Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 1 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 57 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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seine Generäle sich nicht bedecken durften, so lange die Thora aufgestellt war". Napoleon hatte auch den Juden in Frankfürt feierlich versprochen, sich mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit dafür einzusetzen, „daß die Juden die nämliche Gerechtigkeit in ganz Europa erhalten, welche sie vor des Kaisers Titus Zeiten gehabt hätten". Popper teilte auch seinen Verwandten mit, daß er eine Einladung zur Teilnahme am Sanhedrin erhalten habe, der er jedoch infolge seines hohen Alters nicht Folge leisten könne. John berichtete ferner in seiner Relation, daß er aus dem feurigen Ton, mit welchem dies alles erzählt wurde, schließen muß, „daß dieses Pariser Blendwerk den Juden doch nicht ganz unlieb sei und daß sie so ziemlich anfangen, den Bon aparte für den Messias zu halten". Er habe auch feststellen können, daß die Juden über die preußischen Niederlagen im preußisch-französischen Kriege, der gerade in diesen Jahren geführt wurde, öffentlich Freude bekundeten, wenn auch unter dem Vorwande, daß Preußen, Österreich im Kriege 1805 im Stiche gelassen hätte. Den eigentlichen Grund des Jubels sieht er aber doch im Glück der französischen Waffen. Auf Grund dieses Berichtes hatte nun der Leitmeritzer Kreishauptmann das Landespräsidium über die in der Teplitzer Judengemei.nde wahrgenommenen Beobachtungen unterrichtet, ferner den Justizrat Ludwig Alois John beauftragt, in die erwähnten Briefe des Mainzer Rabbiners an die zwei Teplitzer Juden auf vorsichtige Art Einsicht zu nehmen und womöglich in Abschriften dem Kreisamte zur Verfügung zu stellen. Das Teplitzer Postamt wurde ebenfalls beauftragt, die Korrespondenz der Juden zu kontrollieren. Die Teplitzer Affaire ließ doch dem Landespräsidium keine Ruhe, da schon am 31. Oktober 1806 der Teplitzer Inspektionskommissar Eichler die Weisung erhielt, die sorgfältigsten Nachforschungen zu pflegen, um in den Besitz der erwähnten Briefe zu gelangen, ja es wurde ihm sogar der Vorschlag gemacht „unter dem Vor wand einer Bankozettelfälschungjsangelegenheit" das Haus des David Kulb und Juda Popper zu durchsuchen, um so die Einsicht in die Briefstücke zu erzielen, da man auf diese Weise vo.n den ersten Spuren einer Verbindung der böhmischen und ausländischen Juden Kenntnis erlangen muß. 57