Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 175 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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rnud Thora-Schule, wurde unter starker Mitwirkung des Vereines reorganisiert. Der Erfolg dieser Tätigkeit — der Afike Jehuda stellte aus seiner Mitte vier von den neun Mitgliedern der Talmud Thora- Kommission — war bedeutend und äußerte sich in dem rapiden Anwachsen der Schülerzahl. Um die Besetzung der Lehrstellen, namentlich der oberen, einst von R. Jehuda Teweles geleiteten Talmudklasse, mit geeigneten Lehrkräften zu ermöglichen, bewilligte der Verein aus seinen eigenen Mitteln 500 fl. Überdies arbeitete er unentwegt an der Verbesserung der anzuwendenden Unterrichtsmethoden. Nach einer zehnjährigen Wirksamkeit im Interesse dieser Anstalt war deren Reorganisation durchgeführt und sie wurde ganz in die Verwaltung der Gemeinde übernommen. Mit nicht geringerem Erfolg wirkte der Verein durch seine häufiger veranstalteten wissenschaftlichen Vorträge auch für die der Schulpflicht bereits entwachsene Jugend und für Erwachsene überhaupt. Die Resultate ernster Forschung, welche berufene Gelehrte hier zu Gehör brachten, haben in so manchem Herzen wieder tiefes Interesse für die Kulturgüter des Judentums erweckt und so manchen Wißbegierigen zur Weiterbildung angeregt. Und die große Zahl gefeierter Denker, welche im Rahmen des Vereins die Ergebnisse ihrer Geistesarbeit einer größeren Hörerschaft vermittelten, ist ein deutlicher Beweis für das hohe Ansehen, dessen sich der Afike Jehuda in allen Zeiten erfreute. Neben den Meistern jüdischer Kanzelberedsamkeit Dr. Adolf Jeline'k und Landesrabbiner Dr. B. Placzek glänzen hier die Namen von Gelehrten wie Prof. Dr. Brann, Prof. Dr. Gutmann, Prof. Dr. Eppenstein, Dr. M. Friedlän- „ der, Guttmann Klemperer, Prof. Dr. Gotthold Deutsch, Prof. Dr. Goldsteiri, Prof. Dr. Neumark, Dr. S. Funk und vieler anderer, nicht zu reden von den gelehrten Rabbinern, welche in der Prager Gemeinde wirkten und durch ihre tätige Mitarbeit im Vereine selbst, wie durch ihre in ihm gehaltenen Vorträge sich um dessen Gedeihen unvergängliche Verdienste erwarben. Es waren dies: Prof. Dr. Kämpf, Dr. Back, Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld, Dr. Nathan Grün, Dr. Alexander Kisch, Dr. A. Stein und Dr. M. Tauber. Ein weiteres Mittel zur Erreichung der dem Verein gesteckten Ziele war die Errichtung einer mit wertvollen Werken und vielen -Zeitschriften ausgestatteten Vereinsbibliothek mit einem Lesezim- 175