Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1833)
- Issue
- Heft 15 (9.8.1833)
- Date
- 1833-08-09
- Page
- Seite 124 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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dasselbe erklärt hat, die Abgeordneten eines solchen LandeStheiles berechtigt sein sollen, ihre abweichende Meinung zu den Landtags-Verhandlungen zu geben mG, gleich der Majorität, eine besondere König!. Entscheidung zu erwarten. Ein solches Streben, die Regierung mit den Wünschen jedes, auch des kleinsten LandeStheils, möglichst bekannt zu machen, ist gewiß höchst lobenswerth und es wäre gewiß sehr nützlich, wenn es ausführbar wäre, das Verfahren noch viel weiter hinab in's Einzelne zu treiben, die Wünsche jeder Gemeinde — und warum nicht auch jeder Familie? — laut werden, zu lasten. Nur vergleiche man solche Aeußerungen nicht mit den Aussprüchen einer gesetzgebenden Versammlung, die sich im Fall des Zwiespalts nicht in getrennte Theile und getrennte Rücksichten aufzulösen, sondern vielmehr alle jene Trennungen durch die Auffindung eines höheren Standpunktes zu beherrschen und zu vereinigen hat. Da man einmal angefangen hat, die bedenkliche Zusammenstellung des provinzialständischen mit dem konstitutionellen System zu unserem Nachtheil vorzunehmen, und uns durch eine Art von Identifikation beider zur Auffindung der unterscheidenden Merkmale derselben genöthigt hat, so wird es uns wohl erlaubt .sein, auch die mangelnde Oeffentlichkeit der Berathunr gen, die man ja als ein wesentliches Moment des konstitutionellen Lebens zu betrachten gewohnt ist, in Anschlag zu bringen. Was sich als Ausdruck der „öffentlichen" Meinung geltend machen soll, das muß auch die Oeffentlichkeit in keiner Beziehung scheuen. Es ist etwas Anderes, Vorschläge machen, wie sie dem Belieben der Mehrzahl entsprechen, Vorschläge, nach deren Gründen Keiner zu fragen, deren Rechtfertigung Keiner zu fordern berechtigt ist, die selbst der allgemeinen Aufmerksamkeit nur in geringem Grade ausgeseht sind, da sie nur ein indirektes Interesse darbieten, insofern es nämlich der Regierung gefällt, sie bei einer dereinstigen Gesetzgebung zu berücksichtigen; und etwas Anderes, die Motive einer angenommenen Bestimmung öffentlich darlegen,. sie gegen die Ansprüche der Gerechtigkeit und Humanität vor den Augen der Welt im offener Rede Berichtigungen. Nr. 13. S. 106. Sp. 2. A Nr. 14. S. 115. Sp. 1. Z vertreten und gegen die Ansichten der Minorität siegreich vertheidigen müssen. Es ist kaum zu berechnen, was den freisinnigeren, humaneren Ansichten, besonders wenn sie sich noch in der-Minorität befinden, aus diesem Verfahren für eine mächtige Stütze erwächst. (Die Fortsetzung folgt.) Litterarisehe Anzeige. HOIDK ITT Der Weg des Glaubens, oder: Di e k l eine Bibel; enthaltend einen vollständigen Auszug aus den Büchern der heiligen Schrift; zunächst für israelitische Frauen und Mädchen, und mit Rücksicht auf den Unterricht in der Religion und Sittenlehre für Knaben und Mädchen zum Schul - und Privat-Unterrichte bearbeitet von Dr. M. Bübin g er. (M. d. Motto: „Gras verdorrt, Blumen welken hin, aber unsers Gottes Wort besteht ewiglich." Iesaia 40, 8.) Dritte, durchaus verbesserte und stark vermehrte Auflage. Stuttg. Metzler 1833. XVI. u. 445 S. Auf ein Werk aufmerksam zu machen, welches bereits in der dritten Auflage vor uns liegt, kann überflüssig scheinen, da ein solches durch sich selber hinlängliche Aufmerksamkeit erregt hat. Aber die Freude über eine solche in unserer Litteratur rwch immer seltene Erscheinung zu äußern, die Freude darüber, daß ein der Förderung des religiösem Bewußtseins bestimmtes Buch in dem Kreise, für den es bestimmt war, volle Anerkennung gefunden har, und daß es somit einem wirklichen Bedürfnis abgeholfen hat, das ist nicht überflüssig. Es läßt eine solche Erscheinung uns einen Blick in das religiöse Leben unserer Glaubensgenossen thun, sie zeigt, daß selbst in den Kreisen, denen die ererbte Form der Gottesverehrung nicht genügt, der Sinn für das Religiöse nicht erstorben, daß sie nur eine zeitgemäße Umbildung desselben bezwecken. Daß Hr. Or. Büdinger dieses erkennt, daß er es auf die rechte Weise vor mehreren Anderen, die denselben Gedanken auszuführen gestrebt, erkannt, dafür gebührt Hm unser wärmster Dank. Die Einrichtung des Buches ist im Wesentlichen gegen die beiden früheren Ausgaben nicht verändert, und darf daher bei Denen, denen diese LiMratur am Herzen liegt, als bekannt vorausgesetzt werden. Die bessernde Hand des geehrten Verf. Mer ist überall wahrzunehmen, die bedeutenden Veränderungen in der Vorrede zu dieser Ausgabe angedeutet. So wünschen wir denn dem Buche auch in dieser neuen Gestalt den reichsten Segen und den fortdauernden Beifall Derer, für die es.zunächst geschrieben ist. MI * 14 statt Zwang l. Zweig. ' 17 und 18 statt Nicht-richtung l. Nicht-achtung. \