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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-08-01 · 3-4 (August 1933) · p. Seite 172

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
3-4 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 172 (sequence 34)
Language
German
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Kleine Beiträge zur Geschichte der Juden in der Steiermark. Von D. Herzog, Graz. II. Die Vertreibung der Juden aus Graz i. J. 1439. Nicht anders, als mit der angeblichen Vertreibung der Juden aus der Steiermark und Kärnten im Jahre 1310, geht es uns mit der von den Historikern allgemein angenommenen Vertreibung der Juden aus Graz im Jahre 1439,1 deren Richtigkeit ich bereits in meiner Arbeit „Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark" angezweifelt habe.2 Allerdings gestaltet sich hier die Ermittlung des richtigen Sachverhaltes insofern schwieriger, als ja tatsächlich in den Jahren 1439 (1441)—1447 Juden in Graz nicht gewohnt haben. Den Beweis hiefür besitzen wir in dem von Kaiser Friedrich III. am 2. Dezember 1447 erlassenen Privilegium, laut welchem die Prälaten, Äbte, Äbtissinnen und Priorinnen, Pfarrer und Altaristen, Grafen, Herren, Ritter und Knechte im Herzogtum Steiermark, also mit einem Worte die höheren Stände die Exemtion von der Gerichtsbarkeit des Judengerichtes erlangt haben. In diesem Privilegium der Befreiung der Landstände von der Jurisdiktion des Judengerichtes heißt es nun zum Schlüsse folgendermaßen: „Item nach dem vnd all juden vnd judinn gemainclich im lannd Steir gesessen zu solhen ihren rechten vnd gesaczten tegen gen Graecz kommen muessen vnd aber seßhaft da nich sein, dadurch in swer wer ze solhen rechten ir zerung vnd aufhaltung ze haben, vnd dadurch, so vordert die nottdurfft der Sachen, daz wir ais lanndsfuerst, juden in etlich hewser in dieselben stat Graecz seczen sullen vnd mugen, daz die da sein vnd irn hanndel getreiben vnd dapey die andern juden ir zerung vnd aufhaltung zu solhen obberurten rechten vnd taegen dester fuegleicher gehaben muegen".3 Aus dieser Stelle ist klar ersichtlich, daß Juden im Jahre 1447 in Graz nicht gewohnt haben. Wir wissen weiters vermittels urkundlicher Belege, daß Friedrich in den Jahren 1439 und 1441 mehrere Häuser, die früher im Besitze von Juden 172

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