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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1930-12-01 · 2 (Dezember 1930) · p. Seite 69

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
2 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 69 (sequence 6)
Language
German
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seinen späteren Aufstieg. Undank hat Dr. Holzmann in reichem Maße geerntet, was ihn aber nicht abhielt, trotzdem selbstlos allen zu dienen, die seines Rates und seiner Hilfe bedurften. Holzmann entstammte wie so viele später bedeutende Männer dem mährischen Ghetto. Er wurde am 21. Juni 1860 in Slawathen bei Piesling als Sohn des Privatgelehrten Moritz Holzmann geboren, mit dem ihn eine seltene Liebe verband, die sich auch nach dessen Tode in rührender Pietät zeigte. In dem nahegelegenen Iglau besuchte er die Volksschule und das Gymnasium und maturierte daselbst im Jahre 1877. Hierauf studierte er an den Universitäten in Lemberg, Berlin und Wien Germanistik und klassische Philologie. In Lemberg promovierte er 1886 auf Grund seiner Abhandlung über Ludwig Börne. Ungefähr ein Jahr war er als Supplent an einem Wiener Gymnasium tätig, trat jedoch, da ihm das Lehramt keine Befriedigung brachte, im Jahre 1891 als Volontär in die Universitäts-Bibliothek ein und durchlief alle Stufen des mit kärglichen Bezügen ausgestatteten Bibliothekarberufes. 1894 wurde er Praktikant, 1898 Amanuensis. Ungefähr zehn Jahre später wurde er zum Skriptor ernannt, 1912 zum Bibliothekar I. Klasse und 1918 zum Oberbibliothekar. Am 31. Dezember 1922 wurde er unter gleichzeitiger Verleihung des Hofratstitels in den dauernden Ruhestand versetzt. Seit dem 6. Juli 1916 war er mit einer Urenkelin seines Großvaters Michael Holzmann, Charlotte Planer, welche schon viele Jahre vorher den einsamen und verbitterten Gelehrten betreute und dessen Haushalt führte, in glücklichster Ehe verheiratet. Holzmanns Bedeutung liegt vor allem in lexikalischen Arbeiten. Ferner veröffentlichte er: Ludwig Börne (1888); Adreßbuch der Bibliotheken der österr.-ung. Monarchie (1900) mit Bohatta; Ans dem Lager der Goethe-Gegner (1904); Deutsches Anonymen- Lexikon (1902-1928), I.—VII., mit Bohatta; Deutsches Pseudonymen-Lexikon (1906), mit Bohatta; Prärie und Urwald, Auswahl .aus den Werken Charles Sealsfield (1926); X. Y. Z., Satyrischliterarisches Taschenbuch für 1848 (1928). * Hofrat Dr. Michael Holzmann war Mitglied der Grillparzer- Gesellschaft in Wien, der Weimarer Bibliophilen-Gesellschaft und der Stifter-Gesellschaft in Wien. Die Zahl der Aufsätze, die Dr. 69

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