Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 1 (1832-1833)
- Issue
- Heft 21 (21.12.1832)
- Date
- 1832-12-21
- Page
- Seite 161 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jude. Periodische Blätter für Religion und Gewissensfreiheit In zwanglosen Abtheilungen herausgegeben von Dr. G. Riesser. Freitag, den 21. December 1832. Mlit Wönigl. Dänischem Allerhöchstem Mrivilegio. Eigenthum des Herausgebers. In Commission bei I. F. Hammerich in Altona. Litterarische Anzeige. Ueber die Lage der Juden nach gemeinem deutschem Rechte und die Mittel, dieselbe zu verbessern rc. Von Dr. Moritz Cohen. (Beschluß.) (Ieite53—57 werden auch die positiv-rechtlichen Gründe kurzaus einander gesetzt, „die einem Theile der einheimischenJsraeliten" einen so unbestreitbaren Anspruch auf das Bürgerrecht geben, daß man es ihm nur dann länger vorenthalten mag, wenn man die Ungerechtigkeit gegen die Bekenner des Mosaismus bis zu einer Verletzung ihrer wohl erworbenen Rechte treiben will. S. 57—60 wird mit Recht auf die in den meisten Punkten lobenswerthe Gesetzgebung im Königreich Würtemberg chingewiesen. Eine durchgreifende Reform des jüd. Schul- und Cultuswesens ist dem Verf. das zweite Mittel zur Verbesserung der unglücklichen Lage der Juden im Königreiche Hannover. Er ist aber der Meinung, daß eine solche Reform nur mit Hülfe der Regierung gelingen dürfte, „indem die Juden allein, aus einleuchtenden „Gründen, in dieser Hinsicht für das Allgemeine ver- „hältnißmäßig wenig auszurichten vermögen?' Ob wir gleich die Seite 60—65 gemachten Vorschläge nicht anders als sehr zweckdienlich finden, so können wir uns doch nicht davon überzeugen, daß der Regierung in Sachen des Cu l tu s, der mit der Religion selbst so innig verwebt ist, eine entscheidende Stimme zukömmt. So wenig es die Bessern und Erleuchteten in der Mit- und Nachwelt billigen können, daß eine Regierung sich so weit vergessen konnte, die Gewissensfreiheit verletzend, ihren isr. Unterthanen das besser eingerichtete Gotteshaus zu schließen, um eine größere Lust nach den geöffneten Hallen der christlichen Kirchen rege zu machen: so wenig kann es gut geheissen werden, daß selbst der gelauterteste Cultus von christlichen Behörden angeordnet oder anbesohlen werde. Freilich wird, wo die intellectuelle Cultur bei der Menge noch geringe Fortschritte gemacht, die Abweichung vom Hergebrachten im religiösen Cültus — Schwierigkeiten finden; indessen muß die Beseitigung derselben auf andern, als polizeilichen Wegen bewirkt werden. Und stellen sich Männer wie der Herr Verf. an die Spitze: so wird das Bessere wohl nach und nach Eingang finden. Zudem ist ja der jetzige Rabbiner im Königreich Hannover ein wissenschaftlich gebildeter Mann, dessen philosophische Studien für seine Wirksamkeit nicht ohne Frucht bleiben können. Der regelmäßige Vortrag in der Synagoge giebt Gelegenheit genug, die Gemeinden auf das zu richten, was Noch thut. Die vierte Abtheilung enthält den Versuch einer I Widerlegung der wichtigsten Einwürse gegen die Eman- 21