag ן Redaktions- Schluß: Mittwoch Mittag Zahlungen für Ganzjühi rakei I« Jugoslawien Dl• nanu Schvv. Fr. 14, Einzelöst. Gr. 40. Presse“, Wien, auf folgende 24. Jahrgang Wien-Bratislava, 11. Mir* 1938 תרחו£ ח׳ ואדר Nummer 10 Volksabstimmung in Oesterreich Sonntag, den 13. März Die Haltung der österreichischen National- Sozialisten, die trotz aller ihnen gemachten, sehr weitgehenden Konzessionen das Abkommen vom 12. Februar ebenso sabotieren wie das seinerzeitige Abkommen vom 11. Juli 19S6, hat die Staatsfährung veranlaßt, das österreichische Volk za einer Volksabstimmung aufzurufen, am vor aller Welt den freien Willen aller vaterländisch gesinnten Oesterreicher zu dokumontieren. ln diesem Sinne hat der Bundeskanzler als Frontführer den nachstehenden Aufruf erfassen: Volk von Oesterreich! Zum erstenmal in der Geschichte unseres Vaterlandes verlangt die Führung des Staates ein offenes Bekenntnis zur Heimat. Nächsten Sonntag, den 13. März, ist der Tag der Volksbefragung! Ihr alie, welchem Berufsstand, welcher Volksschicht״ ihr angehört, Männer und Frauen im freien Oesterreich, ihr seid aufgef*#*», ״enek v«tr dg» ganzen .Weit, *u . hgkennen: Ihr sollt sagen, oh Ihr den Weg, den wir gehen, der sieh die soziale Eintracht und Gleichberechtigung, die endgültige üeberwindung der Parteienzerklüftung, dea deutschen Frieden nach innen und außen, die Politik der Arbeit zum Ziele setzt — ob ihr diesen Weg mitzugehen gewillt seid! Die Parole lautet: Für ein freies und deutsches, unabhängiges und soziales, für ein christliches und einiges Oesterreich! Für Friede und Arbeit und die Gleichberechtigung aller, die sich zu Voik und Vaterland bekennen. Das ist das Ziel meiner Politik. Dieses Ziel zu erreichen, ist die Aufgabe, die uns gestellt ist, und das geschichtliche Gebot der Stunde. Kein Wort der Parole, die euch als Frage gestellt ist, darf fehlen. Wer sie bejaht, dient dem Interesse aller und vor allem dem Frieden! Darum, Volksgenossen, zeigt, daß es euch ernst mit dem Wunsch, eine neue Zeit der Eintracht im Interesse der Heimat zu beginnen; die Welt soll unseren Lebenswillen sehen: darum, Volk von Oesterreich, stehe auf wie ein Mann u stimme mit ״J a“! Front Heil! Oesterreich! Es kann keinem Zweifel unterliegen, c_ Ergeba*» •4₪t• Abfcla&mtng ein feierliches Bekenntnis zu dem Oesterreich sein wird, alle vaterländisch Gesinnten es haben wollen, wenn!die am Abstimmungstage ihre Pflicht er füllen werden. Daß die Juden Oesterreichs vollzählig zur Abstimmung erscheinen sollen, bedarf keiner besonderen Aufforderung. Sie wissen, was diese zu bedeuten hat. Jeder erfülle daher s* Pflicht'. Ein Appell 4M■ die Thoratrtuen der Slowakei and P. K. R. Von Dr. Isaac Breuer In schwerer Zeit bin ich in die Slowakei gekommen, um hier für den Keren Hajischuw eine große Adar - Aktion durehzufUhren. Mich trieb die Not unserer Bruder im Heiligen Lande in die Ferne, um die Herzen zu wecken, die Hände zu öffnen, daß Hilfe komme, ehe es zu spät. Eine große politische und wirtschaftliche Krise ist über das Heilige Land heraufgezogea imd erschütterte es aufs tiefste. Der Boden des Heiligen Landes dampft # von unschuldig vergossenem Blut, eine aufgehetzte Meute macht uns selbst dort das Recht auf’s Dasein streitig, die düsteren Wolken der Weltpolitik sammeln sich mehr und mehr am palästinensischen Himmel, und das unheimliche Gespenst des Hungers geht allenthalben um. Niemand ist stärker von der Krise getroffen als unsere agudistischen Brüder. Unsere Schulen, die den Geist der Thora in die Herzen der Jugend pflanzen sollen, stehen vor dem Untergang. Unsere Arbeiter, die den Geist der Thora im Leben zu bewahren haben, kämpfen mit letzter Kraft um ihr Dasein. Wir alle wissen es: Nicht die Zufälle der Politik und der Wirtschaft entscheiden über die Zukunft des Heiligen Landes, sondern die Fürsorge des Allmächtigen, dessen Augenmerk auf es gerichtet ist von Anbeginn des Jahres bis zu seinem Ende. Wir alle wissen es: Die Leiden, die über das Heilige Land gekommen sind, bilden die Antwort des Allmächtigen auf die Untreue zur Thora, dem Abfall von ihrem Gesetz, die auf die Dauer im Lande der Thora keine Stätte haben. Die Mahnstimme des Allmächtigen tönt aus all diesen Leiden und Er wartet auf unsere Taten. Riesig groß ist alsdann die Verantwortung, die gerade auf der Orthodoxie ruht! Wer anders kann und muß der Thora im Heiligen Lande die Bresche schlagen, wenn nicht sie? Haben wir alle bisher unsere Pflicht getan? Waren wir uns klar, daß wir mit jeder Schule, die wir im Heüigen Lande unterhalten, mit jedem thoratreuen Arbeiter, dem wir im Heiligen Lande die Existenzmöglichkeit verschaffen, die Kraft und die Macht der Thora stärken und unsere Zukunft sichern? Haben wir danach gehandelt? Haben wir uns Rechenschaft darüber abgelegt, welch fürchterliche Entweihung des g-ttlichen Namens es vor den Augen aller Völker bedeuten würde, wenn das Nationalheim zu einer Heimstätte der Untreue, des Abfalls, der G-ttiosigkeit sich entwickelte, und daß nur unsere Leistungen es sind, die ein solches unausdenkbares Unglück verhindern könnten? Haben wir danach gehandelt? Haben wir nicht vielmehr in der Müdigkeit unseres Herzens geglaubt, die Verantwortung von uns auf jene Verirrten abwälzen zu können, die der g-ttfeme Geist der Zeit von Sünde zu Sünde treibt? Nicht nur die Verirrten allein trifft die Schuld, viel mehr noch vielleicht uns selbst, die den richtigen Weg kennen, aber aus Mangel an Verantwortungssinn und aus Mangel an Opfermut in tatenloser Kritik verharren. Hören wir darum die Stimme G-ttes, die aus den Leiden des Heiligen Landes vor allem zu uns seiher spricht! Wisset: Der verzweifelte Kampf, den unsere agudistischen Brüder im Heiligen Lande fühlen, ist genau der nämliche Kampf, den eure Väter einst für die Unabhängigkeit der jüdischen Orthodoxie, für die Alleinherrschaft der Thora, mit ihrem Herzblut führten. Auf euch vor allem blicken sie, von euch vor allem erwarten sie Verständnis und Hilfe, wenn sie ihren Mut schwinden, ■ihre.. Kraft eriösehen^fülüea. Wisset aber auch T Im Heilfgen La'hde wird die Entscheidungsschlacht im Kampfe der unabhängigen Orthodoxie derganz e n Welt geschlagen. Eine Niederlage dort ist eine Niederlage der gesamten unabhängigen Orthodoxie. Siegen wir dort, so haben wir überall und unsere Kinder die Alleinherrschaft der Thora gerettet! Helfet darum, solange es noch Zeit ist. Erkennet die Bedeutung der Stunde und spendet im höchsten Ausmaß eurer Kraft. Niemand bleibt frei von Schuld, der sich der Spende entzieht. Eine Spende der Sühne sei es. Sühne alles dessen, was wir bisher versäumten. Eine G-ttesspende sei es, zum Aufbau der Thora- Stätten des Heiligen Landes in Lehre und Leben. G-tt aber segne sein Volk mit dem Frieden! Die Judenfrage in Ungarn Das ״Gesetz der Serie“ bewährt sich wieder einmal. Die antisemitische Welle hat nun die Station — Budapest erreicht! Von Staats wegen wird dort das Vorhandensein einer Judenfrage verkündet — dies in derselben Zeit, da die maßgebenden Faktoren einen Abwehrkampf gegen die nationalistischen Elemente führen, die den Judenhaß auf ihre Fahne geschrieben und mit deren Hilfe sie sich in den Sattei schwingen wollen. Auch in Budapest scheint man, trotz aller Erfahrungen in anderen Ländern, glauben Wenig Arbeit — großer Nutzen. Ein Gummi- Fußboden verbessert und verbilligt das Wohnen. Er ist leicht zu reinigen, und zwar mit warmem Wasser, in welchem man vorher etwas Schmierseife auflöst. Zünolit hat eine glatte und glänzende Oberfläche, die man leicht von Staub und Verunreinigungen reinwaschen kann. In jeder Bata-Verkaufsstelle wird man Ihnen bereitwilligst eine Zünolit- Musterkarte vorlegen und Kostenvoranschläge ausarbeiten. öie OttnUar-Schiff- Perücke — preiswerte Qualitätsarbeit PerückenftthniaP Cfklff Wien I, Kärntnerring 6 Brofierzeugung WlflVTiav!JCflllT Telephon U-43-0-16