Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 227 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Presov, die Familien Janowitz, Tritsch, Berger, Winter, Schäffer, usw., welche größtenteils aus Mähren eingewandert sind. Ein Aufruf des Stadtkommandanten fordert die Juden zur Teilnahme an dem Freiheitskampfe in 1848 auf und die Liste der Nationalgarde bekundet, daß dieser Aufruf erfolgreich war. Aus den Jahren 1845—1848 stammen in Druck gelegte Predigten des ersten Eperieser Rabbiners Dr. Schiller-Szinessy, der mit flammender Beredsamkeit jüdische Freiwillige für den ungarischen Freiheitskampf werbend, das Land bereiste, sodann selber als Combattant in die Armee Kossuths eintrat, sich besonders in der Schlacht bei Szöregh auszeichnete, verwundet wurde, durch das Kriegsgericht in contumatiam zu Tode verurteilt, emigrierte, nachher in Manchester Rabbiner und schließlich Professor der Universität in Cambridge wurde. Die Hataroth der Rabb. Sal. RappOiport (Prag), Hildesheimer (Eisenstadt), und Lipschitz (Szäntö) erteilen die Rabbinerbefähigung dem Rabbi Dr. Mayer Austerlitz, welcher durch 53 Jahre (1860—1913) segensreich im Eperies wirkte und dessen Handschriften und gedruckte Werke einen Kasten füllen. Flug- und Streitschriften beleuchten die religiösen Wirren und die dadurch hervorgerufene Spaltung im ungarischen Judentum. Die Sammlung der Tempelparamente: Porauchoth, darunter die Spende der Eheleute Strakosch in Sebes, deren Sohn Alexander als dramatischer Schauspieler weltberühmt wurde, ein Vorhang aus Hanusfalu vom Jahre 1778, eine Spende des Abraham Schick, eines Abkömmlings der bekannten Familie Schick; Adar-, Schiwissi-, Jahrzeit- und Misrachtafeln, darunter Aquarelle, Scherenschnitte, Miniaturen, welche auf einer Tafel ganz Tehillim enthalten, illustrierte Kethubofh und Megilloth in kunstvoller Arbeit und ziselierter Silberhülse, Thorarollen mit zärtlicher Liebe geschmückt und durch rasenden Haß der Pogromwüteriche geschän^ det — all dies bezeugt die Entwicklung des Kunstsinnes und bietet ein buntes Bild. Ein wahres Pantheon jüd. Geistesheroen bildet die Sammlung von Bildnissen, Handschriften, Autogrammen der jüd. Vertreter von Wissenschaft und Kunst. Hier erscheinen Sir Moses Montefiore, Rabbi Ezechiel Landau, Nathan Eyibeschütz, Sal. Rappoport, Spek- 227