Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 3-4 (August 1933)
- Date
- 1933-08-01
- Page
- Seite 146 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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das ist das Beste und Klügste und Sie können mir folgen. Übrigens wird Philippson keine Erwiderung aufnehmen. Der Wiener Correspondent macht Breuer den Hof und scheint mir ein Herr Leidersdorf7) zu sein, der dort unterrichtet. Das Ganze braucht Sie gar nicht zu beunruhigen und ich teile dies Ihnen bloß mit, damit Sie es wissen. Sie sagen in Ihrem Briefe, daß Sie mir etwas mitzuteilen hätten, was mich in Staunen setzen würde im Betreff jüdischer Angelegenheiten. Sie würden mir einen Gefallen thun, wann Sie mir im nächsten Briefe diese Mitteilung machen möchten. Was man mündlich sagen kann, läßt sich auch schriftlich mittheilen. Es liegt mir viel daran, und ich rechne darauf. Gestern war auch ein Herr aus Wien bei mir, der mir die Verhältnisse anders schilderte. Nach seiner Darstellung mache der Vorstand alles und die alte Parthei dürfe nicht einmal eine Synagoge bauen. — Unsere Gemeinde hat bereits einen Platz um 8500 Thaler gekauft. Ich hoffe, daß die Vorarbeiten zum Baue einer Synagoge bald fertig sein werden. Die frommen polnischen Juden haben sich beim Geldgeben nicht gut benommen. In Berlin ist das erste Heft eines TlÖ^nnKD von e*nem gewissen Bloch8) erschienen; von Dukes das erste Heft einer Geschichte der hebräischen Poesie. Könnten Sie mir die zwei Ausgaben desnm^fTfYQinund desD^iajmiB ^JPJnnjrTB die in Wien erschienen sind, verschaffen und per Packet herschicken? Bei der Hochzeit des Prinzen in Dresden wurden den Juden dieselben Auszeichnungen zu theil, wie den anderen Konfessionen. Der Rabbiner und die Vorsteher waren bei der Trauung und Frankel auch in der Hofoper. Über Ihre Fassel9) betreffende Nachricht mußte ich lachen. In Frankreich ist es Gesetz, daß nur ein Franzose als Rabbiner für Frankreich gewählt werden kann. Übrigens ist längst ein Landesrabbiner für Frankreich gewählt worden. Mein Vater erzählte mir, man hätte in Mähren gesagt, Hirsch10) sei in Paris Rabbiner geworden, was auf einem komischen Mißverständnis beruht. Ein anderer Hirsch in Luxembourg hat nämlich eine gemischte Ehe in Paris (die Tochter Fuldas mit einem Grafen) eingesegnet. Unser lieber Georg, der sehr lieb ist, hat ein Geschwür in der 146