Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1833)
- Issue
- Heft 11 (9.7.1833)
- Date
- 1833-07-09
- Page
- Seite 92 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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92 also „nach dem alten Herkommen" nicht die deutschen Vorträge überhaupt, sondern nur die in reiner deutscher Sprache zu haltenden verbieten und die Polizei höchstens beauftragen dürfen, darüber zu wachen, daß die erforderliche Anzahl von Sprachfehlern und uncorrekten Ausdrücken in jeder Rede verkäme! Aber das Deutfchreden überhaupt verbieten, das war selbst nach dem ältesten Herkommen zu stark! Daß nun jene Unterdrückung des allernatürlichsten und nothwendigsten gottesdienstlichen Fortschritts — sei es mit Recht oder mit Unrecht — von der größeren Menge der nachdenkenden Juden nicht an,' ders als wie ein Akt der Feindseligkeit gegen die geduldete Religion, als entsprossen aus dem Streben, das Zudenthum in der undurchdringlichen, dem ELnströmen frischer Lebenslust fest verschlossenen Umhüllung. seiner der Gegenwart immer fremder werdenden Formen ersticken, es in ihrer Starrheit erstarren zu lassen, jeder lebendigen Empfindung der Andacht ihre Nahrung innerhalb des jüdischen Gottesdienstes zu entziehen, und sie dadurch zu nöthigen dasselbe im Schooße der christlichen Kirche zu suchen — daß jener Akt im Zusammenhänge mit dem ganzen Verfahren der Preußischen Regierung gegen ihre jüdischen Unterthanen nicht anders aufgefaßt werden konnte, wird man mindestens natürlich finden. Wie sehr dieses Gefühl, in ihren geistigsten heiligsten Angelegenheiten unterdrückt, in ihren natürlichsten, unveräußerlichsten Rechten gekränkt zu werden, die Ger mAher verletzen mußte, wird ein Jeder leicht ermessen können. — (Die Fortsetzung folgt.) iff'*. . Littersvisehe Anzeige. Offenes Sendfchrsiben an Herrn Geh. Ober - Regiernngsrarh K. Streckfuß zur Verständigung Über einige Punkte in den Verhältnissen der Juden von Dr. Z. M. Io st. Berlin 1883. 94 S. Oktav. Der Herausgeber dieser Blättet bezweckt durch diese kurze Anzeige nichts Weiteres, als seine Leser auf die eben benannte, so eben erst im Buchhandel verbreitete Schrift möglichst schnell aufmerksam zu machen und sie somit zur Durchlesung derselben dringend aufzufordern. Eine solche dringende Aufforderung ist ohne weitere Anempfehlung schon in dem Namen des geehrten Verfassers der Geschichte der Israeliten enthalten so wie auch in dem hohen Interesse, welches ein litterarischer Streit darbietet, der sich mittelbar an die wichtigste legislative Verhandlung anjchließt, die vielleicht in diesem Augenblicke über die künftige Gestaltung der Verhältnisse unserer Glaubensgenossen obschwebt. Die Ausführung ist der Wichtigkeit des Gegenstandes so wie den Erwartungen, die jeder Gebildete von dem Verfasser hegen wird, vollkommen entsprechend. Wer durch den Inhalt der Streckfußschen Schrift betrübt worden und von derselben nachtheilige Folgen für unsere Sache gefürchtet hat, der wird in der vorliegenden ein mehr als hinlängliches Gegengift, eine Widerlegung, die in jedem für Wahrheit einigermaßen empfänglichen Gemüth die Wirkungen jener zerstören muß, finden. Neben der Gründlichkeit und Gediegenheit des Inhalts, auf die ein Jeder, wenn er den Namen des Verfassers sieht, sicher rechnen und die er in vollem Maße wieder finden wird, zeichnet sich diese Schrift selbst vor den übrigen Schriften des Verfassers durch eine noch gelungenere und lebendigere Darstellung aus. Auch in Beziehung auf Thatsachen, die sie in Betreff der Preußischen Juden enthalt, ist sie sehr lehrreich, und wir werden auch für die größere Arbeit über die Verhältnisse der Preußischen Juden, die uns beschäftigt, manchen Nutzen aus ihr ziehen. Es bleibt dieser Schrift nichts zu wüschen übrig, als eine möglichst größere Anzahl von Leftrn unter allen Ständen und Konfessionen. Sie wird den wohlverdienten Ruhm des Verfassers erhöhen, und unserer Sache, besonders in Preußen, auf das sie natürlich vorzugsweise berechnet ist, gewiß nützlich werden. Berichtigungen. Nr. 9. S. 71. Sp. 2. I. 22 statt kontastiren l. konstatrren. S.-73. Sp. 1. Z. 24 ist „zu" zu streichen.,■ Nr. 10. S. 78. Sp. 2. Z. 29 st. letztem l. letztere. S.79. Sp. 1. st. die gebildeteren l. den gebildeteren. Sp. 2. 3.2 v. u. st. wundewoller l* würdevoller. S. 81. Sp.2. 3.4 v. u. statt Versetzungen l. Ver- - > fttzung. S. 82. Sp. 1. Z.11 st. muß k. müssen. Sp.2. in der Note 3.5 ff. unerlaubten er- ' laubten. 5.83. Sp. 1. 3,7 st. gebildeten l. geduldeten. 5.84. Sp.2. 3.10 v. u. st. gestatten wollte l. zu - : ■ gestatten. i-t...' :7, v;. " -■ ' Gedrückt des H a m m e r i ch und L e s se r in Altona. "M" " i .. ■ ■ iii . ■ ...» ..V». »