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Der Jude · 1832-12-14 · Heft 20 (14.12.1832) · p. Seite 160

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1832-1833)
Issue
Heft 20 (14.12.1832)
Date
1832-12-14
Page
Seite 160 (sequence 8)
Language
German
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I frohe Gegenwart durch die Nähe des erhabenen Vice- Königs geleistet, hinlängliche Garantie für künftiges ungetrübtes Glück durch ein freisinniges Grundgesetz gewähren." (S. 35. 36.) Gewiß der erhabenste Monarch könnte der unsterblichen Reform-Bill kein schöneres Seitenstück geben, als eine Maaßregel, welche 10,000 unschuldig unglückliche Knechte in glückliche und freie Menschen verwandelte! Die dritte Abtheilung führt die Ueberschrist: „über die Nothwen digkeit einer Verbesserung der Lage der einheimischen Israeliten, und die Mittel, solche zu bewerkstelligen," (Seite 37—65.) Nachdem der Verf. auf seine gewohnte freisinnige Weise, (S. 37—40) in starken Worten dargethan, daß „der Staat, der an denMosaismus die Ausschließung von den wichtigsten Rechten knüpft, zugleich aber erklärt, daß diese Ausschließung mit der Taufe aufhören soll — wie dieses allenthalben der Fall ist, wo die alte Legislation hinsichtlich der Juden noch besteht, — daß ein solcher Staat die größte Grausamkeit nur gegen die Achtungswerthen ausübt, die sich scheuen, mit den heiligsten Gegenständen ein Spiel zu treiben, und, schnöden Gewinnes halber ihren Glauben zu verläugnen, wird die Nothwendigkeit, die Lage der einheimischen Juden zu verbessern, dadurch motivirt, daß 1) die Regierung die Sünde gegen die ersten Grundsätze der Gerechtigkeit und Sittlichkeit nicht zu begehen foerfahre; daß 2) sowohl die Moralität als der Wohlstand der Juden bei der Maaßregel, dieselben b l o s auf den Handel zu beschränken, immer mehr leiden müsse, welches \a dem Staat selbst nicht gleichgültig sein könne, da sein Schicksal mit dem seiner Unterthanen aufs engste verbunden ist; der Staat bereite sich 3) durch den Druck seiner Israelitischen Unterthanen die größten Nachtheile. Abgesehen davon, heißt es S. 42, daß er in Folge jenes Verfahrens im allgemeinen eben so viel schlechte, als durch die entgegengesetzte Verfahrungsweise gute Bürger erhält, nährt er dadurch unter seinen Bewohnern stets Mißtrauen und Zwiespalt, und giebt selbst zu solchen, das Gemeinwohl gefährdenden Scenen Anlaß, wie wir in neuster Zeit sogar an mehreren Orten gesehen, die der rasende Pöbel sich um so eher gegen die Juden erlauben zu dürfen glaubte, da er in der geringen Sorgfalt, welche den letztem von ihren Regierungen geschenkt wird,'einen Entschuldigungs-Grund für sein rohes Benehmen zu finden wähnte. 4) Könne eine Regierung, die die Israeliten bei jeder Gelegenheit kränkt und zurücksetzet „auf Liebe und Anhänglichkeit, „jener Gemißhandelten im allgemeinen keinen Anspruch „machen, müsse vielmehr befürchten daß dieselben sich „jeder Veränderung im Staatswesen mit Eifer anschlie- „ßen, sobald sich daran für sie die Hoffnung knüpft, „aus ihrer traurigen Lage befreit zu werden." Aber selbst davon abgesehen — (weil Juden, zufolge ihrer Religionsgefetze, auch despotischen Regierungen ergeben sind) — macht der Verf. die Regierung dringend darauf aufmerksam (S. 43) wie unpolitisch es sei, „Unterthanen, unter welchen Einzelne nicht verhindert „werden können, sich durch den Handel baares Vermögen „zu erwerben dazu zu zwingen, an dem Gemeinwesen „überhaupt keinen innigen Antheil zu nehmen und die erworbenen Reichthümer nicht zum Nutzen des Staates zu verwenden, denn die Landesgesetze und namentlich das Verbot, Grundstücke eigenthümlich zu acquiriren verhindern den einheimischen Israeliten, sein Vermögen zur Belebung der Industrie und des Ackerbaus im Vaterlande zu benutzen, der reiche Jude sieht sich genöthigt, sein Vermögen im Auslande anzulegen; übrig im Lande bleiben — die ärmeren und ungebildeteren, die ihre traurige politische Lage weniger fühlen und gereichen der Regierung und dem Lande, über kurz oder lang, zur größten Beschwerde. Wahrlich, ruft Ref. aus, schon aus Politik sollte die Politik rücksichtlich der Juden menschlicher und vernünftiger werden! (Der Beschluß folgt.) Berichtigung. In No. 18 S. 142 Sp. 1 Z. 6 steht London lies Baden. S. 143 Sp. 2 Z. 18 ft. $n l. Um. S. 144 Sp. 1 Z. 1 ft. warum l. wovon. Gedruckt bei Hammerich und Lesser in Altona. ■

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