Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- 2 (1833)
- Issue
- Heft 1 (2.4.1833)
- Date
- 1833-04-02
- Page
- Seite 1 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2542348-2542349-2542351--242-3526491- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Jude. Periodische Blätter für Religion und Gewissensfreiheit. In zwqnglosen Abtheilungen herausgegeben von Dr. 0. Riesser. Zweiter wT A % Land Dienstag, den 2. April 183S. Mit Wönigl. Winifcfytm Zlllerhöchftem Privilegio. Eigenthum des Herausgebers. In Commission bei I. F. Hammerich in Mona. Einiges zur Verständigung über den 0eist, die Tendenz und den Namen dieses Blattes. Indern wir unsere 2lrbeiten, nachdem wir sie einige Zeit haben ruhen lassen, von Neuem beginnen, finden wir darin eine passende Gelegenheit, unseren Lesern über den Geist und die Art unserer Bestrebungen von Neuem eine rechtfertigende Rechenschaft abznlegen. Dankbarkeit' für die unserem Unternehmen von seinem Beginnen an aus reinem ehrenden Vertrauen erwiesene Theilnahme, so wie der Rückblick auf mannichiache Mängel des bisher Geleisteten, die Ueberzeugung, daß die Ausführung bis jetzt der angekündigten Tendenz kaum Km geringeren Theile entsprochen, lassen uns eine solche wiederholte Rechenschaft als unerläßlich erscheinen. Dazu kommt, daß bei der von vielen Seiten ausgesprochenen Billigung doch von manchen Männern, auf deren Urrheil wir großen Werth legen, und die unsere Bestrebungen für die bürgerliche Gleichstellung unserer gemeinsamen Glaubensgenossen mit voller Warme rheilen, an der Zweckmäßigkeit unseres Unternehmens mit der scharf abgegränzten Tendenz, mit dem entschiedenen Namen, die wir ihm gegeben, erhebliche Zweifel geäußert worden, die wir der ernsthaftesten Erwägung zu unterziehen genöthigt waren. Zu dem 2r Bd. muß der Herausgeber noch gestehen, daß er sich durch die Erfahrung noch mehr überzeugt hat, daß ihm manche Eigenschaften, die erforderlich waren, wenn ein solches Blatt ganz das, was es könnte, leiste!, sollte, abgehen. Wenn er demungeachtet den vor einem Jahre als solchen angekündigten Versuch noch einmal ohne Veränderung des Planes zu erneuern sich bewogen fühlt, wenn er es für seine Pflicht halt, die Theilnahme, die sein Versuch erweckt hat, durch alle Anstrengungen, die in seinen Kräften stehen, wach zu erhalten, bis ein Fähigerer an seine Stelle zu treten bereit ist, so^ ist er sich selbst sowohl, als seinen Lesern, strenge Rechenschaft über die überwiegenden Gründe schuldig, die ihn zu einer Beharrlichkeit veranlassen, die ihm sonst als Eigensinn oder schriftstellerische Eitelkeit ausgelegt werden könnte. Es giebt Verschiedenheiten der Ansichten und der Richtung, die so fein find, daß man sie in ihrer inneren Bedeutung nur mit Mühe deutlich wahrnimmt, und die uns urplötzlich hervortretend in einer That, in einem Unheil, in einem Worte oder in der Auffassung eines Wortes überraschen und zur näheren Erforschung ihrer Natur und ihrer Gründe auffordern. Auf solche Weise fand sich der Herausgeber überrascht, als er in dem Kreise, in welchem diese Zeitschrift bei ihrem Entstehen fast aus- 1