Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 154 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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auch das gantze Jahr hindurch mit Weib und Kind unturbirter gelassen und tollerirt (S. 171) werden möchte. Nun wissen wir uns gar wol zu erinnern, was uns die Herren jüngsthin für eine neue von allhiesiger Kauffmannschafft introducierte Judenordnung communiciret haben; Sintemahlen aber verlauten will, dass sothane Ordnung nicht allerdings ad effectum gebracht und daher nicht nur etlich dergleichen jüdischen Schamessenaus Pohlen, sondern auch anderen Privatjuden der beständige Aufenthalt gestattet werde: Als zweifeln wir nicht, requiriren die Herren auch hiermit, dieselben werden und wollen ernannten Lichtenstatt als erwehnter Prager Judenschafft bestellten Verwaltern, mithin ein kayserl. Unterthan alhier, mit Weib und Kind die beständige Subsistenz ümb soviel mehr deferiren und gestatten (S. 718) als bey seiner Verrichtung das kayserl. Interesse und Contributiones hauptsechlich versiren und befördern werden. Und wir bleiben denenselben zu freundl. Diensten befliessen. Geben auff der kayserl. Burg zu Breslau, den 27. Juni 1702. N. N. Rom. Kays. Maj. Präsident, Vizepräsident, und verordnete Kammerräthe in Ober- und Niederschlesien. Anmerkungen. 2) 1697 war z. B. der Prager Jude Veitel Fanita „über die jüdische Gefangene bestellter Inispector" in Breslau zuständig, wie daraus hervorgeht, daß (er sich um die Abnahme der Leiche eines in Breslau gehenkten Juden bemühte: Breslau Stadtarch. NNN 454 (in lose Akten: Juden); vergl. auch Mitt. d. Ges. f. jüd. Farn. Forsch. 1930. Heft 24. S. 317 zu Nr. 27. 2) Daher finden wir in allen Meßorten nach Landsmannschaften eingerichtete „Schulen" oder Synagogen. 3) Breslau hatte im Jahre 1455 (Januar 30) das Privileg de non tolerandis Judaeis von König Wladislaus erhalten; s. Brann, Gesch. d. Jud. in Schlesien S. 139. 4) Über die vom Wa'ad arba Arazoth eingesetzten Schammesse und Funktionäre werde ich an anderer Stelle berichten. 5) Diese Orte werden von den Prager Juden selbst genannt: Stadtarch. Breslau Boe. A. 81, S. 708/9 (s. auch Amh. Nr. 2.) 154