Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 259 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2416673-2416674-2416679--0278-3527843- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
männern es Jakob Bassewi im J. 1627 um 5850 Groschen Meissn. käuflich erwarb. Die sich im Großen Hof befindliche Synagoge hatte die C, No. 200; auch befand sich hier zur Zeit Bassewis die Buchdruckerei des Samuel Walto7), 12) u. 13). Teige 5) spricht von einer „Wechslerischen Synagoge" im Hause C. Nr. 113-V., welche im J. 1599 von Rabbi Jakob Wechsler gegründet worden ist. „Im ersten Stockwerk hatte Wechsler eine Synagoge gegründet. Durch vier bogenförmige Fenster war die Synagoge beleuchtet. Ein altarähnliches, im Barockstil ausgeführtes Tabernakel reichte bis zur Höhe der Decke. Die Stiege wurde in späterer Zeit instand gesetzt. Auch die Galerie für die Frauen war jüngeren Datums. Vor dem Brande im J. 1754 war die Synagoge Privateigentum der Familie Wechsler, später Gumpert Duschenes. Nach dem Brande hat sie David, Sohn des Leo Kuh renoviert. Ihre ältesten Verwalter waren im J. 1681 Berl Teller, Arzt, Simon Wolf Klaber, Benjamin Wolf Pan, Mathias Muneles und Nathan Raudnitz." Prof. Dr. AI. Deutsch, der sich mit der Geschichte der Großenhofsynagoge eingehend beschäftigte,12) schreibt, daß die Tradition seit jeher in Bassewi den Erbauer dieser Synagoge erblickte. „Man stützt sich", so schreibt er, „auf rein nebensächliche Umstände, z. B. darauf, daß er vor seiner Flucht seinen Adelsbrief in diesem Gotteshause deponierte. Befremden muß uns aber, warum diese Synagoge nicht den Namen Jakob Bassewi erhalten hat. Ein weiteres Bedenken gegen die Richtigkeit der Tradition: weder der sehr ansehnliche Grabstein auf dem Jungbunzlauer Friedhofe, noch jener der im J. 1628 verstorbenen Frau Hendl enthält einen Hinweis auf die Großenhofsynagoge. Wir müssen daher auch hier darauf verzichten, für die betreffende Überlieferung den historischen Wahrheitsbeweis jemals erbringen zu können. Vielleicht wird die unmittelbare Nähe der Bassewischen Wohnung und eine größere Hilfeleistung bei einem etwaigen Umbau seinen Namen mit ihr in so enge Verbindung gebracht haben/' Wie vor erwähnt, bezeichnete Dr. Teige das Haus C. Nr. 113-V als die im J. 1599 gegründete „Wechslerische Synagoge". Im Schematismus für das Königreich Böhmen vom J. 184114) ist dieses selbe Haus als „Großehof-Synagoge" bezeichnet. Es sind somit diese beiden Namensbezeichnungen für das Haus C. Nr. 113-V 259