Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 1 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 52 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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frischen Straßenbahn, Buchbinder, Buchdrucker, Fleischselcher, Metzger, Hutmacher, Photographen, Glaser, Schleifer, Büchsenmacher etc. In der Körperschaft der Kleinhändler, Kaufleute, Engrosisten, Ärzte, Advokaten, Ingenieure, Bankbeamten, nehmen wir relativ viele Plätze ein. Aber nicht nur in den Bureaus der Privatfirmen, sondern auch in den Staats- und Stadtämtern sehen wir Juden. In den Postämtern (der Stellvertreter des Postdirektors, Dr. Stein, ist auch Jude), in den Amtsstuben der Polizeidirektion, des Bahnhofes, der Bahndirektion, der Gerichtsgebäude (Dr. Gereb, Dr. Vajda, Dr. Bernhard, Dr. Roth), der Stadt, der Finanzdirektion, des Steueramtes finden wir auch Söhne und Töchter unseres Stammes. Der Direktor des Nationalmuseums, Dr. Josef Poläk, der aus Prag nach Kaschau kam, auch das Feld der jüdischen Wissenschaft pflegt, unlängst eine gediegene Abhandlung in einem tschechischen Prager Almanach über die alten Perachoth der Prager Synagogen — welch hochinteressanter Aufsatz auch dem deutschsprachigen Judentume zugänglich gemacht werden müßte — erscheinen ließ, ist auch ein Glied unseres Volkes. Der Primarius der Frauenklinik, Dr. Ottokar Frankenstein, ebenfalls. Sein erster Vorgänger, Dr. Ign. Widder, der ein sehr berühmter Arzt war und während des Krieges verblichen ist, gehörte auch zu den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde. Der frühzeitig verstorbene Assistent des Letztgenannten, Dr. Eugen Holländer, zählte ebenfalls zu den jüdischen Glaubensgenossen. Der letzte ungarische Ober-Stadtfiskal, Dr. Alexander Grosz, der ein klassischer Redner, Meister der Freimaurerloge „Resurrezit", eifriges Mitglied der Muttergemeinde, hochgeehrtes Glied der Gesellschaft war, wie auch sein Vorgänger, Dr. Bela Weisz, der vor dem Ausbruche des Krieges einige Jahre auch die Muttergemeinde leitete, waren treue Söhne der jüdischen Gemeinschaft. Der erste jüd. Rechtsanwalt, der sich hier im J. 1858 niederließ, hieß Dr. Knöpfler.37) Die erste und heute noch einzige Advokatin der Stadt, die ihre Kanzlei im vorigen Jahre eröffnete, ist eine Jüdin, Dr. Elisabeth 37 Venetianer, S. 234. 52