Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 1 (1832-1833)
- Issue
- Heft 4 (22.5.1832)
- Date
- 1832-05-22
- Page
- Seite 25 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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H 111 Periodische Blätter für Religion und Gewissensfreiheit. In zwanglosen Abtheilungen herausgegeben von Dr. G. Riefser. Wj -en 22. Mai 1832 Eigenthum des Herausgebers. In Commission bei I. F. Hammerich in Mona. Gesänge Obadiah's. *) i. Israel Ln der Verbannung. Vater. 9?enne mir, Gatttnn, was du gerettet, Als uns der Feind vertrieb Vom Heerde, vom Lande der Väter? Mutter. Feine Leinwand, den weichen Teppich, Und einen goldnen Nasenring. Vater. Traure tiefe Trauer! Wirf Teppich und Leinwand In die Flammen und das Geschmeide Tief, tief in den Strom Phrath! Nenne mir, Tochter, was du gerettet, Als wir vom Carmel flohen, Vom Berge des heiligen Landes? Tochter. Weiße Lilien verwahrt' ich sorgsam Zum Angedenken des Heimathlandeß. Vater. Deine Blumen welken — Xä)l Fremdlinge in Babel! *) Man vergleiche die Gesänge Obadiah's aus der Verbannung, von Dr. Steinheim. Wir werden über diese herrliche Sammlung, deren Verfasser wir die Mittheilung des oben stehenden Gedichts verdanken, nächstens unseren Lesern ausführlich berichten. Nur die Erde, die sie geboren, Judäa erhält sie. Rede, mein Sohn, was hast du geretttt, Als unsrer Väter Dach Die wilde Flamme verzehrte? S o h n. Sichel und Spaten nahm ich mit mir; Zum Schwerdt die Sichel, zum Grab den Spaten. Vater. Auch das Eisen mag verrosten! Ihr Flüchtlinge in Babel, Tand und Thorheit habt ihr gerettet, Der Moder verzehrt es! Schauet, ihr Kinder, das Wort des Lebens, Dies verbarg ich im Busen, Als wir entflohn; verwahrt es! Gesuch der Bekenner des jüdischen Glaubens im Herzogthum Braunschweig. * (Beschluß.) ®te Vorsteher der Braunschweiger Juden-Gemeinde, die diese Arbeit veranlaßt, verdienen den aufrichtigsten Dank für die würdige Weise, auf die sie die Rechte ihrer Glaubensgenossen zur Sprache gebracht, und der Verfasser derselben, ein junger ausgezeichneter Braunschweigischer Rechtsgelehrter christlicher Religion, verdienet einen nicht minder warmen Dank für die Art und Weise der Ausführung. Er hat darin Talent