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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1930-12-01 · 2 (Dezember 1930) · p. Seite 130

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
2 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 130 (sequence 67)
Language
German
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dien heutigen Tag erhalten. Der Verfasser schildert die Art der Verleihung der Berechtigung zur Ausübung eines Gewerbes, welches Recht in der Regel von der Cutsherrschaft als Grundobrigkeit ausgeübt wurde, führt die Abgaben an, welche von den jüdischen Handwerkern zu entrichten1 waren, berichtet u. a. über Differenzen zwischen den Judenschneidern von Nikolsburg, und der dortigen Schneiderzunft in der Mitte :des 17. Jahrhunderts, welche durch einen bei der dortigen Herrschaft abgeschlossenen umfangreichen Vertrag geschlichtet wurden, und führt noch viele interessante Daten an, welche hiemit in verdienstvoller Weise der Vergessenheit entzogen wurden. Dr. Theodor Haas. Hans F. R. Günther, Rassenkunde des jüdischen Volkes. J. F. Lehmanns Verlag München 1930, 352 S. mit 305 Abb. u. 6 Karten, Preis geheft. 11 Mk, geb. 13 Mk. Die Rassenkunde ist eines der heißumstrittensten Gebiete der biologischen und charakterologischen Forschung und ist in den letzten Jahren durch wissenschaftliche Charlatane wie z. B. Chamberlain stark in Mißkredit gekommen. Wenn auch eine stark einseitig nationalistische Tendenz dem Werke Günthers, der trotz aller gesuchten Objektivität mit seinem Gefühl auf dem Boden „arischer" Rassenanschauung steht, nicht abzusprechen ist, bietet sein Werk schon durch das reiche Bildermaterial und die Fülle der zwar nicht immer richtigen Beobachtungen, die ihn natürlich auch zu falschen Schlüssen verführen, eine anregende Lektüre. Ähnlich wie der jüdische Rassenforsciher Kahm kommt Günther zu dem Ergebnisse, daß das Judentum weder als Ras.se noch als Glaubensgemeinschaft, sondern als reines Volkstum aufzufassen ist. Günthers Buch hat in jüdischwissenschaftlichen Kreisen eine starke Gegnerschaft gefunden, so von Dr. Friedr. Hertz, Hans Günther als Rassenforscher (Philoverlag Berlin). Jedenfalls ist Günthers Buch mit großer Vorsicht aufzunehmen. H. G. Prof. Dr. H. Iltis, Volkstümliche Rassenkunde. Uraniaverlag Jena, 80 S. Vollständig frei von jeder nationalistischen und „rassistischen" Einstellung behandelt Iltis, der als OBiologe insbes. als Mendelforscber einen anerkannten Namen hat, das Rassenproblem, indem er fern von jeder Gefühlstendenz die konstitutiven Merkmale der Rassen hervorhebt und streng die Begriffe „Volkv und „Rasse" trennt. In gedrängter aber prägnanter Kürze erledigt er den Irrwahn des Rassendünkels und zeigt, daß höchstens Milieueinflüsse auf gewisse Abweichungen bestimmend' waren und verwirft die durch die Rassentheoretiker aufgestellte These der Abhängigkeit von Rasse und Kultur. Iltis' ,Jtassenkunde" ist ein unentbehrlicher Berater für alle, die sich in Kürze über den Stand der modernen Rassentheorie informieren wollen. J. L. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. 74. Jhrg. Heft 9/10. September/Oktober. Das neue Heft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums wird vor allem den Freund der Bibel und der jüdischen K u n s tf orschung interessieren. Kaniinka setzt seinen Bericht über Neuerschei- 130

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