Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 1 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 55 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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Buches „Lew Iwri", das angeblich eine Paraphrase der nuth des Werkes des weltberühmten Chatham Sofer,47 sein soll. Schlesinger ging im Greisenalter nach Erez Israel, wo er auch beerdigt ist. Nach dem Umstürze tauchten folgende jüdische Zeitschriften auf: Im J. 1918-19 erschien die Jugendzeitschrift „Menorah", redigiert von zwei Gymnasiasten: Ladislaus Breitner und Paul Boros, die zu meinen besten Schülern gehörten. Ersterer, der einiges auch in der in Budapest erscheinenden jüdischen Jugendzeitschrift „Remeny"48 (Hoffnung) veröffentlichen ließ, ist, leider, im 20. Lebensjahre vom Engel des Todes unserem Kreise entrissen worden, letzterer ist Ingenieur und wohnt gegenwärtig in Mikuläs. Im J. 1923 redigierte Dr. Anton Kertesz den „Zsido Hirado" (Jüdischer Anzeiger), der auch eine deutsche, aber in hebräischen Lettern gedruckte Beilage hatte. Kertesz war vor dem Umstürze Lehrer an der hiesigen Komensky-Anstalt und daselbst Stellvertreter des Rabb. Dr. Josef Klein. Im Jahre 1925 erschien die Zeitschrift „Judea", deren Redakteur der berühmte, im vorigen Jahre in Budapest verblichene Peter Ujväri war. Ujväri verbrachte nur das genannte Jahr in unserer Stadt, sonst lebte er in Budapest, eine kurze Zeit auch in Oluj, Nove Zämky, Preßburg, wird für den größten jüdischen Schriftsteller Ungarns gehalten.49 Vor zwei Jahren redigierte Desider Goldstein das Wochenblatt „Die Jüdische Tradition", in der jüngst verflossenen Zeit Elefant „Die Fackel" und das humoristische Blatt „Der Kantschuk". Beide in jiddischer Sprache. Aber „Die Fackel" loderte sehr kurz und „Der Kantschuk" geißelte die Rabbonim und Juden ebenfalls keine Ewigkeit. In Kaschau erschienene jüdische Schriften und Bächer. Sehr wenig sind sie an Zahl. Schon im Jahre 1828 ließ hier ein Jude namens Izräel Buchbinder eine in die Küchenwirtschaft gehörende, resp. für Hausfrauen geeignete Schrift erscheinen, welche 47 Zs. L., S. 860—861. Jüd. Lex., B. V., Sp. 478—479. 48 Redakteur der „Remeny,, ist Dr. Ernst Molnar, Schwager des allbekannten Dr. Josef Patai. 49 Zs. L., S. 922—923. Das Jüd. Lex. wird Ujväri auf meine Anregung im Supplementband einen ihm gebührenden Artikel widmen. 55