Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 257 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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verständlich nicht ohne Widerhall. Den zahlreichen Klagen wegen Überflutung der Altstadt durch die Juden, der Verarmung der Pfarreien etc. konnte sich schließlich Ferdinand II. nicht entziehen und so gab er am 8. April 1627 einen Konfirmationsakt heraus, demzufolge ihn die Juden „nach dem glücklichen erlangten Sieg durch ihre Anschlägigkeit dahin gebracht und auch wirklich erzielet, daß ihnen eine große Anzahl Häuser außerhalb des Judenbezirkes abgetreten wurde und daher die Altstadt bedeutende Schmälerung erlitten -hat". Deshalb erteilte er damals den Befehl, daß die Juden diese Häuser nicht etwa wieder an Juden, sondern an Christen verkaufen dürfen.10) Dieser Erlaß verfehlte jedoch seine Wirkung, denn die Juden, einmal im Besitze eines Hauses, hatten eine feste Hand. Jedes Haus hatte eine große Anzahl Mitbesitzer, deren Besitzanteile absolut unverkäuflich waren, weil der Besitzer auch zugleich den ihm gehörigen Hausanteil bewohnte. So verblieben die Liechtensteinischen Häuser — und mithin auch die „Bassewischen", im Kataster der Judenstadt bis zu deren endgiltigen Expropriation und Assanierung, so wie auch der Ferdinandsche Konfirmationsakt vom J. 1627 auf dem Papier verblieb. Nach dem Tode des kgl. Statthalters Karl von Liechtenstein — 12. II. 1627 — kam die längst beantragte gerichtliche Untersuchung der Manipulationen bei der böhmischen Münze und infolge dessen wurden Haftbefehle gegen die Beschuldigten erlassen. Auch gegen Bassewi wurde ein solcher Haftbefehl erteilt.11) Dieser wartete jedoch die Verhaftung nicht ab, sondern flüchtete zu seinem mächtigen Protektor, der zugleich an demselben Verbrechen beteiligt war, Albrecht von Waldstein, nach Jicin. Er wußte wahrscheinlich noch nicht, daß die Sonne dieses soeben noch mächtigen Mannes dem Untergange nahe stand. Erst in Jicin erfuhr er zu seinem großen Schmerze, daß sein Gönner am 23. II. 1633 in Eger ermordet worden sei. Ob Bassewi die kurze Zeit von seiner Flucht bis zu seinem Tode — er starb am 2. Mai 1634 — in Jicin oder in Jungbunzlau, wo er die letzte Ruhestätte fand, verbrachte, kann nicht festgestellt werden. Aus früheren Briefen, die kaum drei Jahre zurückdatieren, ersehen wir, daß er schon damals in Jiöin längere Zeit weilte und seine umfangreichen Geschäfte von dort aus betrieb. So gestattet u. a. ein im J. 1631 in Jicin verfaßter Revers, den Bassewi 257