Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 1 (1832-1833)
- Issue
- Heft 15 (9.10.1832)
- Date
- 1832-10-09
- Page
- Seite 120 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Juden erscheinen. Der politische Standpunkt des Werkes ist der, daß es hoffentlich dazu führen wird, nicht mehr die talmudische Litteratur uns als ein Schreckbild vorzuführen: seit Eisenmenger war nichts gewöhnlicher, als uns den Talmud entgegen zu halten, um dadurch alle unsere Unternehmungen zu paralysiren. Alle Neueren haben ihn zur Quelle und zum Muster genommen, selbst da, wo sie, wie Ehiarini, unabhängig zu arbeiten Vorgaben; wie dürftig aber Eisenmenger's Kenntniß war, das weiß Jeder, der die Mühe nicht gescheut hat, sein Werk zu prüfen und mit den Quellen zu vergleichen. Herr vr. Z. hat es in dem gegenwärtigen Buche übernommen, den Talmud, die Gebete, und die übrigen Werke, die das Judenthum im Mittelalter erzeugt hat, zu analysi'ren und ihren Werth in ihrer Zeit und in der Gegenwart herauszustellen. Wir dürfen daher jetzt mit Recht die Forderung an unsere Widersacher machen, daß sie sich vorher unterrichten über das, was sie uns gewöhnlich einwenden, jetzt, wo der Weg gebahnt und scharf bezeichnet ist: nicht mehr mit Verachtung dürfen sie unsere Litteratur zurückweisen, sie müssen ihr Achtung, hohe Achtung zollen. Und auch für die Juden selber ist dies Buch eine wichtige Erscheinung; es leuchtet vor zu fernerer Bearbeitung und tieferem Eingehen in die Wissenschaft und die tiefsten Wahrheiten der Religion selber, und giebt genau die Punkte an, wo die Gegenwart anzuknüpfen hat in Bezug auf den religiösen Dienst; es weist nach, was bereits geschehen, was noch zu thun ist, um unsre freie Entwickelung zu einem bestimmten Ziele fortzuführen. Nicht Aufhebung aller Institutionen ist das Ziel, sondern Belebung des Vorhandenen, Wiederherstellung des Vergessenen und Auffindung dessen, was in der verr gänzlichen Form von ewigem Inhalt ist. Mögen seine Worte einen fruchtbaren Boden finden und segensreiche Saaten zur Reife bringen! „Dann wird," so schließt der Verfasser, „wiederum in deine Tempel, „Tochter Zion! der göttliche Geist einkehren, wird sich „vernehmen lassen in dem lebendigen, Thaten wecken- „den Wort, der Begeisterung voll, Institutionen für „Israel erzeugend. Der entzündete Funke erlischt nicht „ wieder; ihn können Verfolgungen nur zu lichter Flam- „me anblasen, denn unwiderruflich, wie der Sieg der „Freiheit und der Civilisation, der bürgerlichen Gleich- „stellung der Juden und ihrer wissenschaftlichen Cul- „tur, ist die Reform und der Triumph des diese Re- „form offenbar machenden Wortes. Beglückter als „Propheten und Emora's, als Hagadisten und Dar- „schanim, soll die Predigt des Rabbinen, der Vortrag „des Religionslehrers, neben Trost und Hoffnung, „neben Lehre und Erbauung auch Segen und Freude „gewähren, Segen dem freien Israel, Freude aber „dem versöhnten Europa." M. I. Berichtigung. Im vorigen Stück S. 112, Col.2 Z. 25, nach den Worten: im ersten rabbinischen Zeitalter ist hinzuzufügenr 23) Vortragßwesen im zweiten rabbinischen Zeitalter. Die Redaktion findet sich zu der Bemerkung veranlaßt, daß Mittheilungen für diese Blätter ihr entweder portofrei oder durch Buchhändlergelegenheit gemacht werden. Unfrankirte Zusendungen, namentlich von Druckschriften, werden nicht angenommen. Auch bitten wir Diejenigen, welche uns anonyme Arbeiten zur Aufnahme zukommen lassen, wenigstens der Redaction ihren Namen mitzutheilen; dann wird es immer möglich werden, im Fall der Nichtaufnahme, den Verfassern die Gründe derselben anzugeben. Von dieser Zeitschrift erscheinen bis Ende dieses Jahres in kurzen Zwischenräumen von 8 —14 Lagen 26 Nummern, jede einen Bogen in gr.4. stark, welche zusammen einen Band büden. Der Abonnementspreis, welcher erst bei Ablieferung der letzten Nummer bezahlt wird, für den Band ist 2 Rthlr. 12 gr. (in Hamburg 5 #), zu welchem Preise diese Zeitschrift durch alle löbl. Postämter und sämmtliche Buchhandlungen Deutschlands und der Schweiz bezogen werden kann. Buchhandlungen, bei denen Subscriptionen eingehen, werden ersucht, sich an den Unterzeichneten zu wenden; Andere, die sich für die Verbreitung des Unternehmens interessiren, können sich auch an den Herausgeber wenden. I. F. Hamm er ich. Gedruckt bei Hamm er ich und Lesser in Altona.