Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 2 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 103 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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wird, da die Elsässer Juden zu den von Napoleon geplanten Reformen, keineswegs ihre Zustimmung zu geben gewillt seien. Am 13. November teilte er wiederum mit, daß wenn auch die jüngere Judenschaft von der Notabelnversammlung eine Erleichterung der Religion, hauptsächlich des Tragens der Bärte, der Koschervorschriften u. dgl. erwarten dürfte und eine Annäherung an die christlichen Gebräuche erstreben, sei ihre Sympathie für Frankreich im Nachlassen, da durch die in den Zeitungen kundgemachte Verordnung, wonach das jüdische Vermögen im ganzen Reiche zu entziehen sei, sie alle Sympathien für Frankreich verloren haben. In der Tat zeigen sie im gegenwärtigen Kriege mit Preußen eine größere Sympathie für Preußen als für Frankreich. Besonders beunruhigend wirkte auf die Polizeihofstelle die am 2. Dezember 1806 von einem vertrauten Agenten des Reichstädter Oberamtmannes gemachte Mitteilung, daß sich die Prager Juden zu Kundschaftern über die Bewegungen der österreichischen Truppen von Frankreich gebrauchen lassen. Graf Wallis hatte hierauf sofort Alles getan, um diese Angaben zu überprüfen und die Gewißheit zu erlangen, ob sich tatsächlich böhmische Juden als Ausspäher für Napoleonische Zwecke gebrauchen lassen. 33) Selbst Kaiser Franz interessierte sich hiefür besonders und urgierte diesbezügliche Berichte, die jedoch nichts Positives ergeben konnten, da es sich, wie so oft in diesen Jahren, bloß um Gerüchte handelte. ) W. St. A. Kabinettsakten No. 1571 vom 7. Dezember 1806. 103