Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 24 (1938)
- Issue
- 5 (4.2.1938)
- Date
- 1938-02-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE PRESSE Nr. 5 Joez. Mittwoch: Herr׳ Rabbiner S. Baumgarten, Sidro. Donnerstag: Herr Lehrer J. Eisenberg, Tefiloh-Erklärung und Sidro. Nachher Maariw. Schabbos-Vormittag, :!/Al Uhr: Sidrovortrag. Sonntag abends nach Schul: Aktuelle und geschichtliche Vorträge. Sonntag vormittags, 11 Uhr: Mögen Awrohom H. Meg. Bitte unsere jeweiligen Kundmachungen im Schiffschuleingang zu lesen. Schabbos Trumo, 111/,׳ Uhr: Herr Sekretär Moritz Spitzer, Dinim und Sidrovortrag. Sonntag abends nach Schul: Herr Dr. M. Bogner, Vortrag Rabbi Samson Raphael Hirsch s. Z. 1. Sonntag, den 13. Februar: Herr Med.-Rat Dr. I. Reiniger, Die Schiffschul als Adas Jisroel 5658 bis 5698. Schabbos: P. Ki Sisso, Herr Rabbiner S. Neuwirth, Sidrovortrag. David Protter ז״י Donnerstag, den 25. Schebatil, wurde David Protter zu Grab(' getragen. Mit ihm vei'liert das Wiener orthodoxe Judentum einen aufrechten Mann, der mit Aufopferung für das orthodoxe Judentum sein Bestes geleistet hat, denn mehr als dreißig Jahre hindurch hat er als Kassier des Bethauses Talmud Thora, unter großer Mühe und Selbstlosigkeit zum Aufblühen dieses Bethausvereines beigetragen. Im Trauerhause würdigte der Schwager des Verstorbenen, Rabbiner S. Neuwirth, in herzergreifenden Worten den g-ttgefälligen Lebenswandel, die Bescheidenheit des Verstorbenen und die Leistungen für das Bethaus Talmud Thora, als auch die Tatsache, daß seine Kinder, selbst die, die in weiter Ferne weilen, wertvolle Mitglieder der jüdischen Gesellschaft sind, und daß er, unterstützt von seiner Gattin, mit der er fast drei Dezennien in schönster Ehe gelebt, ein schönes jüdisches Haus geführt hat. Am Friedhof sprach Herr Rabbiner Schenk im Namen des Bethauses ״Talmud Thora“ dem guten Freund, dem unermüdlichen Vorsteher für die Mitarbeit im Bethause Talmud Thora seinen und des Vorstandes hosten Dank aus, und schilderte in tiefempfundenen Worten den Verlust, den die Familie und das Bethaus Talmud Thora und alle, die den Verstorbenen kannten, erlitten. Die zahlreiche, große Trauergemeinde, die sieh im Hause des Verstorbenen versammelt hatte, legte beredtes Zeugnis von der überaus großen Wertschätzuug des Verstorbenen, ab. Möge Haschern der tiefgebeugten Gattin und den Kindern seinen Trost schicken. Agudas Jisroel Mädchen gruppe, Wien, II. Den dieswöchigen Schabbos-Vortrag hält Herr Reg.-Rat J. Kreppei über das Thema: ,,Weltkrise und Religion“, um halb 11 Uhr vormittags in der ״Wienea“, H., Obere Donaustraße 91. Einladung zum Fünfulir-Tee der ״Frauenhilfe der Adas Jisroel“. Dienstag, den 8. Februar, findet in der ״Wienea", II., Obere Donaustraße Nr. 91, unser Fünfuhr-Tee statt und wir bitten um recht zahlreichen Besuch. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. Ein Appell an den Völkerbundrat Der ״Jüdische Volksdienst — Den Haag- Scheveningen“ richtete gelegentlich der Sitzung des Völkerbundrates das folgende Telegramm an den ,Präsidenten des Völkerbundrates: ״Verhängnisvolle Lage der Juden in verschiedenen Ländern macht großzügige Emigration zur unbedingten Notwendigkeit. Palästina, obwohl unentbehrlich und unersetzlich, genügt nicht. Unorganisierte persönliche Emigration begegnet unübervvindliehen Schwierigkeiten. Einzige Lösung: organisierte internationale Aktion, gestützt auf starke moralische und politische Autorität. Deshalb Völkerbund geeignete Stelle für unerläßliche Initiative. Völkerbund kann gleichzeitig unermeßliehe Tat der Menschlichkeit vollbringen und eines der schmerzlichsten Probleme von Europa entfernen. Jüdischer Volksdienst, gegründet vom verstorbenen Nathan Birnbaum, lenkt Aufmerksamkeit auf einzigen Ausweg, politisch und wirtschaftlich für jüdische Ansiedlung auf religiösnationaler Grundlage geeignete Gebiete zu finden. H. van Leeuwen. Den Haag-Scheveningen.“ Eine tschechische Stimme über den Antisemitismns ״Pfitomnost" veröffentlicht einen Aufsatz von Ferdinand Peroutka, der u. a. schreibt: ״Daß der Antisemitismus bei uns nicht jene abstoßenden Formen wie in anderen Ländern angenommen hat, ist nicht das Verdienst einzelner, sondern unserer besonderen Verhältnisse. Wenn die Verhältnisse anders wären, bliebe das Bemühen einzelner Männer vergeblich. Wenn wir das Aufkommen des brutalen I Antisemitismus bei uns hintanhalten wollen — des | gewöhnlichen, geschwätzigen Antisemitismus gibt es allerdings auch bei uns genug —, so müssen wir uns darum bekümmern, daß die derzeitigen Verhältnisse, die uns im ganzen gegen die antisemitische Ansteckung immun machen, nicht umgeworfen werden. Das wesentliche dieser Verhältnisse ist der Umstand, daß die Anteile der Juden am öffentliehen und Wirtschaftsleben bei uns einen bestimmten vernünftigen Prozentsatz nicht überschreiten. Wenn er überschritten würde, ginge zweifellos auch in dieser vernünftigen Nation der Sturm los. Der Antisemitismus, der sich so heldisch gebärdet, ist in Wirklichkeit nichts anderes als das klägliche Geständnis des Unvermögens der eigenen Nation. Der Kern der antisemitischen Lehre ist die sonderbare und reifer Völker völlig unwürdige Anschauung, daß eine normale Nation, gibt sie den Juden volle Freiheit, machtlos in ihren Händen ist, gegen sie den Kampf ums Leben verliert und geschlagen und versklavt wird wirtschaftlich wie moralisch. Ist sie die stolze Lehre einer stolzen Nation, dann verstehe ich nichts mehr und dann können sien alle, die Krücken brauchen, als Streckenläufer betrachten. Die tschechische Nation hat es nicht notwendig, die Juden mit solch mystischen und unverständlicher. Befürchtungen zu betrachten. Sie ist niemals östlich passiv und faul, sondern hat sich von Anbeginn ihrer Befreiung mit Lust in die westliche Aktivität eingeschaltet. Sie hat ihr Schicksal fest in eigene Hände genommen und muß sich nicht fürchten, daß sie von irgend einer Minorität auf geheimnisvolle, nur dieser bekannten Weise, vernichtet werden könnte. Der Tscheche schaut ruhig auf den Prozentsatz des jüdischen Anteils an Arbeit und Gewinn, well er darin vorläufig nichts Auffälliges sieht. Aber eben dieser Prozentsatz ist Gegenstand eines gewissen stillen Uebereinkommens zwischen den Juden und der tschechischen Nation und wir erachten es für unsere Pflicht, darauf hinzuweisen, daß es auch unserer Meinung nach unheilvolle Folgen für die Entwicklung der Judenfrage bei uns hätte, wenn jener Prozentsatz überschritten würde.“ Amtliche Mitteilungen der Wiener Israeli־ tischen Kultusgemeinde Israelitische Jugendg-ttesdienste: 1. Jugendg-ttesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-innen). Samstag, den 5. Februar 1938, um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeinde- und Bezirks- Synagogen. — 3. Besondere Jugendg-ttesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen der Unterklassen Im II., IX. und XX. Bezirk. Samstag, den 5. Februar 1938, um 1/.!5 Uhr nachmittags im Leopoldstädter- Tempel, II., Tempelgasse 5, und in den Bezirks- Synagogen, IX., Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. _ 3. G-ttesdienst für die reifere Mittel- Schuljugend. Freitag, den 4. Februar 1938, um v7״ Uhr abends im Stadttempel, I.. Seitenstetteng. 4. Predigten in den Synagogen. Freitag, den 4. Februar 1938, bei den um 4 Uhr 55 Minuten beginnenden Abendg-ttesdiensten in den Synagogen: II., Pazmanitengasse 6, Rabbiner Dr. S. Margulies; XVEU., Schopenhauerstraße 39, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz. Samstag, den 5. Februar 1938, beim Vormittagsgottesdienste Schrifterklärung: XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Samstag, den 5. Februar 1938, um 3/.!4 Uhr nachmittags, Vortrag aus dem Schulchan Aruch. XV., Turnergasse 22. Rabbiner Dr. H. J. Zimmels.!!;!!!!111!'ülillillü!l!l!!!!!!lli Damit Sie es wissen! und weitersagen■ Jetzt ist schon HELLER• SCHOKOLADE כשר Zli haben! All’ die weltbekannt vorzüglichen Qualitäten von Koch- und Speiseschokoladen, erzeugt unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Adas-Jisroel-Sehiffschul Agudistische Frauenorganisation ״Nowaj“ Die agudistische Frauenorganisation ״Nowaj“ erkennt es als die ihr speziell gestellte Aufgabe, eine religiöse Erneuerung der jüdischen Frauenwelt anzustreben, welche zwangsläufig einen neuen religiösen Strom in die gesamte Judenheit hineinleiten muß. Sie ist sich dessen bewußt, daß die Antwort auf die bange Frage der schwerloirienden Judenheit ״wohin“? nur lauten kann: ״Zurück zum Gesetz des Sinai!“ Zum Sinai, wo die g-ttHche Stimme an Moses erging, wie es heißt: .,Da stieg Mosche hinauf Zu G-tt, und der Ewige rief ihm zu vom Berge, und sprach: So sollst du sprechen zum Hause Jacob, und berichten den Kindern Israel. Ihr habt gesehen, was ich getan an Mizrajim und wie ich euch getragen auf Adlerflügein. und euch zu mir gebracht habe. Und nun. wenn Ihr höret auf meine Stimme und beobachtet meinen Bund, so sollt Ihr :nein Eigentum sein aus allen Völkern, denn man ist die ganze Erde. Ihr aber sollt mir sein ein Reich von Priestern und ein heiliges Volk.“ (2. B. M. Kap. 19, 3 bis 0.) Die Nowaj will sich in den Dienst dieser Verheißung stellen. Au 1' dem Marienbader Frauen- Kongreß hatte man den Mut, den Bau der Zukunft nicht nur der Erziehung der Kinder anzuvertrauen, man ging ehrlich noch einen Schritt weiter, indem man sich Rechenschaft darüber gab, daß unserer Erziehungsarbeit nur Erfolg beschieden sein wird, wenn unsere Ehen, aus denen unsere Kinder hervorgehen sollen, tohaur, rein sind. Die Leser dieses Blattes haben an dieser stelle Gelegenheit gehabt, sich mit den ehrlichen, von tiefster Besorgnis erfüllten Ausführungen der Frau Eie Scbmulewitz, Kowno, zu diesem Thema, bekannt zu machen. Der Frauenkongreß hat das wuchtige Referat des Neutraer Raws gehört, und die Frauen haben ihre Bereit- Willigkeit erklärt, mit dem Wiener Komitee für Taharas Mischpoche zusammen für die Reinheit unserer Ehen zu wirken. Die Nowaj wartet auf die Initiative dieses Komitees, dem sie selbst mit Vor- Schlägen für die Arbeit dienen kann. Männer ־und Frauen müssen hier als Isch und Ischoch zusammenarbeiten. Die Nowaj stellt sich dem Komitee für Taharas Mischpocho als ״Eser K’negdau“ zur Verfügung. Sie wartet auf seine Betätigung.“ In Raab (Györ) tauchte ein sonderbarer Reiter auf. Er trug Streimel, Kaftan, Leibzidakl, hatte einen wallenden Bart riesige Peiot, und streute antisemitische Flugzettei aus. Von der Polizei angehalten, legitimierte er sich als Mitglied der Studenten- Organisation Trul. ״Zsidö Ujsäg" ruft die Staatsanwaltschaft an. Sie möge feststellen, ob nicht ein Fall von Religionsschmähung vorliege. Der 78jährige Gutsverwalter Max Sugär hat das Hanaussen Teschuo-Gebet in kunstvoller Ausführung verfertigt und Otto von Habsburg eingesendet. Im Namen Ottos hat sich Graf Johann!Esterhäzy beim Einsender in überaus warmen Worten bedankt. Das ungarische Radio feierte am 23. Jänner den neunzigsten Todestag von Markus Rözsavölgyi, recte Mordche Klemser, der den ersten Csardas verfaßte und ein glänzender Interpret ungarischer Volksweisen war. Der größte Dichter Ungarns, Alexander Petöfi, hat seine bezaubernden Fähigkeiten in einem Vers verewigt und pietätvoll auch das letzte Geleit Röszavölgyi gegeben. Ü Alleinverkauf: | Leopold Lederer I I II, Gr Schiff!;. 16, Tel. A-40-3-12 g FH1m1l!lll!lllll!lllliililll:!iil|!!llll!i!lll!!!!i!!!l!!!i!l[!lll!!l]!l!!!!!!illl(|lll!!l!!lülll!iil!!!l!ll!l!lllllllUlllllli^ Rasiere dich ohne Messer mit dem gefch Rasierpulver Langerin es ist ärztlich begutachtet und unschädlich. —- 1 Paket, zirka ein halbes Kilogramm, S 1.40. — Zu haben bei PHILIPP LANGER, Friseur, Wien, II., Franz-Hochedlinger-Gasse 25. Juwelen, Uhren. GoJd- und Silber-• waren, insbesondere כל* קודש, Sederschössel, Menoras, Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, such Qejpgenheitskäufe stets vorrätig norltzWorKnn!/ II, TaboratraBe 14 Perfekte Köchin sucht Stellung in frommem Haus. Unter ״Streng rituell“ an die Wiener Administration d. Bl. Tag Adar 1 Februar! דף יום, ימית משנה Kalendarium תמורה אהלות פרק |משנד 'teitag 3 4 בו כ ־ Samstag 4 5 :ז! ג ל! תרומה. Sonntag 5 6 בה ד Montag 6 7 כב ה ת Dienstag 7 8 % ו " Mittworti 8 9 לא א נ Oonneist. 9 10 לב ב Freitag 10 11 ל; ג " samstag 11 12 לד ך תצוד.. Gebetzeiten תרומה W 1 וו e 81UT1SIM Uhr Min. Uhr Min. 6 05 6 10 8 58 8 52 סוף זמן קריאת שמע של שחרית . . . 5 00 4 50 בשבת: «תה בעש־ק. 7 15 7 30 9 30 9 30 3 30 3 30 5 50 5 40 — — — בחול: השכ=ה . 6 30 6 45 5 00 5 15 .. Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Orthodoxjüdischer Preßverein, Wien, II., Malzgasse 12 a. Für den Inhalt verantwortlich im Sinne des Preßgesetzes: Jakob Deutsch, Wien, H., Rotenstemgasse 15. Verantwortllcher Redakteur für die Tschechoslowakei: Siegfried Frommer, Bratislava, Zochgasse 22/XTV/n. Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, Wien, IX., Universitätsstraße 6/8.