Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1833)
- Issue
- Heft 3 (26.4.1833)
- Date
- 1833-04-26
- Page
- Seite 24 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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24 mußten das Vertrauen erwecken, daß in dieser Beziehung mindestens über die günstige Auslegung des tz. 9 des Gesetzes kein Zweifel mehr obwalte, und daß der Jude, wenn er mit seinen christlichen Mitbürgern die Mühen und Gefahren des Kampfes theilte, auch des gleichen Anspruchs auf Ehre und Auszeichnung theilhastig werden würde. Viele widmeten sich natürlich den Wissenschaften, und es war vorauszusehen, daß Manche sich mit besonderem Eifer denjenigen Zweigen der Wissenschaften widmen würden, — deren Anzahl überdies in Preußen aus Gründen, die wir später entwickeln werden, größer als in irgend einem anderen Staate ist — von welche!: sie nur durch eine vom Staate zu verleihende öffentliche Stellung einen nützlichen, praktischen Gebrauch zu machen hoffen durften. Allen Diesen war das für heilig und unverbrüchlich geachtete Wort des Gesetzes der Boden geworden, auf welchen sie sich mit allen ihren Kräften und Hoffnungen gestellt, die Quelle der Lebenslust, aus welcher sie die Möglichkeit eines bürgerlichen Daseins, einer Wirksamkeit, welcher die wenigsten Menschen zu entbehren im Stande sind, empfangen sollten. War die Vollziehung des Gesetzes ungewiß, so wankte der Boden unter ihren Füßen, so war die Quelle der Lebenslust ihres bürgerlichen Daseins für sie vergiftet und Tod bringend. Die Wendung, welche das Schicksal Derer, die sich m diesem Falle befanden, genommender Todeshauch, der die Blüthen so mancher Hoffnungen vergiftete, wird in dem folgenden Abschnitte unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. (Die Forts, folgt.) ttch gewesen. Es würde uns sehr angenehm sein, wenn näher Unterrichtete uns eine Bestätigung oder eine Nachweisung, wie der Jrrthum entstanden, zukommen ließen. Königsberg, bei den Gebr. Bornrrager in Com- Mlssion: Philosophia Kabbalistica et Pantheismus. Ex fontibus primariis adumbravit atque inter se comparavit Dr. M. FreyStadt. 1832. VI. und 143 S. 8. Unterzeichneter beabsichtigt durch das Folgende keine Kritik dieser „Darstellung Der Kabbala und ihrer angeblichen Verwandschaft zum Pantheismus;" er will nur" darauf aufmerksam machen, daß durch diesen Versuch der historische Glaube eine Berichtigung erfahrt und daß diejenigen Bekenner der mosaischen Religion, die des, Verfassers Antipathie gegen den Pantheismus theilen, daraus die Beruhigung schöpfen können, daß eure der ausgezeichnetesten und einflußreichsten Leistungen der jüdischen Theologie jeden Vorwurf des Atheismus zurückzuweisen berechtigt set, wenn Pantheismus wirklich auf atheistischen Prinzipien beruht oder zu solchen Resultaten hinführt. Der übrigens noch junge Verfasser hat die theologische Bildung, deren sich die Rabbinen zu erfreuen haben — man harte ihn für diese Laufbahn bestimmt — in vollem Maaße genossen. Da er den Trieb nackumfassenderen Studien fühlte, erwarb er sich in Kurzem die Kenntnisse, die erforderlich sind, um den Universitatsvorträgen mit Erfolg beiwohnen zu können, und nachdem er sich mit den philosophischen Leistungen der Deutschen in neuester Zeit innig vertraut gemacht hat, genügt sein Bildungsgang den Anforderungen, die man für einen jüdischen Theologen aufstellen kann, so vollkommen, als es bei Allen zu wünschen wäre, die sich über Gegenstände der christlichen Theologie ein Urthett zutrauen. Ref. — ein Christ — hat um so mehr gewünscht, gerade in dieser Zeitschrift auf jene Schrift aufmerksam zu machen, je mehr er hoffen darf, bei den Lesern dieser Blatter für Religion und Gewissensfreiheit eine Vereinigung von Bildung und Theilnahme zu finden, die dem wichtigen Gegenstände die vielseitigste Berücksichtigung angedeihen lassen wird. Obschon nämlich die Behauptung des Verfassers, daß die für ein pantheistjsches System gehaltene Kabbala ein reiner Theismus sei und seine Art, diesen Satz aus den ursprünglichen, bisher nicht benutzten Quellen zu rechtfertigen, auch für Philosophen und Theologen der christlichen Kirche in Bezug auf die Schattenseite ihrer Wissenschaften ein namhaftes Interesse hat: so ist es doch eigentlich der jüdische Gelehrte, den die Behauptung des Verfassers, daß die von manchen seiner Glaubensgenossen geschätzte Kabbala von dem Vorwurfe des Pantheismus frei sei oder diese Zierde abgeben müsse, vorzüglich in Anspruch nehmen Wird. Ehe wir den Inhalt der von Dr. Freystadt angestellten Untersuchungen in der Kürze angeben, müssen wir noch vor dem Mißverstände warnen, als handele der Verf. von jener praktischen Kabbala nach deren wunderwirkender WDMM man vorzüglich im 16. Jahrhundert noch so Diele streben sieht; er spricht nur von den spekulativen Prinzipien dieser Lehre, ans denen Wunder vielleicht Nur vermöge eines Glaubens hepvsrgehen, den die jetzige Zeit nicht zu fmnm Meint-— -(De« Beschluß folgt.) GedruM Set- Ha m m e r i ch und L e s se r in Altona.