Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 229 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Rabbiner und jüdischen Gelehrten Prags im 15. Jahrhundert. Von H. H o r 0 w it zy Dresden, Prag, eine der ältesten jüdischen Gemeinden Europas, war seit undenklichen Zeiten eine große jüdische Gemeinde, voll jüdischer Gelehrsamkeit, die Metropole talmudischer Wissenschaft und der Mittelpunkt jüdisch-talmudischer Literatur, aus deren Lehrhäusern bedeutende Rabbiner und jüdische Gelehrte nicht nur in die Nachbargemeinden, somdern auch in viele Gemeinden Deutschlands berufen wurden. Seit der Zeit des R. Isaak ben Jakob, welcher R. Isaak ha-Laban1) genannt wurde, wie auch seines Bruders R. Petachja, der seine Weltreise von Prag aus antrat2), ferner R. Isaak, ben Mordechai3) und R. Elieser, ben Isaak4) beide aus Prag und Schüler des berühmten R. Jakob Taam5) (im 12. Jahrhundert), bis zum letzten Oberrabbiner R. Jechezkel Landau, dem Verfasser des „Nöda Bijehuda", war Prag immer die Stätte jüdischer Weisheit und Wissenschaft, mach der sich die Blicke fast sämtlicher Gemeinden Zentraleuropas richteten. Die Rabbiner und Schulleiter der dortigen Lehrhäuser waren Koryphäen der jüdisch-talmudischen Literatur, deren Namen weit über die Landesgrenzen bekannt waren. Aber nicht nur die Rabbiner und Schulleiter Prags waren Koryphäen der «rabbinischen Wissenschaft, sondern fast alle Juden der Stadt waren Gelehrte der talmudischen Literatur. Die Juden Prags standen immer auf dem Höhepunkt geistiger Entwicklung, derengleichen sehr selten eine zweite Gemeinde aufweisen konnte. Auch die Kabbala fand hier ein Heim, mehr als in allen anderen Städten, so daß fast sämtliche Rabbiner und Gelehrten große Kabbalisten und Mystiker waren. — Auch im 15. Jahrhundert war Prag die Metropole talmudisch-rabbinischer Wissenschaft, deren Rabbiner und Gelehrten weit und breit bekannt waren. Obwohl sie keine Werke zurückgelassen haben, sind doch ihre Namen in der zeitgenössischen Responsenliteratur rühmend erwähnt, so daß uns von ihnen folgende bekannt sind. 229