Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 151 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2416673-2416674-2416678--0167-3527731- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ten solle, welche Observantz nicht nur alda zu Breslau, sondern auch in andern Städten als zu Lintz und Leipzig (S. 709) und anderen Orthen, wo unser Brieff hingehet, eben also, dass der von denen Prager Judeneltesten vorgestelte Bediente, gegen Vorweisung eines unter der hiesigen Gemeinde Innsiegel verfertigten Brieffs,. von der hochlöbl. Obrigkeit durchs gantze Jahr hierzu erkennet und gehandhabet wird. Nun aber müssen wir vernehmen, dass dem von uns in Breslau bestellten Verwalter, besagter Hirsch Lichtenstadt, unverhoffet einiger Eintrag, consequenter ein Abbruch zugefügt und alle Zeit zwischen denen Jahrmärckten nicht geduldet werden will, da doch andere dergleichen jüdische Diener aus Pohlen und andern Orthen das gantze Jahr in Breslau geduldet werden. Wann dann aber, gnädige Herren Herren (S. .710), die hiesige und in Böhmer Landt wohnende Juden, ehe sie einem anderen ausländischen Diener unterworffen seyn wollen, viel ehender den Marckt und dortige Handelschafft das gantze Jahr entpehren und verlassen möchten, so aber dehnen kayserl. Regalien als der armen Gemein in den Perdonseinkunfften und Handtlungen allerseits zu einem grossen Schacjen und Abbruch gereichen möge, da doch eine jede Sache bey dem alten Gebrauch und Observanz, mithin mehrbesagter unser vorgestellter Bedienter in Breslau bey allem deme, was er dem bisherigen Gebrauch gemäss das gantze Jahr genossen und gehabt, hoffentlich fernerhin gelassen und darbey zu erhalten seye. Als gelanget an Ew. hochgräfl. Excellenz (S. 711) und Gnaden unser untertänigstes Anlangen und gehorsames Bitten, Sie geruhen, daß67) hierbey die königl. Regalien und Erschöpffung der Contributionslasten versiren, ohne unser unterthäniges Massgeben, diese Sache an eine hochlöbl. königl. schlesische Kammer in Breslau gnädig zu remittiren und zu recommendiren, auff dass offtbesagt unser denen Prager und Böhmer Landtjuden vorgestellter Diener Hirschl Lichtenstadt wie bishero bey seinem Dienst erhalten und geschützet und zu Erhaltung seines Dienstes das ganze Jahr unturbirter gelassen werden möge. Worbey zu dero gnädigen Gewehrung uns unterthanig empfehlen, in Verbleibung Ew. hochgräfl. Excellenz und Gnaden untertänigst gehorsamste Eltisten der Prager Judenschafft (S. 712) 151