Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 237 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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haus wurde tonangebend in sämtlichen Gemeinden der Judenheit, er verpflanzte das rabbinische Studium nach Polen und wird als Begründer der jüdischen Gelehrsamkeit in Polen anerkannt. Am 21.4. 1503 wurde seine Anstellung als Rabbiner und Schulrektor in Krakau auch seitens des Königs bestätigt, da „der König die großen Kenntnisse Pollaks zu schätzen weiß, und ernennt ihn deshalb zum Doktor der Juden, überträgt ihm die Gewalt, Händel unter den Juden zu schlichten, in Streitfällen Urteile zu sprechen, Ausschreitungen einzudämmen und Sitten zu bessern". Zuletzt befiehlt der König allen Juden, dem Jakob zu gehorchen und ihn als ihren Rabbiner anzuerkennen.28) Eine Rechtsstreitfrage, welche im Jahre 1520 die Rabbiner Italiens in zwei Lager teilte, rief schließlich auch den greisen R. Jakob Pollak auf den Plan. Ein gewisser Abraham Rafael Finzi aus Bologna übergab einem Imanuel di Norzi aus Ferrera 12.000 fl. zum Aufbewahren, und als er sie zurückverlangte, wurde ihm die Rückgabe verweigert. Finzi möchte die Angelegenheit nicht in Ferrera ausgetragen haben, da Norzi dort sehr starken Einfluß hatte. In dieser Kompetenzfrage waren die Meinungen der Rabbiner geteilt. R. Abraham Münz (Sohn des R. Juda Münz), Rabbiner in Padua, bestand auf der Zuständigkeit des Gerichtshofes in Ferrera, die anderen Rabbiner schlugen einen neutralen Gerichtshof vor. Der Streit kam schließlich vor R. Jakob Pollak in Krakau. Derselbe gab ■ein Gutachten ab, daß die Angelegenheit vor einem neutralen Gerichtshof und nicht in Ferrera stattzufinden habe. R. Abraham Münz hielt aber an seiner Entscheidung fest und von theoretischen Auseinandersetzungen kam es zu Beschimpfungen und zuletzt belegte einer den anderen mit dem Bann. Jeder sah sich um Bundesgenossen um, so daß 100 Rabbiner in dieser Streitsache teilnahmen. Nach Gedalje Ibn Jachja im Schalschelet ha-Kabbala, starben sie beide — R. Jakob Pollak und R. Abraham Münz — in ein und demselben Jahre, um das Jahr 1530. Kaum war R. Jakob Pollak von dieser Angelegenheit befreit, so hatte er schon eine neue Affaire. In Krakau lebte der Leibchirurg der Königin Bonna, namens Samuel, der in näheren Verhältnissen zu einem gewissen Moses und seiner Frau Klara stand. Dieses Zusammenhalten brachte sie in üblen Ruf, und Klara wurde des 237