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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-09-01 · 1 (September 1932) · p. Seite 59

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
1 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
Seite 59 (sequence 68)
Language
German
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Die erste Synagoge der Gemeinde ist die jetzige Hauptsynagoge in der Glockengasse, die, wie schon erwähnt wurde, das erste Gotteshaus der Kaschauer Juden war und schon viermal überbaut wurde. Die Synagoge in der jetzigen Gestalt wurde durch Baumeister Johann Balog projektiert und erbaut. Das Bethaus der „sephardischen" Betgenossenschaft, deren Mitglieder größtenteils in Polen den ersten Sonnenstrahl erblickten und dem Ritus, den Gebräuchen der Chassidim huldigen, wurde im J. 1920 errichtet. Die Betgenossenschaft wurde im J. 1918 statutengemäß gegründet. Die neue Synagoge und das unmittelbar daneben befindliche Schulgebäude in der Kazinczygasse wurde durch Oelschläger und Boskö projektiert und im J. 1927 durch Ing. Hugo Kabos (Mitglied der Muttergemeinde) aufgeführt. Die Gemeinde hatte vor dem Kriege 236, heute zählt sie 700 Mitglieder. Im Rahmen der Gemeinde gibt es folgende Vereine: Chewra Sass, 1894; Gemilas Chassodim, 1890; Bikkur Cholim, 1916, der die jüd. Kranken des staatlichen Spitales mit ritueller Kost versorgt; Talmud Tora, 1872; Frauenverein mit einer Mädchengruppe, die sich bestrebt, im Beth-Jakob-Geiste tätig zu sein. Die heutige Leitung besteht aus den Herren: Moritz Guttmann sen., Präses; Ignatz Roth, Vorsteher; Siegmund Kannengiesser, Kassier; Ernst Weiss, Kontrollor; Moritz Schwartz, Kurator; Samuel Friedmann sen., Heinrich Friedrich, Max Kohn, Adolf Klein, Wilhelm Reichmann, Melchior Krauss, Vorstandsmitglieder. Die Chewra Kadischa wurde im J. 1880 ins Lebens gerufen. Der Friedhof, der hart neben dem neuen Gottesacker der Muttergemeinde sich befindet, wurde im J. 1881 eröffnet. Bis genanntes Jahr nahmen die Orthodoxen das Beth Hachajim der Muttergemeinde in Anspruch. Im Friedhofe ruhen außer den genannten Gemeinderabbinen noch folgende nennenswerte Glaubensbrüder: Israel Geiger, Schwiegersohn des weltberühmten und schon erwähnten Chatam Sofer; Rabbiner Aron Horovitz aus Biöe (Polen), Schwiegersohn des weitberühmten Rabbinen: Chaim Halberstamm (Neusandez);59 Rabbiner David Singer aus Pilsen und Salomon Margulies aus Lonka bei Lemberg. 59

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