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Der Jude · 1832-10-30 · Heft 16 (30.10.1832) · p. Seite 128

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1832-1833)
Issue
Heft 16 (30.10.1832)
Date
1832-10-30
Page
Seite 128 (sequence 8)
Language
German
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128 der Gränzen menschlicher Wirksamkeit und menschlicher Kräfte sich halten. Die Schule, wie sie vor uns steht, ist ebenfalls eine ideale, und die Anforderungen an sie steigen, je mehr wir der Verwirklichung uns nähern: dennoch können und müssen wir sie erstreben, an vielen Orten sind viele, ja alle Elemente vorhanden, und wir Haben demnach zu untersuchen: was hindert die Ausführung unserer Wünsche an so vielen Orten? warum gibt es so wenige Schulen, die verständigen Anforderungen genügen? Diese Mängel zu bezeichnen, wird die Aufgabe des nächsten Artikels sein. Es ist nächst dem fehlenden Vertrauen der Eltern der Mangel eines freien unabhängigen Lehrerstandes, der Mangel an Achtung vor demselben, die geringen äußeren Hülfsmittel, die vielen Gemeinden und somit auch ihren Schulen zu Gebote stehen, endlich der Mangel an Bildungsanstalten für künftige Lehrer. Einzeln findet sich alles dieses wohl hie und da, aber es bedarf der Vereinigung aller Kräfte, um einen lebendigen Organismus hervorzurufen. Und wahrlich, der Zustand unserer Gemeinden macht es täglich nothwendiger, in allen Dingen ein festes Ziel ins Auge zu fassen, und diesem einen unveränderlichen Ziel alle Kräfte zu weihen, alle Mittel zu demselben aufzubieten, alle Fähigkeiten in dem einen Punkt zu vereinigen. Es ist nicht so sehr Mangel an Einigkeit, woran unsere Verhältnisse kranken, sondern vielmehr Mangel an einem Einigungspunkt: ein jeder hat seine besonderen Ansichten, seine besonderen Zwecke: diese zu versöhnen, muß die Aufgabe der nächsten Zukunft "sein: dann kann selbst mit geringen Mitteln sehr viel geleistet werden. Und darum gerade dürfen wir die freieste Erörterung nicht scheuen, nicht zurückweichen oder abschneiden, wo wir entgegengesetzte Meinungen finden; gerade dadurch, daß man einander offen in's Angesicht schaut, lernt man einander kennen, und gewinnt die Mittel sich zu verständigen. Der Endzweck ist bei uns Allen derselbe, so werden wir denn auch Alle gern das Unsrige dazu thun wollen, ihn zu erreichen, ihn baldmöglichst zu erreichen. Hören wir daher auf, allen Dingen persönliche Beziehungen zu geben, überall persönliches Interesse zu suchen: ohne, ein Allgemeines gibt es kein Besonderes, ohne ein Ganzes keinen Thekl. Ist das Ganze errungen, so ist dadurch auch die Wohlfahrt der Theile gesichert: wer aber zuerst an das Kleinste, an sich , selbst denkt, der erwirkt nur die Auflösung des Ganzen, und somit seine eigene Vernichtung. Die Redaction findet sich zu der Bemerkung veranlaßt, daß Mittheilungen für diese Blätter ihr entweder portofrei oder durch Buchhändlergelegcnheit gemacht werden. Unfrankirte Zusendungen, namentlich von Druckschriften, werden nicht angenommen. Auch bitten wir Diejenigen, welche uns anonyme Arbeiten zur Aufnahme zukommen lassen, wenigstens der Redaction ihren Namen mitzutheilen; dann wird es immer möglich werden, im Fall der Nichtaufnahme, den Verfassern die Gründe derselben anzugeben. Bon dieser Zeitschrift erscheinen bis Ende dieses Jahres in kurzen Zwischenräumen von 8 —14 Lagen 26 Nummern, jede einen Bogen in gr. 4. stark, welche zusammen einen Band bilden. Der Abonnementspreis, welcher erst bei Ablieferung der letzten Nummer bezahlt wird, für den Band ist 2 Rthlr. 12 gr. (in Hamburg 5 #)/ zu welchem Preise diese Zeitschrift durch alle löbl. Postämter und sämmtliche Buchhandlungen Deutschlands und der Schweiz bezogen werden kann. Buchhandlungen, bei denen Subskriptionen ekngehen, werden ersucht, sich an den Unterzeichneten zu wenden; Andere, die sich für die Verbreitung des Unternehmens interessiren, können sich auch an den Herausgeber wenden. I. Jf. Hommerich. Gedruckt bei Hamm er ich und Lesse r in Altona.

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