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Der Jude · 1833-12-24 · Heft 25 (24.12.1833) · p. Seite 204

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 25 (24.12.1833)
Date
1833-12-24
Page
Seite 204 (sequence 8)
Language
German
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204 tcn, so unverkennbare Spuren — nicht freilich jener durch die Zügellosigkeit der Begeisterung für eine edle Sache das Maaß der Besonnenheit überschreitenden Wärme, aber einer durch verletzte Eitelkeit persönlich gereizten Stimmung darzulegen, das; Jedermann schon weiß, was es mit jenem hohen Standpunkt über den Partheien auf sich hat. Um aber zu untersuchen, was denn Hrn. Str. zu der bitteren Laune, die wir in jener Vorrede wahrnehmen und zu den her: ben darin enthaltenen Ausfällen hat berechtigen können, wollen wir unseren Lesern zuvörderst die Thatsuchen, auf die es ankommt, wieder in's Gedachrniß rufen. Im Anfang des Februars dieses Jahres erschien in der Leipziger Zeitung der Entwurf einer allge: meinen Zudenordnung für den Preußischen Staat. Wenn gleich in der Einleitung ein Zweifel geäußert ward, ob er für die ganze Monarchie oder nur für das Großherzogthum Posen zur Anwendung kommen werde, so enthielt er doch manche Bestimmungen, wie z. B. die der Ausschließung von militairischer Beförderung, die nur im Fall der Anordnung für den ganzen Staat einen Sinn hatten, die ihn also deutlich als auf diesen Zweck gerichtet bezeichneten. Er war von Bemerkungen begleitet, die ihn als ein vorzügliches Werk legislativer Weisheit der öffentlichen Aufmerksamkeit empfahlen und deren Inhalt das Schmutzigste und Gehässigste war, was feit langer Zeit in dieser Angelegenheit geschrieben worden; es wurden darin selbst noch Bestimmungen des Entwurfs zu freisinnig gefunden: wenigstens entsinne ich mich, daß ein Verbot, Apotheken zu besitzen, schmerzlich vermißt wurde. Der Entwurf selbst war von der Art,' daß er fast auf alle Welt und selbst auf den größeren. Theil der Gegner der Emancipar tion den Eindruck des Grauens, wie ein der Gruft des Mittelalters entstiegenes Gespenst, machte; denn selbst unter den Gegnern, betrachten Diejenigen, welche auch nur durch den zartesten Faden mit ihrem Jahrhunderte und mit dessen Geiste Zusammenhängen, die Frage der EmancipariM als zwischen Stillstand und Fortschritt obschwebend und, wenn sie sich gegen den letzteren erklären, so schließen sie nicht minder jeden Gedanken des Rückschritts aus; jener Entwurf hatte aber, auf ganz Preußen angewandt, einen so ungeheuren Rückschritt enthalten, daß man ihn, nach Abwägung der Verhältnisse, wie schon bemerkt worden, füglich dem Widerruf des Edikts von Nantes an die Seite stellen konnte. Was war nun natürlicher, nothwendiger und lobenswerther, als daß sich auf diese Herausforderung der öffentlichen Meinung in einem Zeitungsartikel ebenfalls in periodischen Blättern mannichfache Stimmen gegen den jämmerlichen Entwurf und seinen jämmerlicheren Vertheidiger erhoben, so daß die Art und die Form der Zurückweisung genau der des Angriffs entsprach, indem Wort gegen Wort, Zeitungsblatt gegen Zeitungsblatt, Anonymität gegen Anonymität in die Schranken traten, nur daß der von der einen Seite angenommene Ton des Halbofficiellen von der anderen durch eine bessere Sache und eine geistvoilere Behandlung ausgeglichen werden mußte. Daß I solcher entgegnenden Artikel viele entstehen mußten, war ganz in der Ordnung, da der Leipziger Artikel großes Aufsehen machte und daher in vielen Zeitungen abgedruckt wurde; ja er ist von Berlin aus der ersten Hand zugleich an die Frankfurter Oberpostamtszeitung und, wenn ich nicht irre, auch an die Allgemeine Zeitung gesandt worden. Er kam auf diese Weise unter ein sehr mannichfaches Publikum und es mußte dem üblen Eindruck, den er bei Schwächeren durch die großen Autoritäten von Staatsmännern und Ministerien, hinter die er sich verbarg, machen konnte, an sehr verschiedenen Orten entgegengewirkt werden; es war aber nicht anzunehmen, daß die verschiednen Zeitungen bloße raisonnirende Artikel von einander entlehnen würden. Daß die Artikel großen Theils aus den Federn jüdischer Schriftsteller stoffen, war auch natürlich, da ihre Aufmerksamkeit zuerst und am entschiedensten aufgeregt werden mußte. Es hätte nur einen großen Mangel an Talenten bewiesen, wenn sich von dieser Seite keine Stimmen erhoben hätten, während Das, was wirklich geleistet worden, ein erfreulicher Beweis vom Gegentheil ist- (Der Beschluß folgt.) Gedruckt Ui Hammerich und Lesser in Altona.

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