Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 1 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 41 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Rozmitäl. Von Jaroslav Poldk-Rokycana, Prag. Die Geschichte einer böhmischen Adelsfamilie im Lichte eines jüdischen Historikers. Die Geschichte der Juden in Böhmen ist mit dem Namen der Herren von Rozmitäl eng verknüpft, so daß es die Mühe lohnt, die Familiengeschichte dieses einst so hervorragenden Geschlechtes einer besonderen Würdigung zu unterziehen. Die hier folgenden Kapitel stellen nicht etwa eine solche Familiengeschichte „derer von Rozmitäl" dar, — eine solche ist bereits wiederholt in recht ausführlicher Weise erfolgt 2); hier wollen wir vor allem das Verhalten einzelner hervorragender Glieder dieser Familie, deren Anteilnahme an dem Wohl und Wehe ihrer zeitgenössischen Juden feststellen. Die älteren Geschichtsforscher haben gerade in den Punkten, welche die Geschichte der böhmischen Juden streifen, ein ebenso abfälliges, wie ungerechtes Urteil gefällt, so daß der vorliegenden Arbeit der Wert einer regelrechten Richtigstellung zukommt2). Auch eines nicht minder wichtigen Momentes sei gedacht: es ist das Gefühl der Dankbarkeit, welches den Nachkommen jener so schwer geprüften Väter dazu leitet, denen Gerechtigkeit zukommen zu lassen, die in schweren Tagen die Staatsgeschicke leiteten und das, was in ihrer Macht lag, zur Linderung der Not und der Gefahren, die die Juden bedrohten, auch alles getan haben. Die Burg Rozmitäl liegt tief im Brdywalde, weitab vom Getriebe der Haupt- und Handelsstraße. Schon zur Zeit Pfemysl Otakars wird des Namens „Rosenthal" gedacht; der Volksmund schuf das öechische „Rozmitäl"; dieser Namen setzte sich auch seit dem 12. Jahrhundert durch. Der edelste Sproß dieser Adelsfamilie ist Leo („Lvik") z Rozmitäla; dessen Namen findet sich zuerst im J. 1447 vor. In der Zeit, wo sein Schwager Georg von Kunstät und Podebrad „Verwalter des Königseiches" wurde, fallt auch der Beginn seines Glückes und als sein Schwager gar König ward, stieg die Anzahl seiner 41