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Der Jude · 1832-11-30 · Heft 19 (30.11.1832) · p. Seite 145

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1832-1833)
Issue
Heft 19 (30.11.1832)
Date
1832-11-30
Page
Seite 145 (sequence 1)
Language
German
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Der Jude. Periodische Blätter für Religion und Gewissensfreiheit. In zwanglosen Abtheilungen herausgegeben von Dr. G. Riesser. 30. November 1832. Mit Wonigl. Nänischem Allerhöchstem Urivilegio. £ 19. i Freitag, den Eigenthum des Herausgebers. In Commission bei I. F. Hammcrich in Mona. Religion — Entwickelungsgeschichte — Gesehe derselben. Von Herrn Dr. SteLnheim Ln Altona. (Fortsetzung.) 2) Charakteristik der Epochen einer historischen Religion. 88ie nun eine nicht - ge offen barte Religion zwar eine Religion ohne bestimmten Anfangspunkt sei, aber dennoch eine wahrhaftige innerliche Geschichte haben müsse, ist gezeigt. Die Geschichte der Entwickelung menschlicher Erkenntniß, die der Philosophie, ist die ihre; weil sie ein Theil derselben, Eine ihrer Ausstrahlungen ist. Die Geschichte der natürlichen Religion ist die Geschichte der geistigen Entwickelung der Menschheit. Wie ferner im Gegensätze zu der nicht-geoffenbarten, die ge offenbarte Religion, die mit einem zeitlichen Anfangspunkte, keine eigentliche Geschichte, keine innerliche Entwickelung ihrer selbst zulasse., ist eben sowohl dargethan. Was man ihre Geschichte zu nennen gewohnt ist, ist nichts anders wie die Geschichte der Annäherungs - und Aneignungsmomente des menschlichen Gemüthes, die Epochen der^ allmählichen Bewegung dieses Geistes gegen das große, geoffenbarte Wort des Lebens. In Beziehung auf die Offenbarung ist sonach die Geschichte derselben eine äußerliche. Auf diese Weise ist also die Geschichte der geoffenbarten Religion keinesweges gleich jener, sonst an sich so anziehenden, Geschichte der Entwickelung des menschlichen geistigen Lebens, wie man sie z. B. in der bekannten Erziehung des Menschengeschlechts entwickelt findet: sondern sie ist eine Geschichte der wahren und wirklichen Erziehung des Menschen, durch ein außer demselben befindliches, unveränderlich-gegebenes Hhema und zu vollendendes Pensum eines Lehrers , der außer diesem Pensum vielleicht noch mehrere andre hat, vielleicht noch andre für denselben Zögling hat; allein alle von der Beschaffenheit, daß sich einmal kein zweites neues Pensum aus dem ersten entwickeln läßt, das, wie das erste, eine wahre Offenbarung wäre; und daß sich zweitens, noch viel weniger ein Anderes daraus herleiten ließe, das dem ersten auf die eine oder die andere Weise widerspräche. *) Wir hätten also die Geschichte des Menschen vor uns; eine *) In der altteftamentalischen Offenbarung wird vor jeder andern scheinbaren gewarnt, wenn ihr Inhalt dem der mosaischen zuwider liefe, z. B. einen Polytheism lehrte. In welchem Falle dann die Lehre den Prototyp und das Schiboleth enthalten muß: den reinen Monotheism. 19

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