Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 250 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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„daß es der sehnlichste Wunsch Aller sei, niemanden anderen, als den Urheber der ersten isr. Kleinkinderbewahranstalt in Europa, den Oberstburggrafen v. Chot e k, auch als ferneren Beschützer des Institutes zu erblicken". Zaghaft wurde die Bitte dem Oberstburggrafen vorgebracht. GrafChotek übernahm das Protektorat und bestätigte die Übernahme mit folgendem Schreiben: „Was das Ansuchen wegen der Annahme des Protektorates belangt, so will ich auch dieses willfahren, weil ich gern jeden Anlaß benütze, der wahre, intellectuelle Bildung und Humanität aller Glaubensgenossen des Landes zu beleben und zu fördern vermag und es mich freuen würde, wenn ich zu dem raschen und gedeihlichen Aufblühen dieser, in ihrer Art einzigen, für die israelitische Jugend so äußerst wünschenswerten Anstalt mit Erfolg beitragen könnte." Die Freude in der Prager Gemeinde war groß, als die Nachricht bekannt wurde, daß der Oberstburggraf das Protektorat übernommen habe. Der Namenstag des Oberstburggrafen, der 4. November, zum Anlaß genommen, eine konstituierende Sitzung des Vorstandes abzuhalten, bei der beschlossen wurde, an den Grafen Chotek eine Dankadresse abzusenden. Weiters wurde beschlossen, daß unter dem Bildnisse Choteks, daß das Lehrzimmer der Bewahranstalt schmücken sollte, auch die oben angeführte Erklärung des Oberstburgrafen, mit der er sich zur Annahme des Protektorates bekannte, gesetzt werden solle. Laut Gubernialdekret v. 18. Feber 1835, Z. 1139, wurde die Anstalt mit dem Zwecke „noch nicht schulpflichtige Kinder unterzubringen" eröffnet. Der Anstalt wurden von verschiedenen Wohltätern Spenden zugewiesen. Dr. Wolf gang Wessely, Religionslehrer der Prager isr. Gymnasialschüler, ließ seine Trauerrede, die er anläßlich des Todes des Kaisers Franz I. in der Altschul-Synagoge hielt, drucken und widmete den Reinertrag von 467 Gulden 30 Kr. der Bewahranstalt. Diese Geldsumme wurde am 8. Oktober 1836 bei 250