Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 1 (1832-1833)
- Issue
- Heft 11 (10.8.1832)
- Date
- 1832-08-10
- Page
- Seite 88 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2542348-2542377-2542389--102-3526598- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
die heiligen Grundsätze des Rechts aufopfern wollt. Wenn Ihr das Prinzip der Freiheit durch unwürdige Koncessionen an die launenhafte Willkür der Uebermacht verlaugnet, wenn Ihr Eure 'Religion durch schimpfliche Zugeständnisse herabgewürdigt habt, wofür streitet Ihr denn noch? Die bloßen Interessen der Einzelnen, die bei der Emancipation betheiligt sind, könnt Ihr fürwahr viel wohlfeiler erkaufen! Ich bitte Euch, macht eine ernste, würdige Sache nicht lächerlich durch eine Reform, die nichts bedeutet! Macht sie nicht allen Freunden der Freiheit gehässig durch ein sinnloses Monopol für Juden, die -r Schinken essen! Regt nicht bei Denen, deren ganzes Leben die Religion ausfüllt, deren Gedanken und Freuden und Hoffnungen alle aus ihrer Quelle geschöpft sind, die lieber Alles entbehren., als einen religiösen Gebrauch aufopfern wollten, der ihnen heilig ist, eine gerechte würdige Opposition gegen Eure Bestrebungen auf! So abergläubisch, so vorurtheilsvoll Euch ihre religiöse Ansicht scheinen mag, glaubt es, sie würden unter diesen Umständen leicht alle edleren Gemüther aus ihre Seite ziehen, Md Eure Gegner würden diese erzwungene Opposition gegm eine auf einer Täuschung "beruhenden Emancipation — wie die Erfahrung gelehrt hat — doch nur gegen Euch benutzen. Ihr kennt die Fabel von dem Zimmermanne, der den hülfreichen Gott täuschen wollte, und, nachdem er die eigne eiserne Axt in den Fluß geworfen, gierig nach der goldenen griff, welche prüfend der Gott ihm darbot - der Gott aber verschwand mit dem schimmernden Golde, und der Thor büßte die eigene Axt zur Strafe des Betruges ein. Hütet Euch, daß es Euch nicht glso ergehe! Weist die Versuchung zurück! Nehmt das täuschende Geschenk nicht an, das der prüfende Gott Euch bieckt! Das, was Euch hier dargeboten wird, ist nicht Euer eignes, ewiges, angebornes, verlornes, geraubtes Recht; es ist ein glänzender Flitter, der wohl der Eitelkeit Einzelner unter Denen, die sich aufgeklärt nennen, schmeicheln, aber nimmermehr die Wunden heilen kann, die die Mißhandlungen von Jahrtausenden der Seelen geschlagen, der nimmermehr die Quelle des Haffes und der Verachtung verstopfen, nimmermehr der Uebermuth der Unterdrücker zur Besonnenheit zurückführen, die gebeugten Gemüther der Unterdrückten zur Selbstachtung und zum ungetrübten Gefühl freier Menschenwürde erheben würde! (Die Fortsetzung folgt.) Berichtigung. .In einigen Exemplaren von Nr. 10. S.76 Col. 1. 1.11 statt Antiponus l. Antigonus. Eine Reise, auf welcher der Herausgeber begriffen ist, veranlaßt ihn zu der Bitte, daß Diejenigen, welche' ihm für dieses'Blatt Mittheilungen zu machen haben, deren unmittelbare Bekanntmachung sie wünschen, seiner Adresse die Worte ,/für die Redaktion des Blattes: der Jude" hinzufügen mögen, da in diesem Falle von einem Freunde des Herausgebers die Einrückung Unmittelbar besorgt werden wird, während die ohne diese Bemerkung an seine Adresse gelangenden Briefe ihm selbst -an seinen jedesmaligen Aufenthaltsort werden nachgesandt werden. Von dieser Zeitschrift erscheinen bis Ende dieses Jahres in kurzen Zwischenräumen von 8 —14 Lagen 26 Nummern, jede einen Bogen in gr. 4. stark, welche zusammen einen Band bilden. Der Abonnementspreis, welcher erst bei Ablieferung der letzten Nummer bezahlt wird, für den Band ist 2 Rthlr. 12 gr. (in Hamburg 5jt), zu welchem Preise diese Jeirschrift durch alle löbl. Postämter und sämmtliche Buchhandlungen Deutschlands und der Schweiz bezogen werdtn kann'. Buchhandlungen, bei denen Subscriptionen eingehen, werden ersucht, sich an den Unterzeichneten zu wenden; Andere, die sich für die Verbreitung des Unternehmens interessiren, können sich auch an den Herausgeber wenden. I. H a m m e r i ch. Gedruckt bei Hamm er ich und Vesser in Altona.