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KC-Blätter · 1929-11-01 · Heft 4 (November 1929) · p. Seite 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1929
Issue
Heft 4 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 80 (sequence 20)
Language
German
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so hefte als Repetitorium, die volkswirtschaftlichen aber als Lehrbuch gebrauchen; entsprechend z. B. der Bctriebswisicnschaftler, der Grundzüge des Handelsrechts kennen muß. Es gilt von der Sammlung der Satz: Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen. Wir werden heute damit beginnen, fortlaufend die Einzcllieferungen des Werkes zu besprechen. (Die Nummern der einzelnen Lieferungen lausen durch alle Gruppen hindurch; auf ein juristisches Heft folgt, mit der laufenden Nummer versehen, z. B. ein volkswirtschaftliches u. s. f.) Einführung in die Rechtswissenschaft lhcst 4 und 5a); bearbeitet von Prof. Giese, Frankfurt a. M. Eine von Grund auf errichtete Nebersicht über das Recht als solches; über die Persönlichkeiten, die mit dem Rcchtsleben befaßt Pnd, über die Rechts- Vorgänge. über die kulturelle Aufgabe des Rechtsgcdaukcns, über den Werdegang des Gesetzes, über die hauptcrschcinungsarten der Rcchtsbildung. Kurz, ein verständnisvoller Einbliik in die Werkstatt des Rcchtslcbens, beherrscht von rechtsphilosophischen Gesichtspunkicu. Auch das Geschichtliche ist in Parenthese mitbehandelt. In diesem Gesamtüberblick lernt der Anfänger, ehe er ins Spezielle hincinsteigt, bereits erkennen, daß die Jurisprudenz ein in tausend Vibrationen spielender, mit unendlich feinen und kompliziert ineinander verwobenen Räderwerken arbeitender Apparat ist. Bürgerliches Recht, Allgem. Teil und Schuldverbällnisse (Heft 13, 15 o. 16); bearbeitet von Prof. B n r ch a r d . Frankfurt a. M. Es ist selbstverständlich, daß alle in Betracht kommenden Gesetzesbestimmungen der beiden behandelten Bücher des B. G. B. von 8 1 bis 8 $53 durchweg besprochen sind, ohne sklavische 'Anlehnung an die Progression der Paragraphenzahlen. Ilm aber eine kurze charakteristische Probe dafür zu geben, wie die Sammlung sich bemüht. Verständnis bis ins Einzelne zu bringen, sei ein Beispiel kurz erwähnt. Der Verfasser behandelt die Entmündig,„,g. Er bringt nicht nur eine Erläuterung des § 0 B. G. B., sondern fücit ein Ervosö an über die Bedeutung der Gesundhe,k und des Gebrechens im Bürger!. Recht, weist dabei gleich in die Weiten des Gesetzbuches, auf die Möglichkeiten der Pflegschaft, auf die hastungSfreiheit im Deliltssall usw. Rudolf S ch a g . Juden in der Politik (Weltverlag) ..Von Marx dis Rathenau" will, wie der Untertitel des Werkes verrät, das Buch seine Leser führen, um das Wirken jüdischer Köpfe in der politischen QessenNichten zu charakterisieren. Es wird, neben biographischen Einzelheiten aus dem Leben von Marx. Lassalle. Lasker. Moses Heß. Stahl. Bernstein. Rosa Luxemburg. Eisner. Rathenau u. a.. ein interessanter Querschnitt durch die Bewegungen und Strömungen gezogen, die durch da» Wirken der besprochenen Persönlichkeiten entfacht worden sind: freilich nur in knappem. le^'-nrsmäßigem Umfang. Ein lesenswertes, anregendes Buch. Der Morgen. Heft 1. Ein Gedenkheft für Julius Goldstein. Die letzte Ekrnng. die dem toten Förderer und Freunde zuteil wird — ein reiches Aufgebot von tiefen Gedanken und Reflexionen, dargedracht aus der Feder prominenter Denker des Judentums und Deutschtums. Fu Beginn ein Wort über ihn und über fein Leben, gelprochei. von Raddiner Dienemann, zum Beschluß Worte von ihm selber: ..Ehrfurcht, eine Grund, fordern,,g des Judentums". Dazwischen eine Fülle bedeutsamer Abhandlungen, verflochten zu einem blühenden Kranz, den die deutsche Intelligenz einem ihrer Besten auf das viel zu früh bereitete Grab legt. R. £. Karl Hans Strobl, Die Fackel des hus. — L. Staackmann, Leipzig. _ Der berühmte deutschmährische Schriftsteller gibt uns in seinem neuen Roman ein großartiges Bild der Kulturgeschichte des 15. Jahrhunderts. Aus dem Munde eines deutschen Studenten und späteren Magisters hören wir mit bewundernswerter Kraft der Darstellung die wilden Kämpfe zwischen hus und seinen Gegnern, d. h. zwischen Tschechen und Deutschen. Auch der Nichthistoriker kann hier erkennen, was der Fachmann ßhon lange wußte, nämlich daß der Abgott des tschechischen Volkes und Märtyrer seiner Ilebcrzeugung nie etwas anderes als ein fanatischer Deutschenfcind und Tschechenapostel gewesen ist. Ein Reformator der Kirche hat hus nie sein wollen, daher auch nicht werden können, da er unter „Christenheit" tatsächlich nur seine eigene Nation verstand. — Der „faule" Wenzel als König von Böhmen, Ziska, der grimme Taboritcnführer. und seine fanatischen, stark von kommunistischen Ideen erfüllten Banden, die Fürsten und Prälaten des Konstanter Konzils — das alles vereinigt sich zu einem Sittenbild« von furchtbarer Schönheit, das ohne die sehr geschickt gewählte Form der Darstellung, die nur wenig modernisierte Sprache eines Zeitgenossen, dem modernen Leser oft zu realistisch erscheinen würde, hier aber ein Prachtwerk geschaffen bat. das jeden Deutschen immer wieder an die hartdcdrängten Brüder in Böhmen erinnern wird? Auch die Juden Prags, die der tschechische nationale und religiöse Fanatismus kaum weniger schwer beim suchte, als die Deutschen, sind mit Verständnis und Sympathie geschildert. Besonders wirkungsvoll und großartig ist die Darstellung des MärlvrcrtodeS der jüdischen Flüchtlinge in Komotau für ihren Glauben. K. S. Armand L u n e l, Nicolo-Peccadi (Weltverlag). Ein tragikomischer Roman, in dessen Hintergrund die Dreysuß-Affäre auswächst. Es ist etwas schwierig, sich durch diesen Roman, obschon er nicht übermäßig lang, sich hindurchzulesen, denn er ist nicht in leicht plätschernder Sprache geschrieben. Das ist kein Nachteil. immerhin weiß man zuweilen weniger, ob es ein eigentlicher Roman ist. oder ein etwas leger gehaltenes kulturgeschichtliches Kolleg. Ein Versuch »einer Lektüre kann empfohlen werden, da er dem geistig Interessierten in irgend einer Hinsicht sicherlich etwas dringen wird. Die Burse (Handbuch für das VerdiuduugSwesen). Brückeverlag. Kirchhain. N.-L. Eine erschöpfende Zusammenstellung sämtlicher an deutschen und österreichischen Hochschulen bestehender Verbindungen und Verbände mit allen historisch«» Angaben. Ein nie versagendes Nachschlagewerk, das zugleich auch über akademische Sportausübung unterrichtet. Schröder- Allgemeiner Deutscher Hochschulkalender Brückeverlaq, Kirchhain. N.-L? Der Hochschulkalender informiert über sämtliche deutschen Hochschulen aller Grade, ihr« Entstehungsgeschichte. ihr« Sludienverhältnisse. Zusammensetzung des Lehrkörpers. Institute. Einrichtungen. Anstalten, turz. über alles, was mit Aniversität und Studium zusammendängt. BieNeicht könnte man sich bei einer Neuauflage noch ein« Ausstellung der verschiedenartigen Promotionsdedingungen wünschen, aber auch ohne bas ist das Werk eine reichhaltig« Quelle von Informativ,rsmöglichkeiten. tt«*n!s»ith6«t ftttofteut: De. 0"««« «"tat. ZeetM. .. »«tag: stzu».«e,ta« «eilt» ««M. VHnftwIttuI« TM! v> nHUMnnlt. vetttn 9« tu

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