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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1930-12-01 · 2 (Dezember 1930) · p. Seite 129

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
2 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 129 (sequence 66)
Language
German
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Bücher und Zeitschriften. Dr. Sam. Krauss, Geschichte der jüdischen Ärzte. Verlag der Bettelheimstiftung Wien, Buchhandel M. Perles. 175 S. Das vorliegende Schriftchen, das eine preisgekrönte Arbeit der Bettelheimstiftung darstellt, bringt überaus interessante Beiträge zur jüdischen Kulturgeschichte des Mittelalters und beleuchtet im besonderen die Stellung und' das Verhältnis der jüdischen Ärzte, welche meist als Zauberer, Hexenmeister oder Totenbeschwörer galten und nicht selten den Tod eines hohen Patienten mit dem Leben zahlten, da man sie des Giftmordes an ihnen beschuldigte. Überdies bringt die Abhandlung' interessante Details über den jüdischen Aberglauben, über die damals herrschende Rivalität unter jüdischen und christlichen Ärzten, macht uns mit heute beinahe unglaublich anmutenden Gesetzen, sowie kanonischen und landesfürstlichen Verordnungen bekannt, durch welche die Wirksamkeit der jüdischen Ärzte aus allzugrtfßer Ängstlichkeit (so durften sie z. B. die Arzneien nicht1 selbst bereiten) beinahe unmöglich gemacht wurde. Trotz dieser Beschränkungen wurden jüdische Ärzte immer wieder verlangt, ja sogar ihnen der Vorzug vor den christlichen gegeben und auf Fürstenhöf en gab es jederzeit einen jüdischen Leibmedicus. Wir werden auf das interessante Werkchen nochmals zurückkommen. H. G. Dr. H. FJesch: Urkundliches über jüdische Handwerker in Mähren. Unter diesem Titel veröffentlicht de.ir unermüdliche Forscher auf dem Gebiete der .mähr, jüdischen Vergangenheit auf etwa 20 Seiten eine Studie, in welcher er ein bisher nahezu völlig unbekanntes Gebiet innerhalb der Geschichte der Juden in Mähren im 17., 18. und» dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts erschließt. Denn gerade bezüglich dieser Materie fliessen die Quellen nur sehr spärlich und fehlt es gänzlich an einschlägiger Literatur. Deshalb bietet die bewußte Skizze einen willkommenen Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte der mähr. Judenschaft, Bekanntiich*wurden die Juden im Mittelalter, aber auch noch in den späteren Jahrhunderten, atuf das Gebiet des Handels gedrängt, während ihnen alle anderen Betätigungsgebiete ververschlossen waren, darunter auch die verschiedenen Formen des Handwerkes. Die christlichen Handwerker schlössen sich zu Zünften und Gemeinschaften zusammen, der Eintritt in dieselben war den Juden verwehrt. Dennoch gab es, wie der Verfasser unter Anführung konkreter Daten aus den einzelnen Gemeinden anführt, bereits in frühester Zeit jüdische Handwerker, insbesondere Fleischer, Schneider und Glaser, aber auch Bäoker, Bartscherer, Buchbinder, Gerber, KappelmsLcher, Knöpfelmacher, Kürschner, Schlosser, Schuster, Stöcikelmacher, Steinmetzer u. a. Bekanntlich hat sich die Bezeichnung des ausgeübten Handwerkes vielfach als Familiennamen bis auf 129

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