Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 3-4 (August 1933)
- Date
- 1933-08-01
- Page
- Seite 198 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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sein Vorgänger — nicht bewilligt wurde, kam am 16. Juli 1891 das Dienstverhältnis zur Lösung und vom 1. August dieses Jahres an versah der Rabbiner Markus Schuihof, bisher in Qörkau, die Seelsorge in der Kultusgemeinde. Viel Sorge bereitete jetzt und später das Bestreben, alle israelitischen Kinder, auch die außerhalb Kaadens, einen ausreichenden Religionsunterricht genießen zu lassen. Diesen Bestreben der Gemeinde und den Wünschen der Eltern standen die hohen Kosten und die beschwerlichen und zeitraubenden Fahrten des Religionslehrers entgegen. Dennoch wurden immer wieder Versuche gemacht, für die Kinder des Aubachtales den Unterricht bald in Liebotitz, bald in Fünfhunden oder in Willomitz oder Dehlau zu erteilen; zeitweilig genossen ihn auch die Kinder in Klösterle, am regelmäßigsten die von Weipert. Auch bezüglich der Beschaffung der Kosten hiefür herrschten nicht immer gleiche Verhältnisse: manchmal waren die Eltern der schulpflichtigen Kinder zur Zahlung verpflichtet, eine Zeitlang kamen sie wenigstens für die Fahrtauslagen des Rabbiners auf, seit 1893 bestritt die Kultusgemeinde die Kosten aus den Steuergeldern der Mitglieder. Nach fast neunjährigem Bestände wandelte sich der Kultusverein in eine Kultusgemeinde um, was schon seit Juli 1890 angestrebt, aber erst mit dem am 24. März 1892 erfolgten Eintritte Dawid Schneiders, des Sohnes des Wegbereiters der Juden in Kaaden, in den Verein zielbewußt betrieben und zum erfolgreichen Ende geführt wurde, indem mit Erlaß des Ministeriums für Kultus und Unterricht vom 10. März 1893 Kaaden zum Sitz der israelitischen Kultusgemeinde für die Gerichtsbezirke Kaaden und Preßnitz und die Ortschaften des Duppauer Gerichtsbezirkes Hermersdorf, Olleschau, Petersdorf, Saar, Sebeltitz und Turtsch erklärt wurde. Die junge Gemeinde hielt ihre erste feierliche Versammlung am 4. August 1893 im Hotel Austria ab, in der David Schneider zum Kultusvorsteher gewählt und dem Religionslehrer Rabbiner Markus Schulhof der Grundgehalt von 360 auf 500 Gulden erhöht wurde. Zu den 23 den Kultusbeitrag leistenden Mitgliedern des Kultusvereines traten nunmehr noch 25 neue Mitglieder ein, so daß der Kultusgemeinde in ihrem ersten Bestandjahre 48 steuernde Mitglieder angehörten. Das weitere Wachstum der Gemeinde, das allerdings 198