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Der Jude · 1832-09-07 · Heft 12 (7.9.1832) · p. Seite 94

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Journal
Der Jude
Volume
1 (1832-1833)
Issue
Heft 12 (7.9.1832)
Date
1832-09-07
Page
Seite 94 (sequence 6)
Language
German
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94 Lttterstur. Allgemeine Geschichte des Israelitischen Volkes, sowohl seines zweimaligen Staatslebens, als auch der zerstreuten Gemeinden und Secten, bis in die neueste Zeit, in gedrängter Uebersicht, zunächst für Staatsmänner, Rechtsgelehrte, Geistliche und wissenschaftlich gebildete Leser, aus den Quellen bearbeitet von I. M. Jost, Dr. (Verfasser des Werks: „Geschichte der Israeliten seit der Zeit der Maccabäer *). In zwei Bänden. Berlin, Amelang, 1632. 8vo. Th.I. XVI. und 627 S. Th. II. XIV. und 677 S. *) kIchon der bloße Titel dieses Werkes zeigt deutlich, daß der geehrte Verfasser uns keinen bloßen Auszug aus seinem größeren Werke (Berlin, Schlesinger 1820 — 28. 9 Bde. 8.) geliefert hat, und die Vorrede macht uns noch ausdrücklich darauf aufmerksam. Der erste Band ist eine ganz neue Arbeit, in ihm hat Herr Dr. I. die Geschichte des jüdischen Volkes in seinen Anfängen, seiner höchsten Blüthe, seinem Exil und seiner Wiederherstellung in einen selbstständigen Staat uns vor Augen geführt. Der zweite Band enthält ungefähr denselben Zeitraum, den in dem früheren Wecke neun Bände umfaßten, nur bis auf die Mitte des Jahres 1832 fortgeführt. Doch lesen wir auch hier nicht eine bloße Verkürzung dessen, was dort ausführlich vorgetragen: der Verfasser hat in den zwölf Jahren,, seitdem er zuerst begonnen, seine geschichtlichen Forschungen dem Publicum mitzurheilen, unablässig gestrebt und gearbeitet, um seinen Studien für diesen Zweig des Wissens größere Ausdehnung und reifere Durchbildung zu geben. Während er damals als Jüngling austrat, mit unsicherer Lebenserfahrung und weniger bestimmter Ansicht in der Wis- •) Wir glauben unseren Lesern einen Dienst zu erweisen, indem wir von diesem interessanten Werke, das wir so eben erhalten, eine vorläufige Anzeige geben: eine ausführlichere Beurtheilung desselben hoffen wir später aus einer kundigeren Feder zu erhalten und unseren Lesern demnächst mitzutheilen. senschast, steht er jetzt als Mann vor uns da, der den ganzen zwischenliegenden Zeitraum in unausgesetzter historischer Forschung zugebracht, ,und sich nicht geschämt hat, vor den Augen des Publicums zu lernen, seine Jrrthümer einzugestehen, zurückzunehmen und zu berichtigen. Während so das gewonnene Resultat vieljähriger Forschung dem neuen Werke einen anderen, höheren Standpunkt anweist, als dem früheren, ist auch noch in Anschlag zu bringen, wie viele Anregung durch Hrn. Dr. J.'s Geschichte der Israeliten Anderen zu ähnlicher Forschung gegeben worden ist, die die Ergebnisse ihrer Studien theils in eigenen Werken und Monographieen veröffentlicht, theils dem Verfasser persönlich zu weiterer gelegentlicher Benutzung mitgetheilt haben; ja sogar früher fast unbekannte Quellen sind ihm seitdem eröffnet worden durch die freundliche Güte uneigennütziger Freunde. So hat der Verfasser das doppelte Verdienst, einen bisher nur spärlich, von Juden gar nicht bearbeiteten Zweig des Wissens zuerst mit wissenschaftlichem Streben und mit der erforderlichen Gelehrsamkeit aufgegriffen, und den Studien Gleichgesinnter dadurch einen Brennpunkt eröffnet zu haben, in dem die einzelnen Lichtstrahlen ihrer Forschungen sich vereinigen konnten. Dadurch aber werden für das vorliegende Werk die Anforderungen der Kritik erhöht, und wir sind berechtigt, es mit demselben Maaßstab zu messen, welchen wir an die besten historischen Erzeugnisse unserer Litteratur anlegen. Jede Ausstellung, die so etwa daran gemacht werden dürfte, ehrt den Verfasser mehr, als die schonende Halbheit einer sogenannten Nachsicht, und wir kennen den Verfasser von einer zu vortheilhasten Seite, um nicht mit Sicherheit behaupten zu können, daß er jeden nur nicht selbstsüchtigen Tadel mit Dank aufnehmen und mit Unparteilichkeit würdigen wird. In Bezug auf einen Theil dieser Geschichte spricht Herr Dr. I. seine Wünsche in dieser Hinsicht in der Vorrede selber aus. Daß er auch mit diesem Werke seine Arbeiten auf diesem Gebiet nicht abgeschlossen hat, geht deutlich aus dev Aeußerung (Th.I. S. 11) hervor, daß er es zur Aufgabe seines Lebens gemacht habe , mit redlichem und unermüdetem Fleiß seine Entdeckungen zu erweitern, seinen Blick zu schärfen und seinen Arbeiten die möglichste Sorgfalt zu widmen.

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