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Der Jude · 1833-10-11 · Heft 20 (11.10.1833) · p. Seite 157

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Journal
Der Jude
Volume
2 (1833)
Issue
Heft 20 (11.10.1833)
Date
1833-10-11
Page
Seite 157 (sequence 1)
Language
German
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Der Jude. Periodische Blätter für Religion und Gewissensfreiheit. In zwanglosen Abteilungen herausgegeben von Dr. G. Riefser. •»■Hk* Zweiter Freitag, den Sand. 11. Dctober 1833. Mit Wönigl. Dänischem Mlerhöchstem Wrivilegio. Eigenthum des Herausgebers. In Commission bei I. F. Hammer ich in Altona. Betrachtungen über die Verhältnisse der jüdü schen Unterthanen der Preußischen Monarchie. (Fortsetzung.) 28ir haben uns noch über die Erkundigungen zu erklären, die Hr. Str. in Straßburg und der Umge'gend einzuziehen anrath. Wir haben mehrfache Gelegenheit gehabt, gerade dort Erkundigungen einzuziehen und stimmen in jenen Rath von ganzem Herzen ein. Jede aufmerksame Beobachtung der dortigen Verhältnisse und herrschenden Ansichten über diesen Gegenstand muß die Ueberzeugung begründen, baß der Wahn , welche manche Deutsche darüber hegen oder vorschühen, auf dem gröbsten Mißverständnisse, insbesondre darauf beruht, daß Jene eine wahrhafte, selbstständige öffentliche Meinung über eine rechtliche, politische und moralische Frage noch nicht zu begreifen und zu erkennen gelernt haben, sie daher von Urtheilen und Neigungen, Persönlichkeiten betreffend, nicht zu unterscheiden im Stande sind. Man sammle die Stimmen von den höchsten bis zu den niedrigsten Ständen im Elsaß so gut wie in jeder anderen Französischen Provinz, man höre auf die Organe der öffentlichen Meinung in den Journalen wie auf der Tribüne, und man wird nur eine übereinstimmende Meinung rücksichtlich der rechtlichen, politischen und sittlichen Nothwendigkeit, 2r Bd. so wie der heilsamen Folgen der Rechtsgleichheit der Konfessionen, der seit 40 Jahren vom Gesetze und vom Volke anerkannten vollen Gleichstellung vernehmen. Etwas Anderes ist das öffentliche Urtheil über den Grad der Bildung und der Aufklärung eines oder des anderen Theiles der Bevölkerung. In dieser Beziehung sind die Thatsachen einfach und deutlich. Die Franzosen zählen die Juden der südlichen Departements, wo sie schon in früheren Jahrhunderten menschlicher behandelt worden, zu den Gebilde tecen, die des Ostens zu den minder Gebildeten ihrer Mitbürger. Aber Ln diese letzte Kategorie setzen sie auf gleiche Weile und auf eine noch niedrigere Stufe die Katholiken des Westens und rheilweise des Südens. So wie sie den Grund der geringeren Bildung der Juden nebst der schmählichen Unterdrückung vieler Jahrhunderte auch in religiösen Vorurtheilen sehen, so sehen sie ihn bei dem Landmanne der Vendee neben der ehemaligen feudalen Unterthanigkeit in dem katholischen Fanatismus. Es ist gewiß, daß der Katholicismus der Vendee in Frankreich zehen Mal unpopulärer ist, als das Judenthum des Elsaß. In diesem sieht der aufgeklärte und patriotische Franzose nur unschädliche Vorurtheile, deren etwanigen nachtheiligen Wirkun gen ein starkes, für Alle gleiches Gesetz leicht begegnen könnte; in jenem glühende Leidenschaften, der 21

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