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Der Jude · 1833-02-05 · Heft 26 (5.2.1833) · p. Seite 201

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1832-1833)
Issue
Heft 26 (5.2.1833)
Date
1833-02-05
Page
Seite 201 (sequence 1)
Language
German
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Der In-e. Periodische Blätter für Religion und Gewissensfreiheit. In zwanglosen Abtheilungen herausgegeben von Dr. G. Riesser. Dienstag, den 0 5. Februar 1833 Mit Mönigl. Dänischem Allerhöchstem Mrivilegio. Eigenthum des Herausgebers. In Commission bei I. F. Ham wer ich in Altona. Stimmen über das Verfahren der Badischen Kammer in der Angelegenheit der Emancipation der Juden. In den Nummern 84, 93, 108 und 110 der Deutschen Tribüne vom 24sten September, 3ten, 10ten und 20sten Oktober 1831 finden stch die folgenden Artikel, in denen wir eine erfreuliche Uebereinstimmung mit den von uns über denselben Gegenstand geäußerten Ansichten wahrnehmen, und die, wie wir glauben, für unsere Leser nicht ohne Interesse sein werden. Zum genauen Verständnisse derselben erinnern wir daran, daß sie in der Zwischenzeit zwischen der Verhandlung in der Badischen und in der Bairischen Kammer geschrieben worden, als von der letzteren noch nichts außer dem Gutachten der Majorität des Ausschusses zur öffentlichen Kunde gelangt war, welches auf ähnlichen Ansichten, wie die Anträge der Badischen Kammer beruhte, in der Kammer selber aber durchaus keinen Anklang fand. - s Ueber Bedingungen zur Emancipation der Juden. Es giebt in Deutschland viele Mensches die sich nicht entschließen können, einen Grundsatz — gleichviel über welche Lehre — unbedingt und unverklausulirt anzunehmen. Das Wenn und das Aber ist vielen Gemüthern so tief eingeprägt, daß ihre Gründlichkeit in pedantische Breite, ihre Gewissenhaftigkeit in verächtliche Engherzigkeit ausartet. Gelingt es uns zu unserem eigenen Erstaunen einmal, über einen Grundsatz in's Reine zu kommen, so sinken wir in der Regel, sobald es sich von der Anwendung handelt, zum Sklaven der Umstände herab, die unser Geist beherrschen sollte. Fragt man diesen oder jenen Professor und Volksredner, diesen oder jenen AbWrdneteü einer deutschen Kammer über seine Ansicht voMem Prinzips der Glaubens- und der Gewis^sfreiheit, so antwortet er ohne Bedenken; Ich bOenÜe mich zu des großen Cannings Grundsatz;..politische und religiöse Freiheit über die ganze W^. Legt man aber demselben Manne einen FaHvor, auf den dieser Grundsatz augenscheinlich an- WKnden ist, die Frage der Emancipation der Juden, Jfl runzelt sich seine Stirn, entfaltet sein Geist eine F gewaltige Gelehrsamkeit in rabbinistischen, talmudistischen, historischen, kirchen- und staatsrechtlichen Studien, und siehe da! zuletzt schrumpft der edle, große, gerechte Grundsatz zusammen in eine elende spießbürgerliche Ansicht. Ich halte es für unnöthig, das Recht der Juden aus volle unumschränkte Emancipation in Ihrem Blatte weitläufiger auseinander zu setzen. Mächtigere Stimmen als die meinige haben sich dafür erhoben, und die Gegner sind mit den eigenen Waffen geschlagen worden. 26

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