Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1833)
- Issue
- Heft 7 (24.5.1833)
- Date
- 1833-05-24
- Page
- Seite 53 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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-er Jude. Periodische Blätter für Religion und Gewissensfreiheit. In zwanglosen Abtheilungen herausgegeben von Dr. G. Ri esser. Zweiter 24. Mai 1833 Freitag, den Eit Nönigl. Dänischem Allerhöchstem Mrivilegio. Eigenthum des Herausgebers. In Commission bei I. F. Hammerich in Altona. * - ' Betrachtungen über die Verhältnisse der jüdischen Unterthanen der Preußischen Monarchie. (Fortsetzung.) hingegen höre ich von der anderen Seite, daß man mehreren Offizieren jüdischen Glaubens, die um die Zeit des Befreiungskrieges befördert worden, durch die Versagung des ihnen nach militairischer Gewohnheit gebührenden Avancements den Austritt aus der Armee zu einer nothwendigen Ehrensache gemacht hat; daß man ferner in neuerer Zeit gleich dem Ein; tritte eines Juden in die Offiziers-Karriere Schwierigkeiten entgegensetzt. Noch beklagenswerrher als solche Vorfälle ist der Umstand, daß man zur Zulassung in die Reihen der bevorzugten Regimenter z. B. der Garde*) die christliche Religion zur Bedingung gemacht hat: ein Verfahren, das wir besonders darum in tiefster Seele bedauern, weil es auf Ertödtung des dem Soldatenstande so nöthigen Ehrgefühls bei den dienenden Juden und Trübung hes dem Unterschiede der Religion gewiß an sich fremden Verhältnisses der ') So findet sich in einem vor mir liegenden Blatte der Haude- und Spenerschen Zeitung vom 6. Februar 1828 eine Bekanntmachung, in welcher unter den Bedingungen, um in ein Königliches reitendes Feldjäger-Corps ausgenommen zü werden, das Bekenntniß einer der christlichen Consessionen genannt ist. 2r Bd. Kameradschaft, gleichviel ob absichtlich oder nicht, hin, zielt; und weil die aus einer solchen Behandlung leider nur zu leicht entsprießende Unlust am Kriegsdienste von Leuten, deren gefälliges Gedächtniß jeden Augenblick Alles, was nicht in ihren Kram taugt, zu vergessen bereit ist, aller Erfahrung zum Trotz, zu dem schändlichsten aller Vorwürfe benutzt wird; zu einem Vorwurfe, der vor allen anderen das Mißliche hat, daß es einem Ehrenmanns darauf mit Argumenten zu erwiedern unmöglich ist, da, indem er ihn als gegen sich mit gerichtet betrachten muß, eine auf anderem Gebiete, als dem des Wortes und der Schrift zu gebende und zu fordernde Erklärung die erste Antwort darauf sein müßte. — Die in den oben angeführten Tharsachen sich aussprechende Inkonsequenz bin ich weit entfernt zu rügen: es wäre zu schrecklich, wenn der Fanatismus wieder konsequent würde! Auf die Sache selbst aber und ihre bis jetzt noch ringe, wisse, vielleicht, wie manche andere hieher gehörige einer baldigen Entscheidung vorbehaltene Lösung legen wir den größten Werth. Wenn es uns aufgelegt wäre, zu wählen zwischen der Aufhebung einer der verschiedenartigen Beschränkungen, wenn nicht das ganze System der an der Religion haftenden Unterdrückung in einer unseligen Kette zusammenhinge, von welcher nicht leicht ein Glied ohne Berührung der anderen hinweggenommen wird, so wüßte ich keine 8